23.04.2017 – Granada

Entgegen der Wettervorhersage war es morgens nur ganz leicht bewölkt, angenehme 21´ , also die besten Aussichten auf eine schöne Tour nach Granada.
Nur mit meiner Navitante liege ich noch ein bisschen überkreuz. Die wollte uns genau durch eine riesige Baustelle führen, also musste ich anders fahren, nur das mit der Neuberechnug der Route dauerte doch einiges, so daß ich eigentlich schneller an dem Punkt vorbei war als die Navitante meinte. Na ja, manchmal ignorier ich ja auch die Anweisung, ist nicht ok, ist aber so.
Wie auch immer, wir hatten eine schöne Fahrt mit vielen Kurven in den Bergen, auch entlang der Küstenstrasse an der Costa del Sol, prächtig!

Mein Senf: Unser heutiges Motto lautete „Wo ein WILLE , da ein WEG!!! Und mein Reinhard WILL  -nach rechts – nach links oder gerade aus  was hat das Navi noch mal gesagt??? Irgendwann dachte die Tante wohl  „der will heute gar nicht nach Granada; ich bring ihn mal zurück zur Küste da wo er hergekommen ist.“ Nichts desto trotz; es war eine sauschöne Fahrt und ich möchte dank meines intakten Rückens keine einzige Straße missen….

Einzigartige Landschaft

Die Anfahrt zu unserer Unterkunft gestaltete sich problemlos, bin einfach der Navitante gefolgt! Geht doch.
Wir haben ein schönes Appartment nicht weit von der Kathedrale, und nach kurzer Zeit ging es bei sehr angenehmen Temperaturen auf Entdeckungstour. Oh mein Gott, überall Gewusel, viele, viele Leute waren unterwegs, und die Gassen sind bei weitem nicht so breit wie in Malaga. Na gut, es sind ja auch Gassen :-).

Eine der engen Gassen im arabischen Viertel Granadás

Die Gebäude sind bei weitem nicht so schön wie in Malaga, ein bisschen morbider Charme mit einigem Potential nach oben, irgendwie anders als die Städte vorher.
Unvergleichlich ist der Blick auf die Alhambra von der Altstadt aus.

Toller Blick auf die Alhambra

Eine Besichtigung ist für den Dienstag gebucht, freuen wir uns schon drauf.

Abends um 23:30 herrschte noch ein sehr reges Treiben überall, mit Kind und Kegel zogen die Leute umher, wir haben aber vernünftigerweise unsere Unterkunft aufgesucht, denn Christel wollte noch ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen, eine Maschine Wäsche, Ergebnis siehe unten.

Christel´s Lieblingsbeschäftigung 🙂

23.04.2017 Allgemein

Andalusien gefällt uns unheimlich, die Lebensfreude der Menschen, die Landschaft, eigentlich alles.
Interessant ist, dass ich mich seit wir unterwegs sind, (fast) fleischlos ernähre, wobei der Iberico Schinken im Ursprung auch kein Fleisch ist 🙂
Wir haben die Liebe zu Tapas entwickelt, kleine sehr leckere Häppchen, in allen Variationen. Meine Favoriten sind dabei Sardellen, in jeglicher Form, frittiert, in Essig und Öl, oder als salzige Anchovis. Und das Olivenöl schmeckt einzigartig.
Aber keine Sorge, das wird nicht so bleiben 🙂
Zuhause bin ich kein Freund der Tapas, ich halte das Preis/Leistungsverhältnis für absolut unpassend, wenig zu essen, aber teuer. Hier ist es umgekehrt, tolles Essen zu annehmbaren Preisen….auch wenn man nur ein Bier bestellte, es gab immer Oliven dazu, saulecker!
Ein kleine Auswahl dieser Eindrücke:

Das sieht doch saulecker aus!

Eine der guten Tapasbars

Hier standen die Leute immer Schlange

Wer kann da schon „NEIN“ sagen??

Auch wenn es vielleicht nicht direkt hierhin gehört, aber ich mache mir etwas Sorgen um die sehr bekannte Modelinie DESIGUAL. Warum?
Ganz einfach, denn DESIGUAL schneidert bekanntlich für schlankere Typen/innen. Die müsssen ihre Kollektion dringend an die Größen der jungen Generation anpassen, die fast alle doch erheblich weiter ausgeprägte Figuren aufweisen als in die Modelle XS – XXL passen, obwohl es einige Unentwegte versuchen. Entsprechend sieht das dann auch aus. Nur so am Rande, das gilt auch für die italienischen Modeschöpfer.
Na klar, bei so leckerem Essen, bleibt das nicht aus, oder?

21.04.2017 – Immer noch Malaga

Es ist Freitag, unser letzter Tag in Malaga.
Unseren Plan, nach Ronda zu fahren, haben wir aufgegeben, denn heute morgen war es sehr bewölkt und es blies immer noch ein heftiger Wind. Dann werden wir halt versuchen, Ronda von Sevilla aus zu besuchen, ist zwar ein bisschen weiter, aber unter „normalen“ Verhältnissen machbar. Ronda ist ein „MUSS“ während einer Andalusien Tour.

Also machten wir uns zu Fuss auf den Weg an die westliche Küste von Malaga, wegen der heftigen Wellen.
Und es hat sich gelohnt, heftiger Wind, der das Wasser bis über die Strandpromenade trieb, beeindruckend, welche Kräfte da am Werk sind.
Vielleicht können die Bilder den richtigen Eindruck vermiiteln.

Nachmittags allerdings riss die Bewölkung auf, die Temperaturen wurden angenehmer, ob der Wind denn auch abgenommen hatte, lässt sich in der Stadt nicht so voraussagen, werden wir dann morgen sehen auf der Fahrt nach Granada.

20.04.2017 – Malaga

Dienstags morgens gings los mit dem Flieger nach Malaga, mit RYAN Air ab Dortmund. Der Flughafen ist sehr klein, dadurch übersichtlich. Blöd war nur, dass für einen Fusballverein aus Lüdenscheid Nord ein Bereich abgesperrt war für das CL-Spiel in Monaco am drauffolgenden Tag. Da war es im Security Bereich doch sehr wuselig. Wie auch immer, wir standen rechtzeitig am Gate, die Maschine war allerdings noch nicht gelandet. Ein bisschen warten, die Maschine kam. Fast gleichzeitig mit dem Ausstieg der Passagiere begann das Einsteigen für den Flug nach Malaga.??? Die Maschine wurde nicht gereinigt, hab ich noch nie bei meinen vielen Flügen in der Vergangenheit erlebt, es wird an allen Ecken und Enden gespart, na ja.
Der Flug war ok, ich kam mir vor wie in einem fliegenden Kiosk, es ging nur um Verkauf von Essen und Trinken, der Höhepunkt allerdings war, als Lose einer Lotterie angeboten wurden. Das war schon krass.
Vom Flughafen gings mit der UBahn fast bis zu unserem Hotel, alles Bestens.
Alles schnell verstaut, dann gings auf Entdeckungstour.
Vorher aber noch liess ich die Hotelrezeption bei der Adresse anrufen, wo sich unser Motorrad befinden sollte. Und dann kam die erlösende Nachricht, das Motorrad sei angekommen, ein dicker Stein fiel mir vom Herzen.
Gutgelaunt gings in die Stadt.
Ein herrliches Panorama, wunderschöne Fassaden, eine Stadt zum Wohlfühlen. Viele Gassen, tolle Gastronomie, einfach schnuckelig.

Plaza de la Constitucon

Am nächsten Morgen fuhren wir mit der UBahn zu der Adresse, wo unser Motorrad stehen sollte. nach anfänglichen Kommunikatiosschwierigkeiten begleitete uns wohl der Chef der Autoverwertungsanstalt bis in die hinterste Ecke des Riesengeländes, und da stand dann auch unser Motorrad!!

Unser Mopped in Malaga!

Riesige Freude!!! Die Koffer waren schon montiert, der Tankrucksack mit den Papieren und Schlüssel wurde aus einem abgeschlossen Container geholt, alles SUPER! Und das alles für 350,-€! Unglaublich, kann ich nur weiterempfehlen!
Das Fahren hier ist kein Problem, ist nicht so raschelig wie in anderen großen Städten, nur muss man fürchterlich aufpassen, der Asphalt ist wahnsinnig glatt, es besteht eine riesige Rutschgefahr. Im Regen möchte ich gar nicht hier fahren.
Zu Fuss gings dann wieder in die Stadt, hatten Glück, dass die wunderschöne markthalle noch auf hatte. Eine tolle Auswahl an Obst, Gemüse, Fisch und natürlich auch Schinken. Mussten natürlich etwas Schinken ud Chorizzo kaufen für den kleinen am Abend.
Danach haben wir die Kathedrale besichtigt, eine schöne Kirche, aber anders als die meisten, die wir in Rom gesehen haben. Auch pompös, aber anders. Ich kann es nicht beschreiben.

Catedral

Sehenswert ist auch das Picasso Museum, Malaga ist der Geburtsort Picassos. Die meisten Werke stammen aus dem frühen und ganz spätem Schaffen des Künstlers, die schönsten Kunstwerke stehen allerdings in Madrid, aber nicht hier. Trotzdem ein Muss.

Für heute stand die erste Motorradtour nach Ronda auf dem Plan. Alles klappte sehr gut, das Navi eingeschaltet, und los. Nur was das Navi nicht wissen konnte, dass es hier eine Unmenge von Baustellen gibt wegen der Erweiterung der U-Bahn! Nach einigen Irrungen und Wirrungen waren wir dann doch auf der richtigen Strasse, hurra! Störend war nur der heftige Wind, der sich ausserhalb der Stadt doch als sehr sehr unangenehm herausstellte.
Während einer kleinen „Sammlungspause“ und Blick auf die Wettervorhersge von Böen bis 100 km/h kame wir zu dem Entschluss, die Tour auf morgen zu verschieben, bei weniger Wind!
Irgendwann wird man doch vernünftig. 🙂

Hallo ihr Lieben; heute mal kein Senf von mir erforderlich 🙁 denn die ersten Tücken, wie z.B. am 1. Skitag bis alles zusammen und am richtigen Ort verstaut ist, haben wir mit Bravour bestanden;  man wird im Alter eben klüger und gelassener… 

Und auch den ersten Belastungstest  mit unvorhergesehenen Baustellen in Kombination mit Naviignoranz habe ich erfolgreich gemeistert nach dem Motto: Klappe halten – und schon gar keine weiblichen Kreativinterpretationsversuche starten. Denn Softwareentwickler sind in der Mehrzahl männlich – oder???? Es ist mir jedenfalls geglückt – auch wenn ´s mir schwer fiel…. aber alles im grünen Bereich, sooo kann es weitergehen, hoffentlich morgen bei entspannterem Wetter. Bis BALD

15.04.2017 Bald geht´s los….

Was bisher geschah…
So weit ist alles vorbereitet, die Sprechanlage in die neuen Helme eingebaut und auch schon getestet, die geplanten Touren und Fahrten zu den einzelnen  Zielen ausgearbeitet und ins Navi überspielt, Unterkünfte bis Santiago di Compostela gebucht, es stand nur noch der Transport des Motorrades nach Malaga aus.

Und der sollte ja am 12.04. über die Bühne gehe, wie auch kurz vorher noch vom Spediteur bestätigt. Aber trotzdem stieg bei mir die Anspannung, ob es denn auch so funktioniert wie gedacht. Zumal ich keine Info hatte, wann denn der Wagen bei uns sein sollte.
Der 12.04 kam, war morgens schon relativ früh auf den Beinen, leicht nervös. Der Vormittag verging, kein Anzeichen irgendeines Transportmittels . Die Nervösität wurde noch größer, als ich nachmittags vergeblich versucht hatte, den Spediteur telefonisch zu erreichen. Meine Gedanken kreisten nur um das Thema: Was mache ich, wenn es denn doch nicht klappt, trotz allem Optimismus. Ich sah mich schon Karfreitags auf dem Moped Richtung Malaga, sind ca. 2.400km, um mich dann am Dienstag mit den BAS (Beste aller Sozia) in Malaga zu treffen. Dann wieder Anruf beim Spediteur, und ich erhielt die Info, dass ein Problem mit dem Auto sei, aber er mich sofort zurückrufe, wenn er neue Info hätte.
Aber es kam kein Anruf, so ein Mist.
Abends noch eine mail geschrieben mit Bitte um weitere Info.
Und morgens war dann in meinem Postfach die Antwort (von 23:15 Uhr), der Fahrer sei unterwegs, wann er denn bei uns klingeln dürfe.
Und als ich aus dem Küchnfenster schaute, stand da ein Transporter mit polnischem Kennzeichen. Kurze Überlegung, kann nur für uns sein, also raus, und richtig, er wars!!!!! ein kleiner Stein fiel mir vom Herzen!
Aber als der Fahrer dann die Plane aufschlug, was bei einer Körpergröße von 1,60m nicht so einfach war, und ein Blick auf die Ladefläche, zack, war der kurz vorher gefallene Stein wieder da. Und die Fahrschiene an der Ladefläche sah auch nicht so vertrauenserweckend aus, und ein blödes Gefühl bemächtigte sich meiner:“ wie kriegen wir die Maschine da hoch, sind ja fast 240kg, hoffentlich fällt da nichts um.“
Ein tiefes Durchatmen, und es klappte besser als befürchtet. Es gab auch einen Halter für das Vorderrrad, nur noch festzurren. Der junge Mann sprach jedenfalls kein Deutsch, kein Englisch, und ich kann kein polnisch. Aber ein bisschen Erfahrung, wie man ein Motorrad verzurrt, hatte ich ja schon, bei 3-maligem Abschleppen in der Vergangenheit :-). Die vorhandenen Zurrgurte zu enddröseln überließ ich dem Fahrer, und irgendwie haben wir die Maschine stabil bekommen.

Unser Motorrad ist verzurrt

Beim Ausfüllen der Transportpapiere erfuhr ich, daß der Fahrer aus der Ukraine kommt. Und Russisch kann ich auch nicht.
Positiv war, dass die Empfangsadresse mit der Adresse übereinstimmte, die ich vorab schon erhalten hatte. Mit Hilfe von Gebärdensprache und Google-translator meinte der Fahrer, er sei so Ostersonntag- oder montag in Malaga.
Und so langsam legte sich meine Anspannung, es wird schon klappen.

Hallo, hier bin ich, die BAS!!! An meiner Schriftart sollt ihr mich erkennen, denn ich habe mir für diese Fahrt fest vorgenommen, meinen Senf öfter dazu zu geben. – Eben um die feminine Note stärker einzubringen. Ich bin ja auch irgendwie involviert. –

Die Vorbereitungsphase war schon recht aufregend, Anspannung zunächst recht ausgiebig bei meinem BAF (Bester aller Fahrer) in bezug auf den Transport. Es kam mir vor wie : KLEIN-REINHARD wartet aufs Christkind, oder doch auf den Nikolaus??? Gibt es ein böses Erwachen? Schon bevor wir loskommen???

Meine Anspannung stieg erst beim Packen: zuerst nach dem Motto „nice to have“, dann schlich sich jeden Tag/Nacht die Vernunft ein und ich habe mich Tag für Tag von ein paar mehr Klamotten getrennt 🙁  Man lernt Bescheidenheit – und sich auf das WESENTLICHE zu konzentrieren. 

Mal sehen, wie viele Pakete wir dieses Mal zurückschicken????

Bis bald, ich bin schon völlig aufgeregt.

 

2017 – Iberische Halbinsel – Die Vorbereitung

Nach der erfolgreichen Tour durchs Baltikum und Polen haben wir uns vorgenommen, in diesem Jahr um die Iberische Halbinsel zu fahren.

Zuerst wurde geklärt, wann wir denn fahren sollen, denn im Sommer ist es ganz schön heiss in Spanien, ist ja bekannt. Also haben wir uns für einen Beginn der Tour im April entschieden, beginnend mit der Südküste bis zur Algarve, dann nach Portugal und von dort weiter entlang der nordspanischen Küste und natürlich durch die Pyrenäen.

 

Wobei eine Anfahrt nach Spanien über die Alpen ist nicht so prickelnd, es kann dort noch ganz schön kalt sein. Und der Autoreisezug nach Narbonne in Südfrankreich wurde ja erfolgreich von der DB eingestellt! Was tun?
Es erfolgte die Suche nach einer Spedition, um das Motorrad per Transporter bis Barcelona zu verschicken, und wir würden mit dem Flieger anreisen und das Mopped Ort in Empfang nehmen. Tolle Idee! In den einschlägigen Fachzeitschriften gibt es ja jede Menge von Adressen oder im Internet, kein Problem. Dachte ich -:)

Ich habe dann gelernt, dass fast alle Anbieter erst im Mai mit den Transporten anfangen, und für ein Motorrad, das mache man schon gar nicht. Da stand ich nun…..
Im Internet drängte sich immer eine Platform auf mit dem Namen „Shiply.com“ mit der Garantie, innerhalb von 3 Stunden die ersten Angebote zu bekommen.??? hab ich dann halt ausprobiert…und richtig, es kamen Angebote von Bottrop bis Barcelona, hurra!
Unsere weiteren Überlegungen waren, warum nicht Andalusien nach Malaga den Transport zu veranlassen, fahren dann nur 3/4 um die Halbinsel. Gesagt, getan. Noch eine Anfrage für den Transport nach Malaga gestartet, schnell Angebote erhalten, und dann festgemacht, wenn auch nicht so überzeugt. Zwischenzeitlich haben wir mehrere Male mit dem Spediteur telefoniert, und nun wissen wir, dass unser Moped Anfang April abgeholt, passt! Flüge sind gebucht, das erste Hotel, passt!

Was die Route ab den Pyrenäen betrifft, da lassen wir uns überraschen, vielleicht entlang der französischen Adriaküste bis in die Alpen, oder auch evtl. nach Korsika/Sardinien mit der Fähre??? Da sind wir wahlfrei. Mal sehen was kommt…..

Ach ja, nach der suboptimalen Lösung, unser Handy als Navi einzusetzen, haben wir uns letztes Jahr ein richtiges Navi gekauft, ein Garmin für Motorradfahrer, und auch schon erfolgreich bei Touren im Sauerland ausprobiert, passt auch. Zwischenzeitlich habe ich schon de Routen programmiert, ein Anpassen an die aktuellen Adressen wie Hotels etc. ist relativ einfach möglich.

Und unsere schon in die Jahren gekommenen Helme haben wir auch ersetzt, diesmal durch Klapphelme von Schuberth, muss allerdings noch die Sena Sprechanlage einbauen.

Aber man muss ja auch als (Fast)Rentner beschäftigt sein……

05.07.2016 – Nachbetrachtung Tour 2016

Jetzt sind wir schon 2 Tage zu Hause, auch schön!
Könnte allerdings schon wieder fahren, wenn es denn im Sauerland etwas schöneres Wetter gäbe, aber damit ist wohl vorläufig nicht zu rechnen.

Wir sind froh, dass wir die Tour durchs Baltikum gemacht haben, haben viele verschiedene Städte und Landschaften gesehen. Dadurch, dass wir uns in den Hauptstädten immer genug Zeit genommen haben, kam es auch zu keinen Stresssituationen.
Auch nach den Hauptstädten folgten immer wieder Orte, in denen es gemächlicher zuging.

Eine Frage kann ich nicht beantworten, die oft gestellte Frage:
„Was hat dir am Besten gefallen?“
Jede Stadt wie Riga, Tallinn,Vilnius oder Danzig hat ihren Reiz, auch die kleineren Städtchen, in denen wir waren. Die Landschaft der Masuren oder auf der Insel Saarema ist auch wunderschön!

Deshalb ist es müßig, einen Favoriten zu benennen, dass würde den anderen Städten oder Landschaften nicht gerecht.

Jetzt muß sich auch die BAS noch mal zu Wort melden:
Zunächst ein dickes, dickes Lob an meinen BAF!!! Ohne seine souveräne  und vorrausschauende Fahrweise hätte ich diese lange Tour bestimmt nicht mitgemacht; ich konnte mich jederzeit sicher fühlen auf dem Rücksitz und die schöne Gegend genießen. So kannte ich es schon von den vergangenen Touren.
Neu war hingegen, daß wir alles ohne Zeitdruck genießen konnten, denn es war eine Fahrt mit „Ende offen“. Wir mußten nicht zum Tag X in dem nächsten Etappenhotel geschweige denn Zuhause sein. Für uns ist das eine neue wunderschöne Erfahrung, die ein zusätzliches Gefühl von „Freiheit und Abenteuer“ geweckt hat. Ich hoffe, wir können das noch oft wiederholen.

Reinhards Hobby war die Dokumentation im Blog, meine Leidenschaft sind die 3275 Fotos, die ich während der Fahrt geschossen habe, zu sondieren und in Fotobücher zu fassen, es wird sicher mehr als einen Band geben. Mein Fokus ist oft ein anderer als der meines Mannes, aber das ist normal und auch legitim,  so lange jeder zu seinem Recht kommt.

Da das für uns kein Problem darstellt, freue ich mich schon auf die nächste große Tour im nächsten Jahr – mal sehen, wo es hingeht und ob ihr dann wieder dabei seid und alles mitverfolgt.

So long
Reinhard und Christel

03.07.2016 – Wieder zu Hause

Jetzt sind wir schon wieder zu Hause, nach insgesamt 7 Wochen fern der Heimat.
Von Usedom sind wir auf direktem Wege nach Scharbeutz zu unseren Freunden, den Güldis gefahren. Und wie das so ist, man quasselt sehr viel, und ruckzuck ist die Zeit schon wieder rum. Wir hatten vor, schon Samstags nach Hause zu fahren, aber der Wettergott meinte es nicht so gut mit uns an diesem Tage, so dass wir die Heimfahrt auf Sonntag verschoben haben. Statt dessen sind wir am Samstag mit Bertholds Auto zu Christels Freundin Angelika und ihrem Mann gefahren, die ihr Segelschiff z.Z. in Rendsburg liegen haben. Eine schöne Abwechslung und wieder quatschen, quatschen, quatschen. Ein schöner Ausklang dieser langen Tour. Eine weitere Folge war, dass wir den Fußballkrimi gegen Italien in Scharbeutz schauen mussten, bei mäßigem Alk-Konsum allerdings, denn der Rückweg am Sonntag musste noch bewältigt werden.
Dank nochmals an die Güldis für die liebe Gastfreundschaft!

Die Abfahrt am Sonntag bei herrlichem Sonnenschein, alles richtig gemacht!!!
In der Annahme, dass es nicht so voll sei auf den Autobahnen, wurden wir doch vor Hamburg eines Besseren belehrt, ca. 10 km Stau. Super!!
Aber entgegen aller Erfahrung mit deutschen Autofahrern konnte ich mich zwischen der 2. und 3. Spur durchschlängeln, die meisten Autos haben Platz gemacht (auch BMW und Audi Fahrer:-) ), bis halt auf ein paar von den verkniffenen Typen, na ja.
Vor Bremen sind wir allerdings in einen heftigen Schauer gekommen, natürlich kein Regenzeug an, und das Unterstellen unter einem Baum war auch das Gegenteil von trocken.
Aber es war zu verkraften.

Und um 18:30 Uhr waren wir dann in Bottrop, nach ca. 4.500 km Fahrt, und einem Satz „eckiger Motorradreifen“.

Auch schön hier!!!!!!

28.06.2016 – Ein Zeltabend

Heute morgen trauten wir unseren Augen kaum, Regen!!!!
Was soll das denn? Das hatten wir doch gar nicht gebucht 🙂
So haben wir uns dann wieder mal ohne Ziel auf die Socken gemacht, durch den Ort geschlendert. Vorher aber ist Christel ihrem neuen Hobby nachgekommen, Waschen im Urlaub!!
Am frühen Nachmittag riss die Wolkendecke auf und wir hatten noch einen herrlichen Sonnentag.
Wie es sich für jedes Strandbad gehört, gibt es auch hier neben der „Konzertmuschel“ ein Festivalzelt, in dem über die Sommerzeit Veranstaltungen stattfinden. So sind wir mal dorthin, um uns über das Programm zu informieren, denn Fußball machte ja Pause.
Und siehe da, es war ein Konzert für den Abend angesagt mit der Gruppe „Dresen Prahl und Band“. Prahl? Kennen wir doch vom Tatort aus Münster, dieser Axel Prahl?
Ja, es war dieser Axel Prahl gemeint! Also schnell Karten besorgt.
Vor dem Konzert noch ein Besuch in dem Fischrestaurant „Fisch Domke“, war lecker, aber mit Potential nach oben.

Auf der Terrasse von Fisch Domke

Und dann zum Zelt, welches 45 min. vor Beginn schon gut besetzt war. Es passten geschätzt 300 Leute hinein. Uns war nicht klar, was uns erwartet. Bekannt ist, dass Axel Prahl Gitarre spielt, aber wer ist Andreas Dresen? Wir sind eigentlich von einem Rockkonzert augegangen, aber weit gefehlt.
Es war mehr ein Liederabend mit Liedern von Axel Prahl, Rio Reiser und Gerhard Gundermann (bei uns fast unbekannt, aber im Osten ein sehr beliebter Liedermacher, haben wir erst später herausgefunden).
Die Lieder von Axel Prahl haben uns schon beeindruckt, auch seine spielerischen Fähigkeiten an der Gitarre, Respekt. Andreas Dresen war mehr für den Vortrag der Gundermann Lieder zuständig, die uns allerdings wenig sagten.

Dresen Prahl Band

Wohl aber dem übrigen Publikum, welches mehrheitlich aus den östlichen Bundesländern stammte. Den Höhepunkt bildete die zweite Zugabe, in der Axel Prahl auf einer Mandoline eine irische Volksweise spielte, in einer Affengeschwindigkeit und super unterstützt von den übrigen Bandmitgliedern. Chapeau!!! Übrigens, wie Axel Prahl und auch Andreas Dresen durch das Programm führten, humorvoll, einfach klasse. Axel Prahl war genauso, wie wir ihn aus dem Fernsehen kennen, seine Art zu reden und sein Humor. Auch dem Rest der Truppe merkte man an, dass die einen Riesenspaß hatten!

Und zu Hause haben wir dann erst mal ein bisschen gegoogelt, um mehr über die Band zu erfahren, speziell zu Andreas Dresen.
Gut, Axel Prahl kennt man, neu für uns ist, er hatte mal Musik auf Lehramt studiert, und auch als Straßenmusiker in Spanien getingelt.
Andreas Dresen, in Gera geboren (deshalb wohl die Affinität zu Gundermann), Hobbymusiker, im Hauptberuf Filmemacher und Regisseur, mit etlichen Auszeichnungen, bis hin zum Bundesverdienstkreuz! Alle Achtung, da waren ja zwei richtige Schwergewichte unterwegs.
Und die Musik machen die beiden nur nebenbei, daher noch mehr Respekt vor dieser Leistung.
Der Keyborder Jens Quandt produziert Bands und berät bei Filmprojekten, Jürgen Ehle hat in verschieden DDR-Bands gespielt und ist  als Gastmusiker unterwegs. Über den Bassisten Harry Rosswog habe ich nichts herausgefunden. Der Schlagzeuger Nikolai Ziel aber als Band- und Studiomusiker. insgesamt schon hochkarätig besetzt.

Obwohl es nicht ganz unsere Musik ist, alles in Allem ein schöner interessanter Abend.

27.07.2016 – Heringsdorf/Usedom

Wir sind jetzt schon drei Tage hier in Heringsdorf, und die Zeit ist wie im Flug vergangen.
Samstags sind wir erst mal zu der 500m langen Seebrücke gegangen. Ein  phantastischer Blick über die „Pommersche Bucht“, zum Genießen.

Blick von der Seebrücke auf Heringsdorf

Dann sind wir Richtung Norden nach Bansin entlang des Strandes, wieder bei herrlichstem Wetter. (Traue ich schon gar nicht mehr zu sagen, bei dem Wetter zu Hause). Zurück entlang der Strandpromenade, vorbei an herrlichen Villen und Hotels.
Das Highlight ist das Maritim Hotel mit einer Palmendachterrasse.

Hotel Maritim in Heringsdorf, oben eine Palmenetage

Sonntags hieß es zuerst einkaufen (die Supermärkte haben hier auch Sonntags auf), mussten Verpflegung besorgen um einem möglichen Hungerast während des Fußballspiels um 18:00 Uhr vorzubeugen.
Übrigens, ein ganz neues Gefühl, Fußball auf einem deutschen Sender verfolgen zu können. (Wobei es manchmal von Vorteil sein kann, nicht alles zu verstehen, was da so von sich gegeben wird)
Für den Montag haben wir uns dann Fahrräder geliehen, mit Akku-Unterstützung, sind ja auch nicht mehr die Jüngsten.
Und wir hatten Glück, denn im Gegensatz zum Sonntag war es heute relativ ruhig, was das Menschenaufkommen betrifft. Es führt ein sehr gut ausgebauter Radweg entlang der Ostsee bis nach Polen.
Am Grenzübergang zu Polen wurde ein Denkmal zum Gedenken des Beitritts Polens zum Schengenabkommen und der Öffnung der Grenze errichtet.

Denkmal zur Öffnung der Grenze nach dem Beitritt Polens zum Schengenabkommen

Ehemaliges „Niemandsland“ an der Grenze

Da muss man schon einige Zeit verweilen, um sich das alles noch einmal in Erinnerung zu rufen.
Ich tue mich schwer, weitere Bilder einzufügen, denn die „unendlich“ vielen schönen Villen entang der Fahrradstrecke muss man selbst erleben.
Sollten wir nochmals nach Usedom fahren, werden wir bestimt im Örtchen Ahlbeck eine Unterkunft suchen, dieser Ort gefällt uns bisher am Besten.