19.05.2017 – Santiago de Compostela

Auf unserer Agenda stand heute der Besuch der „Pilgermesse“, beginnend um 12:00h. Ich erwähne das, weil in der Nacht auf dem Platz vor unserem Appartment wieder die Hölle los war, ich meine, es war wieder sehr laut…aber wir hätten ja auch die Ohrstöpsel benutzen können. 🙂
Jedenfalls haben wir ein bisschen länger geschlafen als normal, und waren trotzdem zeitig in der Kathedrale, um 11.15h. Zeitig genug, um noch einen guten Platz im Querschiff der Kathedrale zu erwischen.Im Querschiff kann man das Pendeln des „Botafomeiro`s“ sehr gut beobachten. Um 11:30h war die Kirche schon fast voll, Pilger aus aller Welt, tlw. mit Nationalflaggen aus Kolumbien, Brasilien, in unmittelbarer Nähe sassen Pilger aus den USA und 3 Damen aus Italien. Warum Italiener in der Kirche immer so laut schwadronieren müssen, ist mir ein Rätsel, ich empfinde das als respektlos gegenüber den anderen Besuchern.
Egal, es war eine tolle Atmosphäre, so mitten unter den vielen Leuten, von denen bestimmt der größte Teil den Pilgerweg zu Fuß zurückgelegt hat. Ich konnte mir gut vorstellen, was in einem vorgeht, nach den Strapazen endlich am Ziel angelangt zu sein. Da bekommt man schon eine Gänsehaut.
Die Messe selbst wurde begleitet von Priestern verschiedener Nationen, die auch in ihrer Sprache Fürbitten vorlasen. Auch ein tolles Gefühl, so viele verschiedene Menschen mit dem sehnlichen Wunsch nach Frieden.
Vor dem Abschlußsegen wurde wieder der „Botafomeiro“ in Bewegung gesetzt, ein irres Schauspiel.
Der Weihrauchkessel schwingt mit einer Geschwindigkeit von fast 70 km/h fast bis zur Kirchendecke, ein beeindruckendes Bild. Ich stand da mit offenem Mund und Pipi in den Augen, irgendwie „geflasht“ von den Eindrücken. Deshalb habe ich auch keine Bilder von dem Schwingen des Kessels machen können, das Bild oben zeigt den Weihrauchkessel beim Ausschwingen.

Nach der Messe mussten wir irgendwie wieder runterkommen, und wir stellten beide unabhängig voneinander fest, dass es ein lohnenswertes Ziel sei, den Jakobsweg zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Infos darüber gibt es ausreichend im Internet.

Morgen geht es dann nach „A Coruna“, ein bisschen erholen von den hiesigen Eindrücken…..

Ich bin gespannt, ob wir nächstes Jahr mit dem Motorrad auf Sardinien/Korsika landen oder zu Fuß auf dem Camino de Compostala??? Beides wäre schön!!! Lasen wir uns überraschen, wohin der Wind uns treibt…

18.05.2017 – Heute mal mit Senf

Nach 2 Tagen stressfrei bummeln durch die überschaubare Altstadt von Santiago de Compostela, wo sich zu den etwa 96.000 Einwohnern nicht nur Pilger sondern auch noch ca 46.000 Studenten tummeln. Eine tolle Atmosphäre, die sich gut ergänzt. Essens- und Übernachtungspreise sind moderat, die Bausubstanz besser erhalten als in Portugal; aber es ist eine fruchtbare Gegend: aus allen Mauerritzen an Gebäuden, Dächern, Treppenstufen usw wachsen Blumen!!!!!

Ein Highlight war der heutige Marktbesuch. In den Hallen sehr gepflegte reichhaltige Stände mit Fleisch, Fisch, Käse u.ä.
(Besonders ging mir als „Vegetarier“ das Herz auf).
Nach der Enttäuschung in Porto war es eine Augenweide. Draußen vor den Hallen befanden sich noch alte Bäuerinnen, die ihre eigenen Produkte anboten, teils in Schubkarren, es wirkte äußerst autentisch. Ansonsten darf mein Reinhard wieder mit mir in die Kirchen und neue Energie tanken, wobei die Kirchen sich doch stark wiederholen. Heute , am Donnerstag, füllt sich die Stadt mit vielen Pilgern (Wanderer u. Radfahrer), die morgen um 12.00h an der legendären Pilgermesse mit Weihrauchschwengel teilnehmen wollen. Ich hoffe, wir ergattern noch ein Plätzchen und können die gesamte Messe mit Weihrauch bis zum Ende verfolgen.
Zeit für  ein paar subjektive Eindrücke – mit und ohne Senf -!!!
1. Die IKEA-Kultur hat die Iberische Halbinsel voll erfaßt. Jeder auch nur etwas größere Ort weist seinen eigenen Markt am Stadtrand auf. Folglich sind auch die Ferienwohnungen IKEA-Vollausstattung, von der Lampe über Besteck bis hin zur gießfreien Blume. Alles wohlbekannt.
2. Die Pilgerkultur scheint sich seit dem Mittelalter nicht groß verändert zu haben: Wein, Weib, Tanz und Gesang sind nach wie vor hoch im Kurs; als wir nämlich bei der Anreise kurz vor Santiago waren, reihte sich ein Nachtclub an den nächsten, das waren wir aus dem katholischen Spanien/Portugal bisher nicht gewohnt. Naja, – wenn man nachher sowieso den Ablaß erhält, kann man vorher noch mal richtig …..
3. Die Öffnungszeiten für Kneipen und Geschäfte, sollte es sie überhaupt geben, erschließen sich uns Mitteleuropäern nur schwer. Daß es so gut wie keine Öffnungszeiten an den Türen gibt, hat seinen Grund. Die Aussagen wie „Die Küche hat schon geschossen“ oder „Der Chef entscheidet, wann wir schließen“ klingen sehr willkürlich. Am 2. oder 3. Tag entdeckt man plötzlich auf altbekannten Wegen völlig neue Geschäfte, die vorher noch nie ihre Rolläden geöffnet hatten. Also auf keinen Fall sollte man versuchen, ein bekanntes Geschäft oder eine Kneipe erneut aufzusuchen, denn es könnte sein, dass es schon geschlossen ist – oder noch gar nicht auf hat – oder heute überhaupt nicht öffnet! 🙁  Also lieber spontan entscheiden: sieht gut aus, geh ich rein!!! Der Rest könnte zu einer Enttäuschung führen.
Ach ja, und da war dann noch die Sache mit den Ohrstöpseln….. (Konnten wir uns doch noch an Riga erinnern, wo gegenüber des Hotels ein Heavymetal Club war, der bis 6.00h morgens laute Musik verbreitete, deshalb gab es Ohrenstöpsel). Aber doch hier nicht????  

Der Nachschub ist gesichert…aus dem Fenster winkt die BAS

Doch!!!   Genau unter unseren Fenstern erwachten gegen 23.00h mal 1, mal 4 Musikkneipen, wo die Gäste draußen bis 1.00h an Tischen und Stühlen plauderten, danach war Polizeistunde (d.h. Alles wurde weggeräumt) aber die Unterhaltungen und die Musik ging weiter bis  ca 3.00h. Naja, wer tagsüber viel unterwegs ist, der kann auch dabei schlafen, mit oder ohne Ohrstöpsel.
Das mit den launigen Öffnungszeiten hat sich bisher auf der ganzen Tour durchgezogen, ob Andalusien, Portugal oder jetzt hier. Ist wohl dem Südeuropäer in die Wiege gelegt. Und wir diskutieren über 2 oder 3 offene Sonntage im Jahr!? Mit etwas mehr Leichtigkeit im Gemüt regelt sich alles von selbst….
4. Zu unseren ausgeprägten Spanisch- und Portugiesischkenntnissen gesellt sich jetzt noch Galizisch hinzu. (Demnächst noch Baskisch). Da freuen wir uns besonders an der uns lieb gewordenen Tapasbar über unsere Translater-App im Handy. Wir sind schon ein eingespieltes Dreigestirn: Christel liest in der Karte, Reinhard tippt ein, Handy übersetzt. 🙂 Solange wir kein „Weißes Pferd“ bestellen..(siehe Sevilla) . Aber selbst das würde hier vermutlich schmecken – und das Preis-Leistungsverhältnis ist optimal. Man kann viele verschiedene Kleinigkeiten nacheinander essen bis man satt ist, was will das Herz mehr???
5. Erwähnenswert finde ich außerdem – und das bezieht sich auf Spanien genauso wie auf Portugal – mit welchem Patriotismus und Stolz die Einwohner ihr Land, ihre Kultur und ihre Eigentümlichkeiten vertreten und auch darbieten, ich denke da an Flamenco, Stierkampf, Fado oder Demonstrationen für den Erhalt der Galizischen Sprache. Uns fehlt da oft die notwendige Lockerheit.

 

17.05.2017 – Santiago di Compostela

Kurze Info:
Durch Anklicken der Bilder erscheinen diese in größerem Format, nach einer WordPress Umstellung habe ich den „Knopf“ gefunden…..
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Nach einem leckeren Frühstück und einer Maschine Wäsche (dunkel)
gings in die Stadt, erst mal schauen, wo wir denn sind. Denn nach dem gestrigen Tag mit den unendlich vielen Eindrücken wollten wir uns erstmal selbst finden.

Das erste Ziel war die Markthalle, und was war, geschlossen. Kann doch nicht sein, an einem normalen Werktag? Schon wieder eine Enttäuschung nach dem Markt in Porto? An einer Touri-Info wurden wir dann aufgeklärt, dass heute ein galizischer Feiertag sei. Und deshalb sei der Markt geschlossen. Aha, das erklärte auch später den sehr langen Demo-Zug für die „Erhaltug der galizischen Kultur und Sprache“ durch die Stadt.

Gut dass wir gestern nicht in diesem Rummel gelandet sind. Warum seht  ihr in den folgenden Bildern, die meine gestrigen Skrupel bezüglich der Anfahrt zu unserem Appartment visualieren sollen

Beginnend mit der Einfahrt in die Altstadt:
(Zur Info, meine BAS nimmt den Part der NT ein, natürlich viel symphatischer 🙂 )
Mal ehrlich, wäre jemand von euch auf die Idee gekommen hier hinein zu fahren?
Und weiter nach links und das bei ähnlichen Menschenmassen…

und weiter gings…durch diese schmale Gasse muss er fahren….... und am Ende fährt man auf den Vorplatz des Seiteneinganges der Kathedrale….Fragen über Fragen, ob das denn richtig sei…
Aber meine NT wies den Weg…
...über den Platz und dann nach rechts…siehe NT im Hintergrund 🙂
 …und am Ende dieser Gasse links, und dann standen wir vor unserem Appartment, geschafft…..👍👏😇
Und ich hab jetzt den 😇  für Gottvertrauen!!!

16.05.2017 -Fahrt nach Santiago di Compostela

Wir sind heute zeitig weg aus Porto und machten uns auf den Weg nach Santiago di Compostela.
Compostela dürfte wohl allen bekannt sein dank Hape Kerkeling´s Buch „Ich bin dann mal weg“, der allerdings einen großen Teil des Jakobus-Pilgerweges zu Fuß zurückgelegt hatte, wir fuhren halt mit dem Motorrad ( Er von Osten, wir von Süden).

Egal, wir sind zeitig los, bei sehr moderaten Temperaturen von 25`, ideal für einen Super-Motorrad-Tag. Und wir sind ganz tolle Strecken gefahren, eine herrliche Landschaft, wie man es sich als Motorradfahrer wünscht.
Man mag es nicht glauben, aber nachdem wir die Grenze Portugal-Spanien passiert hatten, änderte sich das gesamte Erscheinungsbild, sowohl was die Natur betraf als auch die Dörfer, durch die wir gefahren sind. Alles irgendwie aufgeräumter und nicht vor sich hinrottend.
Bis wir nach Compostela kamen gab es die üblichen Staus wegen der als „Speed Bumper“ ausgebauten Zebrastreifen und den zur Seuche werdenden Kreisverkehren. Egal wo man ist, es muss in jedem kleinen Ort mindestens einen Kreisverkehr geben, und das Verhalten der Autofahrer ähnelt denen in Sevilla.
Dazu mal wieder ein Zitat aus unserem Reiseführer:
„…regiert auf Spaniens Straßen oft noch Rücksichtslosigkeit…ob bei Überholmanövern und Kurvenschneiden, dem Nicht-anhalten bei Zebrastreifen, dem Anfahren bei Rot an der Ampel….unfallträchtig ist der Kreisverkehr. Hier kommt es oft vor, dass Fahrer aus der Innenkurve ohne Blinker in die nächste Ausfahrt ausscheren..“
Aber all das haben wir gut überstanden, habe meine Fahrweise ein bisschen angepasst (im Kreisverkehr). 🙂
Wir sind bis Compostela einer ausgewiesenen Route des „Jakobwegs“ gefolgt, unterwegs haben wir etliche Pilger gesehen, die dieser irgendwie faden Bundesstrasse gefogt sind. Ist als Wanderer nicht so wirklich schön, oder?
Unser Appartment lag wie immer in der Altstadt, und durch Kommunikation mit unser Vermieterin war mir bekannt, dass wir uns nur 15 min. mit dem Motorrad in der Altstadt bewegen durften, also Zeit zum Auspacken war, danach muss das Motorrad auf einen externen Parkplatz oder Parkhaus.

Compostela sieht in den Randbezirken aus wie eine normale Stadt, viel Verkehr, Stop-and-Go, bis mich die NT anwies, ich solle in eine Strasse, die nach meinem Gefühl in einer Fußgägerzone lag, mit „Durchfahrtverbotsschild“, vielen Leuten, und da soll rein???
Erstmal vorbei, und die NT kam sofort mit dem Hinweis „Bitte wenden..“, hab ich gemacht, unter Missachtung aller Regeln, passiert.
Und dann sind wir mitten durch eine für uns gefühlte „Fußgängerzone“, es war sehr komisch, aber es gab keine dummen Kommentare von den Fußgängern. Die NT führte uns weiter fast an der Kathedrale vorbei, (kann doch nicht sein, dass man hier mit einem KFZ entlang darf..), und kurz danach waren wir dann an der Zieladresse, irgendwie geschafft.
Schnell die Wohnung bezogen, ein tolles Appartment, mit alllem was man braucht, sagt die BAS.
Und ich dann zum Parkhaus, welches ca. 800m entfernt lag. Wieder durch die kleinen Fußgänger-Gässchen, aber nicht mehr diese Skrupel wie bei der Anfahrt. Neben mir waren auch andere KFZ unterwegs, also alles gut.
Und in der Nähe unseres Wohnortes gibt es einen Supermarkt, und nach kurzer Erholung alles eingekauft, was man für ein gutes Frühstück braucht.

Unser erster Weg führte uns auf den Platz vor der Kathedrale, musste sein, ich hatte schon viele Bilder dieser Kathedrale gesehen, und ich wollte das einmal in „Natura“ sehen. (So ähnlich wie den Radjistan in „Samarkand“, Usbekistan). Die Kathedrale steht über der Grabesstätte, die dem Apostel Jaobus zugeschrieben wird, und ist das Ziel aller Pilgerfahrten.
Aber welche Enttäuschung, alles eingerüstet, ein blödes Bild. Und ich stelle mir all diese „Zu-Fuss-Pilger“ vor, da läufst du wie ein Doofer, nur um dieses Ziel zu erreichen, und dann dieser Anblick, muss schlimm sein.

Durch einen Seiteneingang kamen wir in die Kathedrale, und ab da war ich wie geflasht…
Die Kathedrale als Bauwerk, schlicht romanisch, der Altar im feinsten Barock, es wirkte nicht protzig, (eine Bauweise, die mir besser gefiel als die Prunkbauten auf dem Tripp bisher) bezogen auf den Punkt zu Gott, hier dargestellt als der Apostel Jakobus, dem die Kirche gewidmet ist.

Der „Batufomeiro“ in Aktion

Ein Anblick, der mich echt erschauern liess, ich kann und will es auch nicht beschreiben..
Und entgegen aller vorherigen Infos im Internet wurde zum Schluss der Messe der „Botafumeiro“ geschwungen. Dies ist ein Weihrauchkessel, ca. 1,60m hoch und 54kg schwer,  wird von 7 Leuten bedient und die bringen den Kessel  zum Schwingen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70km/h.  Da musste ich doch schwer durchatmen, dass mein Wunsch, dieses life zu sehen, sich so plötzlich erfüllte…

15.052017 – Porto

Jetzt sind wir schon den 3. Tag in Porto.
Was soll man sagen?

Ich fange mal mit einem Zitat aus unserem Reiseführer zu Porto an:

……Portos besonderer Reiz liegt einerseits in seiner Lage an den relativ steilen Hängen, die das Tal des Douro hier…begrenzen. Dazu kommt die Tatasache, dass Porto nicht so aufpoliert wirkt, wie andere Städte: in der Altstadt stehen repräsentative, frisch renovierte Häuser im Barockstil neben Zeugnissen des Verfalls der historischen Bausubstanz.

Diese Worte beschreiben trefflich, wie sich mir die Stadt nach unseren ersten Erkundigungen darstellte.
Auf die Euphorie vom Abend folgte im Hellen doch schnell die Ernüchterung.

Viele Wohnhäuser zeigen Spuren von weit fortgeschrittenem Verfall. Beginnend mit dem in Beschreibungen und Bewertungen im Internet so hoch  gelobten „Mercado do Balhao“ geriet zu einer einzigen Enttäuschung. Verfallene Konstruktion, maximal 50% der Fläche belegt, kein einziger Stand mit Fisch oder Fleisch, der einen zum Kaufen anregen konnte. Ok, es wird begonnen, diesen Markt zu renovieren.

Weiter gings zur Kathedrale. Mein vorher von der BAS ausgesprochenes Verbot, die nächsten 3 Kirchen nicht mehr zu besuchen (wegen Gutgläubigkeit in Sevilla), war aufgehoben. Die Kathedrale wirkte im Innern recht düster und ernüchternd, im Gegensatz zu den Kathedralen in Spanien, aber der Blick auf Porto vom Kirchplatz aus war gigantisch.

Der Bahnhof entschädigte für Einiges, eine wunderschöne Halle mit tollen Fliesenarbeiten, sehr sehenswert. Es sind dort fast 20.000 Fliesen verarbeitet, die gesamte Ausgestaltung ging über einen Zeitraum von 8 Jahren.

Weiter gings zum „Mercado Ferreira Borges“, der als Markt nicht benutzt wird, allerdings umgebaut wurde für Konzerte und andere Events. Als wir dort waren gab es einen kleinen Markt portugiesischer Schmuckdesigner und anderer portugiesischer Produkte. War natürlich für die BAS ein Highlight, mit entsprechenden kleinen Einkäufen, die aber so lange dauern wie ein großer Einkauf 🙂
Der „Palacio da Bolsa“ ist ein weiteres Muss. Allerdings kam man in das Gebäude nur im Rahmen einer geführten Tour. So haben wir dann eine geführte Tour in englischer Sprache gebucht. Dieser Palacio diente bis vor 40 Jahren als Börsenplatz, jetzt hat dort die Handelskammer ihren Sitz. Entsprechend der Vorgeschichte ist ein Raum prunkvoller als der andere. Das Highlight ist der „Arabische Saal“ mit prunkvollen Verzierungen und Farben.

Daneben liegt die Kirche“Igreja Sao Francisco“, in der fast 400kg Blattgold verarbeitet wurden. Eine imposante Darstellung von Macht und Reichtum. Würde man allerdings die Reinigungs- bzw. Restaurierungsarbeiten etwas ernster nehmen, würde diese Kirche noch prunkvoller erscheinen. Da gibt es wie in den anderen Kirchen auch noch erhebliches Potential (Staub wischen wäre schon ein riesiger Fortschritt)

Der Blick von der Altstadt geht auf das „Ribeira Viertel“, eine Konzentration der berühmtesten Portweinkellereien.  Ein bisschen eintönig, wenig Farben, aber warum sollte es auf dieser Seite des Douro anders sein als in der Altstadt?
In dieses Viertel gelangt man über die Ponte D. Luis I., erbaut von einem Schüler Gustave Eiffels, eine beeindruckende Gitterbrücke.Im „Ribeira Viertel“ haben wir auf Empfehlung unserer Zimmervermieterin die wohl renommierteste Kellerei von „Taylor Fladgat & Yeatman“ angeschaut. Gegen ein kleines Entgeld vo 12,-€ gab es einen Audiogiude (kein Problem für die BAS 🙂 ) und eine kleine Verkostung. Die Führung war sehr interessant, über die Anfänge des Portweins bis heute. Entstanden ist Taylor natürlich von englischen Geschäftsleuten im 17. Jahrhundert. (Was machen denn nun die Engländer nach dem BREXIT?) Ich habe einiges gelernt über Portwein, wie z.B. dass die Traube traditionell noch mit den Füßen gepresst werden, und dass dem Wein noch 45%-tiger Traubenalkohol zugesetzt wird (4Teile Wasser, ein Teil Alkohol???), allerdings kein Zucker. Die anschließende Verköstigung von 2 kleinen Gläschen Portwein (rot und weiss) erwies sich nicht als so grauenhaft süß wie erwartet, hat allerdings auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Nicht zu vergessen sind auch die „Historischen Straßenbahnen“, nicht so spektakulär wie in Lissbon, ganz nett. Allerdings sollte man sich die Fahrt mit der Linie 1 sparen, das Ziel mit den Stränden Portos erwies sich als Flop, keine Infrastruktur dort, nicht so prickelnd.

So ganz hat sich mir Porto nicht erschlossen, die Schwämerei über diese Stadt kann ich nicht nachvollziehen.
Und Autofahren können die Leute aus Porto auch nicht. Die Verkehrserziehung, falls es eine gab oder gibt, hat total versagt. Jeder fährt wie er will, Ampeln werden oft als Empfehlung betrachtet (Vorsicht als Fußgänger), sogenannte Fahrspuren werden geflissentlich ignoriert. Die Fahrtrichtungsanzeiger im Auto, vormals Blinker, werden als unnötiger Schnickschnack betrachtet.
Nach Reinhards Porto-Erguß (nicht sexuell 🙂 )waren wir am Abend noch in einer Fadoshow. – Nach Flamenco und Stierkampf auf jeden Fall ein Muß als Vergleich der Mentalitäten. Die Darbietung fand in einem alten Kellergewölbe vor ca 25 Zuschauern statt. Die auf dem Plakat abgebildete Sängerin war in natura wesentlich jünger als erwartet und hatte Zahnspangen oben und unten im Mund. Hübsch war sie auch nicht gerade.

Aber der Gesang war toll: Schon bevor der 1. Ton erklang, verdüsterte sich ihr Gesicht und ihre Augen wurden tränengetrübt. Das muß man erst mal können. Aber die Darbietung hat uns und alle anderen Zuschauer gefangen genommen. – Zwischen den Liedern hat sie richtig gelacht. 🙂 Besonders hervorzuheben sind die Gitarrenkünste der beiden Begleiter, besonders der mit der Coimbra-Gitarre, eine  12-saitige portugisische Gitarre und ein Virtuose vom Allerfeinsten. Auch ein männlicher Gastsänger war an diesem Abend dabei: Ein gut aussehender smarter junger Mann mit erfreulich positiver Ausstrahlung und froheren Liedbeiträgen. In der Pause wurde uns etwas über die Entstehung des Fado und die Instrumente erklärt, bevor die Sängerin im 2. Teil auch etwas positivere Lieder zum besten gab. Am beeindruckendsten war auf jeden Fall die Fingerfertigkeit des Gitarrespielers. Ein solches Erlebnis gehört einfach zu einem Portugalbesuch dazu. So kann man sich ein Bild von Land und Leuten machen und die portugiesische Seele ansatzweise ergründen.

12.05.2017 – Fahrt nach Porto

Zu Estoril ist eigentlich nicht mehr viel zu sagen, außer dass das Wetter nicht so berauschend war, etliche Schauer und ein heftiger Wind, der den Spaziergang an der Strandpromenade aber nicht verhinderte.

Insgesamt ein sehr entspannender Aufenthalt, was uns auch gut tat.
Abends waren wir zweimal im Spielcasino essen, nicht dass wir dem Glücksspiel verfallen wären, nein, es wurde dort abends ein Buffet angeboten zum Preis von 15,-€ p.P. inkl. zweier Getränke für jeden. Und das Essen war gut! Und ich konnte abends noch das Spiel Atletico-Real anschauen, denn das wurde dort auch live überfragen, passte doch alles.
Allerdings würde ich den Ort Cascais vorziehen, mehr Leben, nette Kneipen/Restaurantszene, irgendwie lebendiger und anschaulicher.

Für unseren Abreisetag waren wieder Schauer angesagt, so ein Mist, vor uns lag eine Strecke von fast 350km. Der Blick nach draussen liess nichts Gutes erwarten, aber unser Klugscheisser (IPad) versprach besseres Wetter.
Wir los, und es blieb trocken. Zuerst über Landstrassen, und anschließend wieder über die Autobahn, ging nicht anders.
Und nach 4 verschiedenen Mautstellen mit dem üblichen Bezahlprozedere (siehe Bericht vorher) hatte man schon ein bisschen die Pappe auf.
Zudem hatte ich bei meiner Programmierung der Reiseroute wohl einige Zwischenziele nicht so genau definiert, und wir sind zweimal im „Nirvana“ landeten.
Unser Entschluss, der NT einen Weg ohne Mautstrassen aufzuzwingen endete damit, dass unsere Ankunftszeit anstatt 16:30 auf 20:45 sprang. Das ging ja gar nicht!!! Also wieder alles retour,  was bei meiner NT nicht so einfach geht, aber ist wohl „menschliches Versagen“ 🙂 🙂
Jedenfalls wurden wir jetzt einen Teil der Strecke nicht mehr über die Autobahn geführt, sondern über die Landstrasse IC1, werde ich nie mehr vergessen.
Eine schnurgerade Strasse, ca. 50km lang, und mit LKW Verkehr. Denn die LKW wollen die Maut sparen, klar. Und entlang dieser Strasse reihte sich ein „Kleckerdorf“ nach dem anderen, mit einer max. Geschwindigkeit von 50 km/h, und Überholverbot. Ganz toll!
Dazu kommt, dass fast überall in Portugal jedes kleine Dorf eine Geschwindigkeitsmessung am Ortseingang ausführt, die mit einer „Bremsampel“ gekoppelt ist. Ist man zu schnell, springt die ca. 100m weit entfernte Ampel auf rot und bringt dich zu bremsen. Zudem ist es auch wohl ein Hobby, fast alle Füßgängerüberwege als „Speedbreaker“ auszuführen mit vorgelagerten Querrillen, die einen heftig durchschüttelten.
Wie gesagt, dass auf einer Strecke von 50km.
Wir waren beide froh, dass wir auf die Autobahn geleitet wurden, endlich weiterkommen. Aber 20km vor Porto haben wir dann doch noch einen heftigen Schauer abbekommen, nicht lang, aber heftig, zumal der starke Wind die Laune nicht verbesserte.
Dank unserer tollen NT haben wir die Unterkunft schnell gefunden (ohne Ehrenrunde in der Stadt 🙂 ), unser tolles Appartment schnell bezogen.

Blick aus unserem Appartment

Wir haben mittlerweile eine tolle Routine entwickelt, die BAS packt die Sachen aus, ich mache die Technik, suche nach einem Supermarkt usw.
dann Einkaufen fürs Frühstück, alles easy. Nur dass es immer bergauf-bergab geht, daran muss man sich gewöhnen.
Spät abends sind wir dann raus zum Essen, und da wir in der Nähe des Studentenviertels wohnen, fanden wir schnell ein kleines, aber feines Restaurant gefunden, super gegessen zu einem angemessenen Preis.
Danach noch einnmal um den Block, und der Eindruck mit der Beleuchtung war phantastisch.

Jetzt konnte ich all die Leute verstehen, die wir im Vorfeld dieser Tour und auch während der Tour getroffen hatten, und die von Porto in den höchsten Tönen geschwärmt haben.

Senflos glücklich 🙂

 

Senftöpfchen 2 – 10.05.2017

Hallo ihr Lieben, Wetter in Estoril morgens bescheiden, ab Nachmittag trocken, stürmisch, Flutwellen,- einfach Klasse, um das Gehirn frei zu blasen und die letzten Sachen aufzuarbeiten und los zu werden, die wir bis jetzt erlebt haben.
Ich entführe euch noch mal zurück zum Ankunftstag nach Sevilla. Wir sind schon ziemlich reizüberflutet und kommen in dieses muffelnde Appartment mit Wohnungswechsel am nächsten Tag; ihr werdet euch als aufmerksame Leser erinnern. Wir beschließen uns zu beschweren und gemeinsam in die Rezeption des gegenüberliegenden Hotels zu gehen, das diese Appartements mit verwaltet.
Weil uns beiden das passende Vokabular fehlt, bedienen wir uns des Übersetzungsprogramms unseres Handys – und warum dann nicht auch gleich in Spanisch…. – Natürlich  – haben wir dann dem Portier erklärt, wir hätten ein „Weißes Pferd“ im Badezimmer, worauf dieser dann mit ungläubigem Blick erwiderte, er würde mitkommen, Fotos mit seinem Handy machen und sie dem Manager schicken……  aber erst nachdem wir unseren faux pas erklärt/bereinigt hatten; – il classico – …. Er konnte gar nicht darüber lachen, wir aber schon :-).
Als nächstes habe ich dann unmittelbar den Zimmerschlüssel im Appartment vergessen und wir mußten schon wieder zur Rezeption; mein BAF hat mir danach direkt die Schlüsselgewalt entzogen. Und macht das jetzt auch noch selber. – aber das war eigentlich nur die Vorgeschichte.
1. Tag verschimmeltes Zimmer, und das zu einem Übernachtungspreis, der unser tägliches Budget um das Doppelte übersteigt wegen der Feria (das Volksfest, das die Übernachtungspreise ähnlich ansteigen läßt wie die Hannovermesse oder die Wies`n in München.). Dazu war die Zimmerausstattung vergleichsweise einfach gehalten: Einbauwandschrank und Küchenzeile mit dunklem derbem Holz verkleidet, der Rest entsprang dem Möbelhaus mit dem ELCH: Mobiliar sowie Hausrat und Deko. Nichts gegen einzuwenden, war alles sauber und ordentlich und funktionstüchtig.
2. Tag Appartmentwechsel.
3.Tag: mein BAF springt morgens aus dem Bett, und anstatt Kaffeewaser aufzusetzen, schnappt er sich die Blumenvase, reißt die Mischung zwischen Gerbera und Chrysantheme heraus und füllt Wasser in die Vase. Auf meine Frage,  „Was machst du da?“  erhalte ich nur die Antwort:“Die Arme hatte gestern schon kein Wasser“ …..“Aber Ikea-Blumen brauchen doch kein Wasser“…
Hat er nicht ein gutes Herz????  Ich weiß das zu schätzen. Und deshalb mögen wir uns so!!!

09.05.2017 – Estoril

Abends zuvor sind wir nach dem Abendessen ein bisschen rumspaziert, und man kommt irgendwie nicht an der „riesigen Spielbank“ vorbei.
Ein sehr großes Gebäude mit hunderten von Automaten verteilt auf 2 Etagen, mit Black-Jack, Roulette und Pokertischen.
Im Erdgeschoss wurde die Pokerrunde per Video auf eine größere Monitoranlage übertragen. Wahnsinn!

Der für den heutigen Tag angesagte Regen war noch gar nicht da, eitel Sonnenschein, also raus Richtung Cascais, ein sehr nettes, kleines Örtchen ca. 2,5km von Estoril entfernt.
Die umliegenden Gemeinden haben eine Promenade von insgesamt 22km erbaut, auf der man ohne Verkehrsbelästigung wunderbar entlanglaufen kann mit einem schönen Ausblick aufs Meer, Sandstränden und Felsformationen.

Meerblick mit BAS

Der Rathausplatz von Cascais
Blick von BAF mit zentralem Laternenmast /bei mir dann später OHNE. 

Das Städtchen Cascais hat im Gegensatz zu Estoril mehr Flair, einige schöne Gassen, Gastronomie ist auch überall, ganz nett.
Und wir entschlossen uns, abends doch mal in Cascais essen zu gehen.
Was bedeutete, dass wir dann abends insgesamt 10km Promenadeweg in den Beinen hatten, plus der Kilometer innerhalb der Stadt.

Aber es hat sich gelohnt!

 

 

08.05.2017 – Fahrt nach Estoril

Für heute stand die Fahrt nach Estoril an. Meine NT gab eine Strecke von 352km vor, ein bisschen lang, aber das hatte ich zu Hause so programmiert.
Egal, es war für den Tag sehr warmes Wetter angesagt, also mussten wir die Strecke reduzieren. Duch verschiedenste Einstellung kamen wir dann auf 312 km. Sollte gehen.

Morgens sind wir eine Stunde früher als üblich los, um 10:00 statt 11:00 h. Und kein Stress mit dem Mautsystem, hatten wir Tags zuvor geklärt 🙂 . Denn einige Passagen gingen halt über die Autobahn.
Also guten Mutes sind wir los, über tolle Motorradstrassen, ein Riesenspass, und die Kilometer flogen nur dahin. Ein totaler Genuss, und es war auch nicht zu heiss.
Auch mit der NT kam ich gut klar, bis auf eine Anweisung, im Kreis die erste Ausfahrt zu nehmen, hat mich dann doch verwirrt. Es gab keinen Kreis!!! Also geradeaus, und sind in einem kleinen Städtchen gelandet, immer bergauf….kann doch nicht sein, und die NT gab aufgrund der Enge der Strassen (kein eindeutiges GPS Signal) doch sehr verwirrende Kommentare…..     Und diesmal nicht von mir! 🙂 ……..Egal, ich bin nach dem Bauch gefahren, wieder steile Strassen hinunter, und dann hat mich die NT wieder eingefangen, und alles war gut.
Weiter gings durch herrliche Landschaften, bis zum ersten Ziel, die Fähre nach Setubal. Die Strasse dorthin allerdings entsprach nicht den bisher gemachten Erfahrungen, eine fast 40km lange Holperstrecke, grausam. Meinte auch meine NT, die hat dann irgendwann ausgesetzt. Aber ein „Reset“ brachte alles wieder ins Lot.

Die Überfahrt nach Setubal klappte reibungslos, und meine BAS war auch sehr zufrieden, endlich Schiffchen fahren!   Dieser Schlenker war eigentlich nur für mich eingebaut worden. So ist er eben mein BAF! 🙂

Von der Fähre gings Richtung Lissabon, und ei der Daus, eine Mautstation, die nichts mit dem „Easy Toll System“ zu tun hatte, neues Ticket ziehen, mal sehen was kommt. Kurze Zeit später die Zahlstation, wieder 0,73€ bezahlt. Nicht zu glauben, für die „Kleckerbeträge“ so ein riesiger Aufwand an Bezahlstationen, Personal etc….

Egal, weiter Richtung Lissabon! Kurz vor der „Brücke des 25. April“, die an der „Christus Statue“ vorbeiführt, diesmal eine Mautstation für die Benutzung dieser Brücke! Wieder anhalten, Handschuhe aus, Geld hervorkramen, diesmal habe ich der BAS das Geld in die Hand gedrückt, und der Bezahlvorgang ging doch um einiges schneller. Und wieder waren 1,35€ weg.
Durch eine Fehlinterpretation der NT meinerseits hatten wir dann das Vergnügen, einige Kilometer durch Lissabon fahren zu dürfen. Ist nicht das reinste Vergnügen 🙂

Egal, irgendwie erwischten wir die Autobahn nach Cascais/Estoril, aber die Fahrt wurde nicht entspannter, denn das Verhalten der Autofahrer, speziell bei Autobahnauffahrten, ist extrem kreativ, unverständliche Spurwechsel, klar, ohne Blinker, die mich schon teilweise in Schnappatmung versetzten. Aber wir kamen durch.
Das letzte Highlight des Tages war dann der Versuch, unserem Motorrad etwas zu trinken zu geben. Wie immer, ran an die Säule, die BAS stieg ab, es passierte nichts. Alle Säulen waren mit irgendwelchen Kartenlesesystemen ausgerüstet, aber nicht für EC-Karten.
Kann doch nicht sein, oder? Ich in den Laden, und man eröffnete mir auf die Frage, wie ich denn an Benzin kommen könnte gegen Barzahlung, dass zum Betanken doch bitte der Helm abzunehmen sei. Auf meine skeptischen Blicke erklärte mir der freundliche Mensch an der Kasse das nochmal.
Und siehe da, es klappte! Wir haben ja schon einige Tanksysteme erlebt (siehe Berichte Baltikum), aber das mit der Videoerkennung war mir bzw. uns neu. Und wieder was dazu gelernt.
Wir fanden unser Hotel problemlos, wobei einmal um den Block oder ein bisschen durch die Stadt fahren, in die Kategorie „Problemlos“ eingeordnet wird.
Für all die Mühen wurden wir dann mit einem herrlichen Blick auf den Strand von Estoril belohnt.

Uns fielen unterwegs etliche Storchennester auf (s. Baltikum) nur dass sie hier als Zwischenstopps der Vögel auf der Gibraltarroute dienen, für Erholungsphasen vor dem Weiterflug. Sind schon beneidenswerte Tiere – nicht zuletzt wegen ihres modellspezifischen Navigationssystems – so zielsicher und treffgenau!!! Aber da oben gibt es ja auch keinen Kreisverkehr – und alle wollen in die gleiche Richtung – zudem ist die Option :“Bitte WENDEN“ auf 2x pro Jahr limitiert. Von der Natur kann man eben noch lernen.

Senftöpfchen 1 (Ein kleiner Blick zurück)

Hallo ihr Lieben. Jetzt, wo wir ein bißchen zur Ruhe kommen und die Tage ein wenig „normaler“ verlaufen, finde ich Zeit und Muße, euch an einigen Kuriositäten teilhaben zu lassen. Also Vorsicht, wieder Weiberkram. Wer keine Lust darauf hat, kann ja weiter scrollen.
Es war am Abreisetag von Cordoba nach Sevilla. Wir haben den morgendlichen Regen halbwegs abgewartet und kamen erst gegen 12.00h  los. Weitere Regenschauer waren zu erwarten. Erinnert euch, unser Hotel lag in einer superschmalen Gasse – natürlich Einbahnstraße, aber die Ausfahrt aus der Tiefgarage war nach der steilen Rampe fast im 90 Grad Winkel zur Fahrbahn und einige PKW mußten 2-3x rangieren, um um die Ecke zu kommen. Ich mußte also oben auf der Straße stehen und dafür sorgen, daß Reinhard gefahrlos aus der Tiefgarage kam, ohne jemanden zu behindern.
Soviel vorweg: es ist natürlich nichts passiert, ich hab ja aufgepasst, aber an meinem Gefühlsleben in diesem Moment will ich euch teil haben lassen.

Denn da sah ich sie: Zwei hübsche junge superschlanke Spanierinnen in hautnahen   flieder- bzw apricofarbenen Etuikleidern, auf dem Kopf mit passenden kleinen Hütchenkreationen aus Tüll und Schleifengebilden. Unter dem Arm die Clutch stöckelten sie graziel und gekonnt in ihren Highheels über das Altstadtpflaster. WOW !
Gegenüber – nicht ganz 2 Armlängen entfernt – stand die BAS in Motorradkluft: statt Push-up mit Rundumprotektoren ausgepolstert und Lederstiefeln, die dem femininen Gang eine ganz besondere Note verleihen, dazu der passende Helm in dezentem Schwarz – Modell Klapphelm, der bei geöffnetem Visier eher an einen Ritterhelm erinnert. Gekrönt wurde das Outfit auf grund der Wetterlage durch die leicht knisternde rundum mit Gummizügen abdichtende Regenkombi aus geschmeidigem Kunststoffmaterial mit breiten neongelben Warnstreifen. Ach ja, fast hätte ich die mit weiteren Protektoren ausgerüsteten Lederhandschühchen noch vergessen.  Der Astronautenlook war perfekt. WOW!
Das war ein Bild für die Götter!!! Ich hoffe, ihr habt es euch gut eingeprägt, denn Fotos gibt es davon natürlich nicht, war ja schon alles eingepackt.

Jetzt wißt ihr auch warum wir im Deutschunterricht mit der Aufsatzform „Personenbeschreibung“ gequält wurden, für irgend etwas mußte das ja gut sein. 😉