07.04.2017 – Carvoeiro

Jetzt melde ich mich mal wieder.

Am nächsten Tag wollten wir dann die Küste entlang bis in den Hauptort  laufen.
Zuvor haben wir uns, nach Intervention meiner BAS, über das schwer verständliche Mautsystem auf Portugals Autobahn schlau machen lassen. die Vorgeschichte: An der Grenze Spanien/Portugal mussten wir uns im „Easy Toll System“ ein Ticket besorgen, also die Creditcard in den Automaten, und wir bekamen eine Quittung. Unterwegs auf den Autobahnen wurden wir von mehreren Scannerstationen erfasst, vor jeder dieser Stationen stand dann auf einer Tafel, wie teuer die zurückgelegte Strecke ist, teils  0,73€, teils 1,37€.
Als wir dann in der Unterkunft auf die Quittung schauten, merkten wir, dass unser Nummernschild nicht erfasst wurde. Was tun? Mir war es eigentlich egal, aber die BAS wurde doch ein bisschen nervös (Genug Abenteuer, denn Abenteuer kann teuer werden.). Auch das Schlaumachen im Internet erbrachte nicht viel Klarheit, es gibt wohl mehrere Autobahnbetreiber, aber alle mit unterschiedlichen Systemen.
Jedenfalls hat die nette Dame an der Rezeption mit „Easy Toll System“ Kontakt aufgenommen, und aufgrund der ID auf der Quittung das Nummernschild nachtragen lassen. Alles ist gut für die weiteren Fahrten.
Dann machten wir uns auf den Weg, teils über Stock und Stein, aber auch über einen von der Stadt angelegten Steg, wirklich toll gemacht. Und man hatte einen wundervollen Blick auf die Steilküste mit ihren Grotten. Man ist versucht, immer in „Superlativen“ zu schreiben, aber bei dem Ausblick ist es durchaus angebracht.

Der Ort an sich ist jetzt nicht so ein unbedingtes Highlight, aber ganz nett gemacht mit den üblichen Geschäften für Souvenirs usw..

Der Weg zurück und die unterschiedliche Sonneneinstrahlung eröffnete uns  wieder ganz neue Perspektiven auf die Küstenlandschaft.
Wir haben auch das traurige Fussballspiel Freiburg-Schalke angeschaut, der Frust saß schon tief.
Zur Aufheiterung haben wir dann noch einmal ganz hervorragend im Pestana Restaurant gegessen. Und das war gut so…..
Ich hatte mir in Sevilla vorgenommen, nicht mehr so viele Fotos zu machen, 1 Speicherkarte war ja schon voll. Aber es kam anders, denn die NEUEN Motive Meer – Steilküste – Flora und Fauna übten wieder ganz neue Reize aus. Egal, wird notfalls auch noch eine weitere Speicherkarte dransitzen:-)

 

05.05.2017 – Heute bitte keine Abenteuer

Heute plaudern wir mal aus dem „Senftöpfchen“; mit den Augen der BAS über einen Tag, an dem es – zum Glück – keine besonderen Vorkommnisse gab, außer daß Waschtag war.
Am Morgen herrliches Frühstück im Bademantel (!Keine Sorge, war nicht im Motorradkoffer, gehörte zur Wohnungsausstattung!!) auf unserer ca 3x3m großen Terrasse, dahinter etwa gleichgroßes Rasenstück abgegrenzt mit Büschen und Bäumen. Herrlich, so zwanglos, so stressfrei, so friedlich, so ruhig. Und die 1. Waschmaschine läuft bereits. 🙂 Mehr als 2 Maschinenladungen gibt unser Gepäckvolumen sowieso nicht her.
Dann ist die 1. Maschine fertig; was ist das? 1000 Umdrehungen Schleudergang ergeben bei uns ein anderes Ergebnis. Und mein BAF liest noch die WAZ, keiner hat sich Gedanken gemacht, wie die Leinen gespannt werden können. Haken oder ähnliches -Fehlanzeige. Bäume außerhalb der Spannweite unserer Leinen. Eine Konstruktion zwischen einer Wandhalterung und dem Sonnenschirm, der in unserer Tischmitte vorhanden war, wurde als zu instabil abgelehnt, zumal ein kräftiges Windchen ging. Bei Nachbarn sah ich das Ziel meiner Begierde: einen Wäscheständer.  Also raus aus dem geliebten Bademantel und ab zur Rezeption (natürlich nicht nackt). Der Wäscheständer samt einem Körbchen mit Klammern wurde umgehend gebracht. So einfach kann das Leben sein.

Da lacht sie noch….


Also ran ans Werk: Kaum war die Wäsche aufgehängt, mein Reinhard ein Stück zur Seite gerückt (worden), fing es an zu …..regnen. Wäsche rein, Wäsche raus, ein munteres Wechselspiel begann. Wo trocknet es besser? Drinnen? Draußen? Wäsche in die Sonne, wenn vorhanden, Reinhard in den Schatten. Wäsche in den Wind, zack fällt alles um, wobei das Abstützen noch das geringste Problem war, denn eigentlich trocknete es wegen der hohen Luftfeuchtigkeit gar nicht, selbst die atmungsaktivste Sportbekleidung nicht. Man konnte die Wäsche drehen und wenden, wie man wollte, es passierte so gut wie gar nichts. Und dann war die 2. Maschine auch schon fertig. Also wurde die Wohnung dekoriert: Leine von Wandlampe zu Scharnier der geöffneten Kleiderschranktür gespannt quer durch den Raum, Stühle, Duschkabine alles wurde einbezogen – der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt; nur mein Reinhard kauerte immer weiter in seinem Schatteneckchen 🙁 .
Bei dem Versuch, Fixpunkte für die Leinenbefestigung zu erkunden, war ich schon aktiv, durfte aus meiner kleinen Schattenecke heraus.
Dann endlich war´s geschafft. Die Wäsche im Trockenen und der Himmel riß auf. Ein Gang zum nahegelegenen kleinen Shoppingcenter mit 1 Supermarkt und 5 kleinen Bars/Restaurants stand an. Unterwegs aber noch ein Abstecher die Treppen hinunter zur traumhaften Sandstrandbucht mit herrlicher Felskulisse in der Abendsonne bei stürmisch rauschender See und Schaumkronen auf den Wellen. – Mit einem Bierchen aus der Strandbar – einfach genießen und entspannen: Seht selbst und werdet neidisch.
Treppab – heißt natürlich auch wieder treppauf – so kamen wir zum eigentlichen Ziel und fanden dort neben dem Supermarkt einfache Kneipen und fast alle mit Sky-TV. Schwupps – was verzehrt und für Sonntag einen Bildschirm für´s Schalkespiel reserviert. Ansonsten sind nämlich in der Mehrzahl Engländer vor Ort und zeitgleich spielt Arsenal gegen ManU. Einen Bildschirm kriegen wir 🙂 .Da strahlt mein Reinhard wieder.
Zuhause zurück gab es dann noch die berühmten Gorgonzolanudeln und das ausgeprägte Stück „Männerfleisch“ aus der Hand des BAF persönlich. Gespeist wurde gegen 21.00h auf unserer Terrasse (ohne Wäsche) mit einem verdienten Gläschen Wein nach einem entspannten abenteuerfreien Tag. Verdient ist verdient.

04.05.2017 Fahrt nach Portugal, Carvoeiro

Für heute stand die Fahrt nach Carvoeiro an. Wir hatten uns ein Appartment in einer Ferienanlage gemietet, Vorfreude auf kommende ruhige Tage.

Manche werden sich fragen, warum wurde dieses Bild eingestellt??? Was ist anders als vorher???
Hier die Lösung:
Morgens waren wir zeitig fertig (genauer gesagt, war ich – die BAS-eine halbe Stunde schneller mit Packen) und ich ging in die Tiefgarage, um schon mal 2 Taschen in den Seitenkoffern zu verstauen. Wieder im Zimmer, zog mir die Motorradstiefel an, fuhr mir der Schreck durch alle Glieder!
Ich hatte unsere Motorradjacken nicht gesehen, die wir nach unserer Tour nach Ronda auf das Motorrad zum Lüften gelegt hatten. Das kann doch nicht sein??? Wie von der Tarantel gestochen ab in die Garage, überall geschaut, ob sich einer einen Scherz geleistet hatte, aber nein, die Jacken waren nicht auffindbar! So ein Scheiss!!
Wieder hoch ins Zimmmer mit der Aussage:“Unser Jacken sind weg!“
Kann doch nicht sein, wir hatten in den Orten davor immer unsere Jacken in den Hoteltiefgaragen aufs Motorrad gelegt, wohl in der Annahme, daß dies ein sicherer Ort sei.
Aber vertan!       Die Kirchenbesuche haben bei meinem BAF wohl zu viel Gottvertrauen ausgelöst. Die nächsten 3 Kirchen sind zur Strafe gestrichen 🙂

Schnell zur Rezeption, ob dort die Jacken evtl. abgegeben worden sind. Auch nicht. Also mussten wohl oder übel neue Jacken her, egal wie. Der nette, gutaussehende Spanier (sagte immer die BAS) gab uns den Tipp, doch in das Kaufhaus „Corte d´ Ingles“ zu gehen, dort gäbe es solche Jacken. Wir hin, in Motorradmontur, Gott sei Dank war es nicht zu warm. Wir wurden in das nebenliegende Sporthaus geschickt, und wirklich, es gab Motorradjacken!! Hurra, allerdings nicht in meinen Größe!!! Es gibt wohl nicht so viele füllige/feurige Spanier! Und nun?? Eine sehr nette Verkäuferin gab uns den Tipp, in einen anderen Laden zu gehen, so ca. 1 km entfernt. Wir hin und hatten wieder das Glück, an einen netten Verkäufer zu geraten, der auch ein paar Brocken Englisch sprach. Und dieser Laden hatte wirklich eine Jacke in meiner Größe, hurra, alles wird gut. Auch die BAS wurde schnell fündig. Allerdings gab es die Warnwesten nur mit dem „Vespa Logo“, daher auch das Bild. Alles gerettet!
Dachten wir.
Zurück im Hotel: – Beim Zusammenpacken der restlichen Habseligkeiten schoss es mir wieder in den Kopf, unsere Handschuhe lagen doch auch auf dem Motorrad, die waren natürlich auch weg. So ein Mist, meine BAS zur Rezeption, und der nette Spanier rief den Laden an, ob er denn auch Handschuhe habe. Hatten sie. Allerdings in 20 min.  auch Mittagspause. Schnell die Sachen aufs Motorrad, das Navi eingestellt, dachte ich, aber irgendwie war die NT mir nicht gut gesonnen. (War bestimmt eine BAF – Fehleingabe). Obendrein noch 1- zeitweilig sogar 2 Kutschen in den engen Gassen vor uns, so dass wir unseren Versuch, den Laden rechtzeitig zu erreichen, abbrechen mussten…. Also zurück durch kleinste Gässchen zum „Corte d´ Ingles“, Handschuhe kaufen. Hat auch geklappt.
Und so kommt man in den Besitz einer neuen Teilausrüstung, wenn auch nicht gewollt!      Wir verbuchen das Ganze unter dem Posten SONDERAUSGABEN.    Und die Temperaturen waren mittlerweile auf mittägliche 30` gestiegen in Motorradkleidung gefühlte 45`. Die neuen Jacken haben schon unsere Duftnoten erhalten bevor die Jungfernfahrt losgeht. War meine morgendliche Zeitausbeute auch schon dahin – 14.00h Abfahrtszeit statt 11.00h/heute 10.30h hatten wir noch nie. Zum Glück gibt es aber in Portugal 1 Stunde Zeitverschiebung nach hinten, so dass der Verlust nicht ganz so groß war.

Die Fahrt nach Cavoeiro war dann unspektakulär, immer der Autobahn folgend, und meine NT brachte uns ohne die Aufforderung „Wenn möglich bitte wenden“ ans Ziel.
Die Ferienanlage „Pestana Palm Garden“ machte äußerlich einen positiven Eindruck. Kleine Reihenhäuschen mit jeweils 4 Appartments, und genug Parkplätze, das hatte ich sofort erkannt. Unsere mittlerweile gute Stimmung wurde noch besser, als wir das Appartment betraten, ein sehr großes Zimmer mit Terrasse, und eine tolle Küchenzeile, mit allem was man braucht, und eine  Waschmaschine! Meine BAS war ganz begeistert. Jawoll!!!
Schnell wieder aufs Motorrad und Fahrt zu dem ca. 5 km weit gelegenen „Intermarche“, dort alles eingekauft, was man so braucht. Auch für den nächsten Abend, da wollte ich selbst mal wieder kochen, alles super.
Nach einer kürzen Ruhepause mit Duschen und Frischmachen gingen wireine Runde durch die Anlage, und hatten dann diesen Ausblick auf die Steilküste.

Eine der unendlich vielen Schluchten an der Algarve

Wir betraten das Restaurant der Anlage, mit der Vorstellung, eine bessere Pommesbude vorzufinden. Aber weit gefehlt!
Ein sehr schönes Restaurant, ein schönes Ambiente, eingedeckte Tische, und ein sehr gutes Personal. Und wir haben vorzüglich gegessen.
Nebenbei bemerkt, ich bin wieder runter vom Vegetariertripp, ich hatte ein hervorragendes Steak mit einer Riesengarnele, „Surf and Turf“; und tollen Beilagen, und sehr schön angerichtet. Die BAS hat die Zwiebelsuppe und Risotto mit Pilzen sehr genossen.
Das Leben geht weiter!!!

 

03.05.2017 – Geburtstag in Sevilla

Wie die BAS schon geschrieben hatte, durfte ich mir heute aussuchen, wie der Tag ablaufen sollte.
Nach einem guten Frühstück und einem Kaffee (von der BAS extra gebracht) auf dem Sonnendach unseres Hotels ging es los.

Als Ziel habe ich mir die Besichtigung des „Reales Alcázares de Sevila“, des Königspalastes, ausgesucht. Die Wartezeit bis zum Eingang betrug nur knappe 30 min., aber Geduld ist ja mein 2. Vorname. Mittlerweile stiegen die Temperaturen auf knappe 27′ an, doch etwas warm. Übrigens, Sevilla gilt als der heisseste Ort in Spanien, im Sommer sind Temperaturen von bis zu 45′ keine Seltenheit.
Ein Teil des Königspalastes ist auch heute noch die Residenz des spanischen Königs in Sevilla. Leider war eine Besichtung dieser Räume nicht mehr möglich, wegen Überfüllung geschlossen, Pech gehabt.
Glück dagegen war, dass wir wieder einen Audioguide mieten konnten, und dann noch das gleiche Modell wie in der Kathedrale. Mir schwante Arges, denn die Handhabung bereitete meiner BAS erhebliche Schwierigkeiten. Aber die nette Dame am Servicedesk erklärte uns die Handhabung, man musste nach dem Eintippen sofort die Play-Taste drücken, dann funktionierts wie es soll, also nicht lange in der Gegend rumgucken. Und meine BAS kam superklar! Man muss es nur richtig erklären 🙂
Der Alcazar wurde ursprünglich im Jahre 913 von maurischen Herrschern erbaut und wurde nach der Rückeroberung von spanischen Königen im Mudé-jar-Stil mehrfach erweitert. Der Mudé-jar-Stil besteht aus Elementen der Gotik, der Renaissance und der islamischen Kunst (habe ich abgeschrieben…..). zusammen mit den Gärten eine prächtige Anlage. Innerhalb des Palastes war es sehr gut auszuhalten, von den Temperaturen her, ein herrlicher Anblick der reich verzierten Räume, toll.

Wenn man denn aufgrund der vielen Leute, die unbedingt immer vor einer Sehenswürdigkeit mit aufs Bild mussten und des immer mehr verbreiteten Selfie-Wahns, Gelegenheit hatte, sich etwas in Muße anzuschauen.

Egal, es war wunderschön in diesem Palast. Die Gärten waren aufgrund der noch immer steigenden Hitze nicht ganz so prickelnd, aber das war keine Schuld der prächtigen Gärten. Uns beiden gefiel dieser Königspalast besser als die Alhambra, sehr schön restauriert mit prachtvollen Farben.
Nach 3 Stunden Besichtigung war man doch ganz schön geschlaucht, vor allem wenn man bedenkt, dass wir über 2 Wochen jeden Tag auf Achse stundenlang auf Achse waren.
Da wurde die Vorfreude auf ruhige Tage in Portugal immer größer… 🙂

Fazit Sevilla:
Eine schöne Stadt, die man sich allerdings erarbeiten muss. Und dafür muss man sich halt Zeit nehmen, und die haben wir ja.

Eines der vielen alten Geschäfte, die hauptsächlich Fächer verkaufen, klar, bei den Temperaturen

Noch ein Wort zum Strassenverkehr:
Im Großen und Ganzen kann man sich gut in Sevilla bewegen, wenn man das Wort Spurtreue und Abbiegeverhalten aus dem Vokabular streicht. Da herrscht doch ein ziemliches Gewusel, wenn man mitmacht, kommt man ganz gut durch.
Allerdings ist das Verhalten der motorisierten Verkehrsteilnehmer im mehrspruigen Kreisverkehr unergründlich, da wird aus der 4. Spur direkt nach rechts vorbeigeschossen, ohne darauf zu achten, ob andere Fahrer evtl.   noch weiter zu einer anderen Ausfahrt wollen, denn bei Kreisverkehren gibt es immer mehrere Ausfahrtstellen. Es schossen Auto links aus der 4. Spur vorbei, schnitten meinen Fahrweg, und da haben wir 2mal richtig Glück gehabt. Freunde der Nacht, das war echt knapp. Erst jetzte teilte mir die BAS mit, daß unser Reiseführer vom Fahren mit eigenem PKW dringend abrät. Und jetzt weiss ich auch warum.
Weil Geburtstag ist, mal ohne Senf!!!

03.05.2017 – Sevilla

Gestern haben wir einen Motorradtripp nach Ronda gemacht, hatten wir ja schon von Malaga aus geplant, fiel leider dem Wetter zum Opfer. Diesmal fuhren wir bei schönstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen morgens schon zeitig los, haben uns auch gut dank der NT zurechtgefunden.
Ich muss mich nur daran gewöhnen, dass in den kleinen Gassen meine NT keinen vernünftigen GPS Empfang hat, und somit die ersten Meter eigentlich Blindflug sind. Bis dann das Navi die Route berechnet, bin ich schon wieder weiter, und die ersten Anweisungen der NT sind dann verwirrend.  Also heisst das, aus der Tiefgarage raus, auf eine mögliche Parkmöglichkeit zusteuern, und geduldig die Neuberechnung der Route abwarten.
Ronda ist bekannt als die „weisse Stadt“, auf einem Hochplateau liegend, die man gesehen haben muss. Wobei die Häuser, egal wo in Andalusien, fast alle weiss angestrichen sind…
In Ronda haben etliche Künstler neue schöpferische Kraft getankt, wie er Schriftsteller Hemingway oder der Schauspieler Orson Welles. Auch soll hier das Grundwerk für die Oper „Carmen“ entstanden sein.
Am Imposantesten ist allerdings die „Puente Nuevo“, eine Brücke, die die Tajoschlucht in 98m überspannt. Schon eine beeindruckende Konstruktion, die man allerdings von der Brücke aus nicht richtig abschätzen kann. Also sind wir einen Weg in die Schlucht hinunter. Ein toller Blick auf die Brücke!

Die Brücke „Puente Nuevo“ in Ronda

Und natürlich anschließend die Schlucht wieder hinauf! Auch toll!
Ansonsten hat der Ort nicht soviel zu bieten. Die gepriesenen Gebäude wie der Mondragon Palast erwies sich als nicht so prickelnd, vielleicht sind wir auch durch die Sehenswürdigkeiten in der anderen Städten ein bisschen verwöhnt. In meinen Augen wäre Ronda ein schnuckeliges Städtchen mit sehr viel Charme, wenn da Raum wäre, diesen vor lauter Touris auch zu entdecken. So viel zu dem Thema: „Entfliehen wir den Touristenmassen in Sevilla – fahren wir mal nach Ronda.“

Von Ronda aus wollten wir noch in die Stadt „Setenil“, die auch im Reiseführer als sehenswert beschrieben war. Und da hat meine NT alles gegeben, wir wurden über herrliche Nebenstrassen geführt, Kurven, ein toller Belag, und mein Motorradfahrerherz war total glücklich. Zwischendurch stockte mir schon der Atem, als wir in einer Vorstadt eine steile Gasse hinunter mussten, und auch Autos in der Gegenrichtung fuhren. Aber wir schafften auch diese Herausforderung. Ich habe kurzzeitig mit der Atmung ausgesetzt, damit das Motorrad ruhiger über dem Kopfsteinpflaster lag.

Von Setenil haben wir nicht viel gesehen, die NT führte uns an der Innenstadt vorbei, einen steilen Berg hinauf, und ein kleiner Stopp mit einem herrlichen Blick auf die Stadt zeigte uns, warum wir an der Stadt vorbei geführt wurden. Die Gässchen waren für Motorradfahrer nicht befahrbar, zu eng, zu steil, und zuviele Treppen. Ich liebe meine NT!

Aussicht auf Setinil

Meine BAS bewundert Setinil

Weiter gings über tolle Strassen, wie oben beschrieben, aber an der Provinzgrenze Malaga/Sevilla änderte sich der Belag in ein holpriges Mischmasch, nicht wirklich prickelnd. Und das über 40 km. Äußerst anspruchsvoll, immer volle Konzentration war gefordert.
Aber der Restweg nach Sevilla gestaltete sich trotz einiger Verwirrungen meiner NT oder meiner Missachtung der Anweisungen als unproblematisch.
Nach 300 km Fahrt war ich doch ziemilich platt, aber eine Dusche und das anschließende leckere Abendessen (wieder mit gebratenenen Anchovis) brachte mich wieder nach vorne.
Ein toller Tag!!!!! – Die Temperaturen steigen langsam aber stetig an. Habe mir gestern schon ein „Helmgesicht“ geholt vom Fahren mit offenem Visier, aber zum Glück sind meine Klamotten für diese Temperaturen noch unbenutzt. So hat alles 2 Seiten…. und morgen hat mein Mann Geburtstag: da darf ER mal bestimmen was wir machen 🙂

 

 

 

 

01.05.2017 – Sevilla

Nach einem hervorragendem Frühstück machten wir uns auf die Socken, die Stadt bei angenehmen Temperaturen zu erkunden.
Unser Hauptziel war die Kathedrale von Sevilla.
Die Warteschlange vor der Kathedrale hielt sich in Grenzen, Geduld ist ja mein zweiter Vorname -:) Positiv war, dass man sich einen Audioguide leihen konnte, so war man flexibel und wir hatten gute Erfahrungen damit schon in  Cordoba gemacht.
Die Kathedrale ist nach dem Petersdom die größte im Barockstil gebaute Kirche, und wie so oft in Spanien, erbaut auf dem Gelände einer Moschee, die aber zuvor wohl dem Erdboden gleicht gemacht worden war.
Die Kathedrale selbst rief jetzt kein großes Erstaunen bei mir hervor, unendlich viele kleine Altäre und Sakristeien entlang des Hauptschiffes. Zu jedem dieser Bauten gab es Erklärungen, aber die Unmenge an Jahreszahlen und Malern und Heiligen, kann man sich nicht merken. Es war ja auch die 4. Kathedrale in knapp 2 Wochen. Am interessantesten war der Sarkophag von Christopher Columbus, der hier letztlich seine Ruhestätte fand.

Der Sarkophag des Christoph Columbus

Der Hauptalttar war leider vergittert, so dass man keinen freien Blick auf den kunstvoll gearbeiteten Altar werfen konnte.

Der Hauptaltar

Bis auf eine spezielle Reiegruppe, für die wurde das Altartor geöffnet, man sah noch weniger, und es war unendlich laut. Wobei mir das Verständnis für die Leute fehlt, die sich an einem doch sakralen Ort, sehr laut unterhalten, ein Liedchen pfeifen oder klatschend durch die Gegend laufen. Der Höhepunkt war allerdings ein Handytelefonat. Und da war meine Toleranzgrenze doch schnell überschritten. OK, der Selfiewahn macht auch in Kirchen nicht halt, aber soviel ungebührliches und respektloses Verhalten habe ich bis dato in keiner Kirche erlebt. (Verschwiegen hat er noch, dass die BAS nicht auch die beste aller Audioguide-User ist. Die Technik der Folientastatur erschliesst sich mir nicht wirklich. Wer erfindet und benutzt bis heute sooo einen S.h.iß??? Das hat das Nervenkostüm meines BAF doch arg strapaziert.)
Weiter ging es bei herrlichstem Wetter zum „Plaza de Espana“.
Aus Wikipedia:
„…Die Plaza de España ist einer der bekanntesten Plätze in Sevilla, Spanien. Als Sevilla 1929 die Iberoamerikanische Ausstellung veranstaltete, wurden viele Gebäude für die Ausstellung im Maria Luisa Park errichtet, unter diesen die Plaza de España von Aníbal González (der ebenfalls leitender Architekt der Gesamtveranstaltung war). Von „Gebäude“ wird hier deshalb gesprochen, weil der Platz durch ein halbkreisförmiges Gebäude, das sich nahtlos um den Platz legt, erst gebildet wurde. Der Halbkreis hat einen Durchmesser von 200 Metern und soll eine Umarmung der südamerikanischen Kolonien durch Spanien symbolisieren…“

Blick auf den Plaza de Espana

Eine sehr beeindruckende Architektur mit einem Kanal, der von 4 Brücken überspannt wird,und einer fast 30.000 qm großen Freifläche. An der unteren Wandgalerie sind Fliesengalerien aller spanischen Großstädte angebracht, ein prachtvolles Farbenspiel.
Und überall wieder jede Menge festlich gekleidete Frauen, Männer und Kinder – toll geschmückte Kutschen – da kam man sich in seinem Touri-Outfit manchmal ganz schön schäbig vor: Treckingsandalen statt Highheels, Jeans statt Rüschenkleid, selbst eine Blume im Haar hätte bei meiner Kurzhaarfrisur keinen Halt gefunden 🙁 . Auf jeden Fall ist jetzt die 1.Speicherkarte des Fotoapparats voll, -war wohl nicht so groß.

Wunderschöne Mosaiken der spanischen Großstädte am Plaza de Espana

 

30.04.2017 – Sevilla

Samstags in Cordoba, wieder Regen, wie am Tag zuvor. So fuhren wir erst um 13.00 Uhr los, es war kalt (15 Grad), aber trocken. Wir wählten den direkten Weg über die Autobahn, das Fahren über kleinere Strassen haben wir uns erspart. Dank unserer zuverlässigen NT -:)* haben wir das Hotel in einer kleinen Gasse schnell gefunden. Warum ich immer Hotels in den kleinen Gassen suche, erschließt sich mir nicht.
*Ich glaube, sie wird noch während dieser Tour zur BaNT geadelt.

Unser Appartment versetzte uns zunächst in eine kleine Schockstarre, verwohnt, die kleine Küchenzeile äußerst primitiv, und Fenster nur zum Innenhof. Das Bad hatte einen starken Modergeruch, und dann sahen wir die Ursache, der kleine Holzschrank unter dem Waschbecken hatte wohl irgendwann zuviel Wasser abbekommen und moderte vor sich hin. Das war nicht akzeptabel, und nach Rücksprache versprach man uns einen Wohnungswechsel für den nächsten Tag. Hat dann auch geklappt, bezogen ein schönes Appartment, alles gut. Ein Supermarkt auch direkt in der Nähe, was will man mehr.

Der 1. Nachmittag/Abend war geprägt von einer Findungsphase, wo bin ich, wo will ich hin! Und das war nicht so einfach, bei so vielen großen Städten in kurzer Zeit kann man schon mal die Orientierung verlieren. Aber irgendwie haben wir auch etwas zu essen gefunden, und alles war gut. Ich fand Sevilla by night super, es wurde nämlich ganz schnell dunkel und die Laternen und Lichter dafür um so heller. Tolle Impressionen für den Fotoapparat.

Am nächsten Tag haben wir uns dann aufgemacht in die Stadt, sehr viele Leute waren unterwegs, und fast alle festlich herausgeputzt, und dann war klar warum, das „Frühlingsfest Feria de Abril“, ein Folksfest, welches an diesem Tag begann. Deshalb die Aufmachung der Leute, fast alle Frauen in Flamenco Kleidern, die Kinder auch, die Männer in blauen/grauen Anzügen, alle elegant, und mit stolzer Haltung. Das Stadtbild war geprägt von herrlich geschmückten Pferdekutschen, die in Richtung Festgelände fuhren.

Eine prachvolle Kutsche

Da wir nicht genau wussten, wo denn dieses Gelände ist, liefen wir einfach mit.
Unglaublich viele Menschen waren da unterwegs, Massen bewegten sich dorthin, zu Fuß, per Kutsche oder mit Bussen und Taxis. Entsprechend war der Verkehr in der Stadt auch chaotisch.
Das Fest „Feria de Abril“ begann 1847 als Viehmarkt und wurde dann immer mehr zum Volksfest. Das Fest dauert eine Woche und ist jetzt auf dem ehemaligen Expogelände aus 1992 beheimatet.

Das Hauptportal zum Volksfest

Man muss wissen, dass dieses Fest für die Bewohner Sevillas ausgerichtet wird, was bedeutet, das Normalos wie wir keinen Zutritt zu den Buden haben, man muss schon eine Einladung haben, sonst passiert da gar nichts. Die Buden werden von den verschiedensten Vereinen, Firmen etc. gebucht, und wenn man keine Beziehungen hat, läuft da gar nichts! Alle waren individuell eingerichtet und dekoriert mit grossen Bildern, Gardinen usw. Sehr gemütlich .

Eine der vielen Buden auf dem Festgelände


Es gab auch einige Buden/kleine Zelte der Stadt Sevilla, die zwar zugänglich für alle waren, aber entsprechend übervoll waren diese. Es gab keine sonstigen, so wie bei unseren Volksfesten üblich, zusätzlichen Ess-und Getränkestände, und da ist mir der Spass total vergangen, nichts zu essen, nichts zu trinken, grausam. Und wir sind dann schnell raus, um uns zu stärken. Und wir mussten wieder zurück in die Stadt, ca. 30 min. Marsch, und das entgegen der Laufrichtung der enormen Massen, aber wir waren erfolgreich, hurra.

Es war schon gegen 18.00 Uhr, als wir uns auf den Weg zum „Mercado Lonja del Barranco“machten, eine Markthalle umgebaut zu einer Essensmeile mit verschiedensten Gerichten, hatten wir schon am Abend während der Selbstfindungsphase entdeckt. Und wir mussten auch an der Stierkampfarena vorbei, auch hier sehr viel Leute, denn während des Volksfestes finden jeden Tag Stierkämpfe statt.

Der Haupteingang zur Stierkampfarena

Sind Stierkämpfe nicht verboten worden in Spanien?
Meine BAS hatte tagszuvor mir angeboten, als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, entweder mal ein T-Bone Steak (für mich als Vegetarier. 🙂 ), oder eine Flamencoshow oder einen Stierkampf zu schenken. Stierkampf kam gar nicht in Frage, Flamenco hatte ich schon gesehen, und ein T-Bone Steak war da schon eine Option.
Aber als ich da vor der Arena stand und die Leute sah, erfasste mich die Neugier, was die Leute daran so fasziniert. Auch wenn die BAS ein bisschen überrascht war von meiner Idee, egal, ich wollte da hin.
Am Ticketschalter half uns ein netter Franzose wegen der Platzauswahl, und wir haben ein Ticket gekauft. Und dann saßen wir dann da und harrten der Dinge, die auf uns warteten.

Die Zuschauerarena

Manche mögen die Nase rümpfen, Stierkampf gehe gar nicht, aber als die Toreros (2 Männer und eine Frau) einritten, war das schon ein kribbelndes Gefühl. Und das Volk war total enthusiastisch, war auch eine tolle Show die zusammen mit den Pferden angeboten wurde.
Nach dem Ausritt erschien einer dieser Reiter (der Matador) mit seinem Pferd in der Arena, und der erste Stier wurde losgelassen. Er rannte ungestüm in die Arena, angelockt von den Helfern mit ihren wedelnden „capotes“ (die roten oder gelben Tücher), bevor der Matador die Aufmerksamkeit des Stiers an sich riss. Und es folgte ein wilder Angriff auf das Pferd, aber die Symbiose zwischen Reiter und Pferd war äußerst beeindruckend, wie schnell das Pferd wendete, Haken schlug, dann wieder den Stier fixierte, damit der Matador die ersten Stiche setzten konnnte.

Perfektes Timing von Reiter und Pferd

Der Stier wird fixiert

Das Ritual des Stierkampfes  besteht aus 3 Phasen, nach jeder Phase wechselte der Matador das Pferd, und dem verwundeten Stier schwanden dann langsam die Kräfte.  Ich erspare mir weitere Details bis zum Tode des Stieres, aber die Reitkunst und das Spiel Reiter, Pferd und Stier hatte schon was. Insgesamt fanden 6 Kämpfe statt, das gesamte Spektakel dauerte von 18:30 bis 21.00 Uhr. Ach so, die Kämpfe wurden wohl live übertragen, denn es gab genügend Kameras, die Matadore wurden nach dem Kampf direkt interviewt.
Anschließend gings es dann für uns in den o.g. Markt, sehr leckere Tapas, und zu einem vertretbaren Preis.

28.04.2017 – Cordoba

IDie Fahrt von Granada nach Cordoba gestaltet sich problemlos, voll der Navitante vertraut. Das war gut so, denn noch innerhalb der Stadt hatte die Polizei eine Hauptverkehrsstrasse gesperrt, aber meine Navitante hatte damit kein Problem, super.

Apropos, zu unseren gebräuchlichen Abkürzungen bisher wie:
BAS = Beste Aller Sozia
BAF = Bester Aller Fahrer
haben wir eine neue Abkürzung eingeführt:
NT = NaviTante

Die Fahrt nach Cordoba führte durch unendlich viele Olivenhaine nennen wir sie mal Plantagen, leicht bergig, tolle Strassen. Möchte dort nur nicht fahren, wenn die Olivenernte startet, denn dann wird es unendlich voll.

Blick auf die unendlichen Olivenhaine

Das Hotel haben wir schnell gefunden in einer Gasse kaum breiter als ein PKW aber mit eingeklappten Seitenspiegeln und ein Plätzchen für unser Motorrad haben wir in der Tiefgarage gefunden.

Ein paar Anmerkungen zum Strassenverkehr in Andalusien:
Der Verkehr ist nicht so hektisch wie z. B. in Rom, die Ampelphasen werden weitgehend beachtet, die Autos halten auch für Fußgänger! In den kleinen Gässchen dürfen fast immer Taxen und die Anlieger fahren, die meisten Häuser, auch in der Altstadt, haben eine Tiefgarage. Da es wohl mehr Autos als Anlieger zu geben scheint, sollte man doch eine gewisse Vorsicht walten lassen.:-)
Unberechenbar sind die Motorrollerfahrer, die machen was sie wollen, und alle machen mit. Steht man an einer Ampel in der 1. Reihe, tauchen plötzlich neben einem noch 5 bis 6 weitere Fahrer auf, und alle wollen in eine schmale Gasse geradeaus. Ich habe es nicht geschafft, als erster in die Strasse zu fahren, denn ein „Lokaler“empfindet das „Fußgängerrot“ schon als Startsignal zu fahren, da hatte ich keine Chance, unfair so was 🙂 . Ich könnte noch mehr Details schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen.

Nachmittags stand dann der erste Erkundungsgang an, ein bisschen orientieren, Entfernungen einschätzen, und nach kurzer Zeit standen wir dann vor der „Mezquita Catedrale“, eine beeindruckende Catedrale bestehend aus islamischen und christlichen Elementen, dazu später mehr.
Der Eindruck entstand, dass es noch viel, viel mehr kleine Gassen gibt als in Granada oder Malaga, deshalb ist die Orientierung nicht immer so einfach. Die Gebäude sind nicht so prunkvoll wie in Granada, aber haben doch eine gewisse Ausstrahlung.
An vielen Plätzen sah man Kreuze, die mit Blumen reichlich geschmückt waren, im Zuge eines Wettbewerbes der Stadt Cordoba „Wer hat ein Kreuz am schönsten geschmückt“. Das passte alle gut zusammen.

Ein typisch geschmücktes Kreuz

Am beeindruckendsten sind die Innenhöfe, die sich hinter schlichten Fassaden verbergen. Im öffentlichen Bereich sind die Höfe meist frei zugänglich, bei privaten Häusern sollte man die Privatsphäre der Menschen beachten.( Bilder dazu gibt es den Photobänden meiner BAS)
Wobei wir Glück hatten, meine BAS fotografierte gerade einen kleinen privaten Hof, und es kam ein alter Mann auf uns zu geschlurft, und anstatt uns zu vertreiben, öffnete er das Tor und bat uns herein. Auf einmal sprach er Deusch mit uns, und kannte Essen, wohnte wohl in Düsseldorf, und hatte was mit Fußball zu tun. Mehr haben wir nicht verstanden, aber das war ein schönes Erlebnis. (Das kompensiert die fast notorische Unfreundlichkkeit der spanischen Bedienungen, die fast alle ein bisschen mürrisch sind, und taucht ein Spanier auf, werden diese bevorzugt bedient, haben wir öfters erlebt. Oder man wird einfach ignoriert, ist auch eine Variante)

Die Mezquita Catedrale ist wirklich ein Highlight!
Der Baubeginn war im Jahr 785 durch den Kalifen Abd ar-Rahman I, durch Erweiterungen bis ins Jahr 987 von verschiedenen Kalifen entstand eine Grundläche von fast 23.000 Quadtratmetern. Die größte Moschee nach der Moschee in Mekka.

Blick von der Römischen Brücke

Nach der Rückeroberung durch die Christen im 16 Jahrhundert wurde in die Mitte der Gebetshalle eine riesige christliche Kathedrale gebaut. Glücklicherweise hat keiner der verschiedenen Herrscher die Bauten des Vorgängers zerstört, sondern respektiert und „nur“ Erweiterungen vorgenommen.
 Im Islam gibt es keine bildlichen Darstellungen Allah´s, somit gibt es reichlich Schmuckwerk und prunkvolle Verzierungen an den Wänden. Während in Kirchen der Blick immer zum Altar gelenkt wird, ist man im moslemischen Teil  immer in der Mitte des Raums. Der Wald aus Säulen steht als Sinnbild für die Unendlichkeit.
Den unterstrichenen Teil habe ich zitiert, zur Info.
Wie gesagt, beeindruckend die Säulen Architektur, die Mihrab, eine achteckige Gebetsnische des Kalifen al-Hakam II, und dann die Christliche Kathedrale inmitten einer Moschee gebaut.

Die Säuen der Mezquita Moschee

Die Mihrab

Dieses Zusammentreffen zweier Religionen ist sehr beeindruckend, muss man selbst sehen.
Wir sind uns nicht schlüssig, welches Gebäude beeindruckender war: die Alhambra in Granada oder die Mezquita in Cordoba. Wir tendieren zu letzterem.
Als Konkontrastprogramm besuchten wir anschließend ein Museeum der Inquisition und schauten uns die schaurigen Foltergeräte des Mittelalters an – samt Gebrauchanweisung, …bäh… zum Glück blieben die Albträume aus.

Auf der Suche nach irgendwelchen Statuen von arabischen/christlichen Weisen kamen wir durch Zufall an einem kleinen Hinterhof vorbei, Flamencomusik. Wir traten in den Hof, zahlten einen Obolus, und waren mitten in einer Flamencoshow. Was dort musikalisch, ein Gitarrist und eine Sängerin, geboten wurde, klasse.

Flamenco – Ein Highlight

Die Tänzerinnen sehr ausdrucksstark, ein toller Tänzer, man merkte allen an, dass sie auch Spass am Flamenco haben, und entsprechend wurde man mitgenommen von der Akustik und der Optik.
Ein fußtechnich aber vor allem emotional voll ausgelasteter Tag!!! Wir waren 12h unterwegs am Stück mit Eindrücken, die unterschiedlicher kaum sein können.
Danach konnte der Regen kommen, sowohl auf dem Heimweg, in der Nacht und heute Vormittag. Dadurch hatten wir Luft zum Schreiben. Jetzt hat es aufgehört und die Erkundungstour geht weiter….. laßt euch überraschen.

25.04.2017 – Letzter Tag Granada

Nachtrag am 26.04.2017, in Cordoba, WLAN klappt👍, jetzt mit Photos

Sorry, kann leider keine Photos einstellen, irgendwie habe ich hier WLAN Probleme, werden nachgeschoben!
(Ab 22.00h stellen die hier das Internet ab. – Das wissen aber nur Insider) 😉
Für heute war Kultur angesagt, volles Programm!
Ab 17:00 Uhr war eine dreistündige Führung durch die Alhambra angesagt, aber was machen wir bis dahin???
Gestern abend meinte die BAS, beim rumkurven in Granada gestern war sie der Meinung, einen wunderschönen Blick auf die Alhambra erhascht zu haben, justament zu dem Zeitpunkt, als meine Navitante mir riet:“Wenn möglich bitte wenden“, ich wollte nur wenden, aber die BAS hatte nunmal dieses Bild vor Augen. Flugs auf die Karte geguckt und dank Google Maps war dieser Ort nur 1,8 km von unserer Unterkunft entfernt, also wirklich in der Umgebung :-). Wobei man wissen muss, die Alhambra liegt auf einem Berg, und wenn man draufgucken will, muss man halt auch auf einen anderen Berg, der ein bissschen höher liegt, auch wenn nur 1,8 km entfernt. Zudem gäbe es hier noch Höhlenwohnungen, in Sacromonte, und wenn man schon mal auf der Höhe sei, sollten wir uns diese auch anschauen. Und von da aus bis zur Alhambra sei es ja dann auch nicht so weit. Meine Bemerkung, dass Sacramento und die Alhambra doch durch ein Flußtal getrennt seien, wurden geflissentlich überhört. Egal, da müssen wir durch.      –      Im wahrsten Sinne des Wortes!

Jedenfalls machten wir uns bei herrlichstem Sonnenschein auf den Weg, die 1,8 km zum Aussichtspunkt. Es war keine ebene Strecke, viel bergauf, war ja klar, oder? Sind aber angekommen, aber leider erwies sich der erhaschte Blick der BAS als nicht so spektakulär.       –      Reinhard kämpft sich durch die Tücken der fremden Stadt und wendet auch brav nach Anweisung der Navitante und ich denke nur:“Ach guck mal, da ist die Alhambra“

Blick auf die Alhambra

Also weiter nach Sacromente mit dem Museum für Höhlenwohnungen. Und wieder ging es bergauf/bergab, aber meistens bergauf, gefühlt jedenfalls.
Das Museum bestand aus einigen Höhlenwohnungen, die von den Zigeunern in das Tuffgestein getrieben wurden, als Schutz vor Verfolgungen. War zwar ganz interessant, hatte aber den Charme eines dörflichen Heimatkundemuseums. Allerdings soll hier in der Gegend, jedenfalls in Andalusien, der Flamenco entstanden sein, sagt man. Touristisch ist Sacromento bekannt für seine Flamencoshows, haben wir aber abends nicht geschafft, zu müde. Wir sind ja noch einige Zeit in Andalusien.
Zwischenzeitlich war auch der BAS klargeworden, dass man nicht direkt zur Alhambra kommen konnte. Also hinunter in die Stadt, erstmal eine kleine Bierpause!
Der angesagte Regen blieb Gott sei dank aus, und wir machten uns auf den Weg zur Alhambra, zum festgelegten Treffpunkt mit dem gebuchten Tourguide. Und dieser Weg war verdammt steil, und lang, und steil. Wir hätten ja auch einen Bus nehmen können, haben wir aber nicht gemacht (Auf Wunsch eines einzelnen Herren). Auf halbem Weg sahen wir auf einmal einen öffenlichen Zugang zur Alhambra, also hinein. Ein Jubel und Trubel, man konnnte den Palast Karl V besichtigen, allerdings nur den Innenhof, aber egal. Wir gingen weiter über das Gelände (bergauf) bis zu einem Ticketkontrollpunkt, aber das hatten wir ja nicht, und so wurden wir in einem Blockwartton aufgefordert, wieder zurückzugehen. Wieder den Berg hinunter, und dann wieder rauf bis zum Treffpunkt mit dem Guide. Wir waren rechtzeitig dort, konnten noch ein bisschen ausruhen bis zur ausgemachten Zeit. Und warten auf den Guide.
Und kurz vor 17:00 erschien eine Dame, die nur für uns zwei zuständig war, ich hatte wohl eine Privatführung gebucht. Nicht schlimm, kann ja nur besser werden als im einem Riesentross. Den Namen der Führerin habe ich leider vergesssen, nennen wir sie Rosa. Also Rosa ist Spanierin, in Granada geboren, in Frankfurt aufgewachsen, sprach fast akzentfreies Deutsch. Um es vorwegzunehmen, die Führung war ok, allerdings ohne einen gewissen Charme oder Witz, so ein bisschen unpersönlich, hätte man mehr draus machen können.
Jedenfalls sind wir erst wieder die ganze Alhambra bergab, über Wege, die wir schon zuvor gelaufen waren, aber diesmal mit Ticket. Es ging bis zur Alcazaba, eine Festung zur Verteidigung der Anlage, mit einem tollen Blick auf Granada und das Umland. (Hatten wir auch schon von den o.g. Ausichtspunkten aus 🙂 ).
Egal, denn dann wurde es spannend, es ging zum Nazarenpalast; nennen wir ihn Nasridenpalast. Ich kann es nicht beschreiben, auch nicht die Gartenanlagen, überlasse ich lieber der BAS. Die filigrane arabische Architektur, das gesamte Erscheinunsbild war äußerst beeindruckend, überwältigend, das muss man selbst gesehen haben.

Im Nasridenpalast, nur ein Teil der zahlreichen Verzierungen

 

Ohne Worte

Filigrane Kunstwerke

Eine der vielen Teichanlagen


Und nach 2,5 Stunden war die Führung dann beendet, fertig!
Nicht nur die Führung, wir auch, waren schlielßlich fast 10 Stunden unterwegs.

Viel Senf kann ich gar nicht mehr dazutun, bin einfach nur platt, von den tollen Eindrücken und körperlich und überhaupt. War ein tolles Geburtstagsgeschenk von meinem BAF für mich diese Führung durch die Alhambra nur für UNS ZWEI!!!! Da muss ich mich in Sevilla echt anstrengen, wenn er Geburtstag hat. 

Und für morgen steht die Fahrt nach Cordoba an, und wieder viel Kultur, echt spannend!     –     Ich hoffe, die Stadt ist übersichtlicher aufgebaut und die Stadtpläne richtig eingenordet, denn nach Malaga hatte ich in Granada bereits leichte bis mittlere Orientierungsprobleme. Aber ich hab ja meinen BAF an meiner Seite und zufuß darf er bestimmen, wo ´s lang geht. Das kann er gut. 

24.04.2017 – Rundtour Sierra Nevada

Heute melde ich mich mal als erste mit meinem Senf. Wenn mein letzter Beitrag von der Transferfahrt Malaga – Granada eher in die Kategorie LÖWENsenf fällt, haben wir heute Dijon-, Feigen- oder Honigmohnsenf. Einfach Klasse unsere Rundtour durch die Sierra Nevada!!!!

Denn nachdem wir die Baustellenkultur Malagas hinter uns gelassen und das Unwort des Jahres :“Bitte wenden“ in unserem Navi wieder aktiviert haben, wird die Tante zu unserm Freund/in. Die Rundtour durch die Berge (programmiert von meinem BAF) war eine Wucht. Landschaftlich, motorradfahrtechnisch alles perfekt. Kurven fahren ist wie Rückengymnastik pur, ständige Gewichtsverlagerung beugt Verkrampfungen vor. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, der BAF hatte seine eigenen Eindrücke, nur so viel: Heute habe ich mir zum ersten mal eine Helmkamera gewünscht…vielleicht geben das später meine Fotos wieder, denn ich habe versucht während der Fahrt zu fotografieren.

Für heute stand die Tour durch die Sierra Nevada an, natürlich war das berühmte Schinkendorf Trevélez ein wichtiger Anlaufpunkt. Von da aus sollte es südlich entlang der Berge gehen, um dann nach Norden die Sierra Nevada zu überqueren und zurück nach Granada.
Morgens habe ich dann noch einige Korrekturen an der Route vorgenommen (Lessons learned), und es ging zügig los. Vollstes Vertrauen zur Navitante, klappte reibungslos. Die Route führte uns entlang der A-348 und weiter über die A-4132 bis Trevélez, eine Traumstrasse, unendlich viele Kurven, bergauf und berab, und ein griffiger Bodenbelag. Von der Sicht ganz zu schweigen! Aber man durfte nicht zu viel nach rechts oder links schauen, denn die nächste Kurve war schnell angesagt, also volle Konzentration.
Und das Wetter war leicht bewölkt, Temperaturen um die 20´´, passte!

Trevélez ist ein kleines Bergdorf, bekannt für den berühmten Schinken der Pata Negra Schweine. Es gibt hier keine Schweine, aber die Schinken werden  hierher transportiert, um hier in der Höhe von 1.500m zu reifen.

Trevélez, das Zentrum der Schinkenproduktion

Entsprechend waren auch die kleinen Restaurants voll auf Schinken ausgerichtet, und das Wasser lief mir als Vegetarier (gestern wieder Tapas mit Sardinen gegessen:-)) im Munde zusammen.

Ein Traum für  jeden Vegetarier 🙂

Und noch mehr davon..

Und wir haben uns eine kleine Schinkenplatte gegönnt, musste sein, schmeckte hervorragend!!!!

Weiter gings dann entlang der Bergkette bis zum Abzweig nach Norden über die Sierra Nevada. Ein Blick Richtung Pass lies nicht so richtig Gutes erahnen, dunkle Wolken türmten sich, aber unser Optimismus liess uns den geplanten Weg weiterfahren. Und das war gut so. Wieder Traumstrassen bis zur Passhöhe auf 2.000m, da ging mir wirklich das Herz auf. Und kaum Verkehr auf den Strassen. Für Motorradfahrer ein Paradies! Ich schwelge vielleicht ein bisschen zuviel, aber ich bin noch im Flow….
Allerdings ab der Bergkuppe wurde die Strasse echt schlecht, und zu allem Überfluss fing es an zu tröpfeln. Das gibt es doch nicht! Den Pass hinunter war noch ganz gut, aber auf der Autobahn Richtung Granada (hatte das Navi zwischenzeitlich umprogrammiert) fing es an zu schütten, aber heftig! Glücklicherweise fanden wir schnell eine Tanke zum Unterstellen, gemeinsam mit ca. 15 anderen Maschinen aus Italien. Man kam ins Gespräch, die Truppe kam wohl aus Padua, ist dann mit der Fähre von Genua nach Barcelona gefahren, und war auf dem Weg nach Cadiz auf die Fähre nach Tanger. Und dort wollte die Truppe 11 Tage verbringen, echt krass.

Die Motorradtruppe aus Italien

Nachdem der Regen nachgelassen hatte ging es auch für uns weiter, immer der Navitante schöön brav folgend. Und die führte uns durch Ost-Granada bis in die City, in die Nähe unserer Unterkunft. Warum bis in die Nähe?  Weil es 2 Strassen ziemlich gleichlautend gibt, und ich habe die falsche Strasse bei der Einprogrammierung gewählt.
Oh Schande! Also in Zukunft die Brille aufsetzen, und alles kontrollieren. Denn was folgte war eine „Nightmare“ durch kleinste Gässchen, ich hatte voll die Orientierung verloren, nur die Navitante nicht.
Dazu kam noch, dass meine Wahrnehmung bezüglich der Ausfahrten, die ich nehmen sollte, nicht immer übereinstimmten mit den Anweisungen, und so kam öfters die Anweisung „Wenn möglich, bitte wenden“. Auch das Display ist bei Sonnenschein durch Reflektionen meiner gelben Warnweste schwer ablesbar.
Und dann haben wir doch noch unser Ziel erreicht.
Ein wahrlich toller Tag den wir erlebt haben, auch das bisschen Regen hat nichts ausgemacht!
Der nächste Trip geht dann übermorgen nach Cordoba, für morgen ist eine Führung durch die Alhambra angesagt.