Samstags in Cordoba, wieder Regen, wie am Tag zuvor. So fuhren wir erst um 13.00 Uhr los, es war kalt (15 Grad), aber trocken. Wir wählten den direkten Weg über die Autobahn, das Fahren über kleinere Strassen haben wir uns erspart. Dank unserer zuverlässigen NT -:)* haben wir das Hotel in einer kleinen Gasse schnell gefunden. Warum ich immer Hotels in den kleinen Gassen suche, erschließt sich mir nicht.
*Ich glaube, sie wird noch während dieser Tour zur BaNT geadelt.
Unser Appartment versetzte uns zunächst in eine kleine Schockstarre, verwohnt, die kleine Küchenzeile äußerst primitiv, und Fenster nur zum Innenhof. Das Bad hatte einen starken Modergeruch, und dann sahen wir die Ursache, der kleine Holzschrank unter dem Waschbecken hatte wohl irgendwann zuviel Wasser abbekommen und moderte vor sich hin. Das war nicht akzeptabel, und nach Rücksprache versprach man uns einen Wohnungswechsel für den nächsten Tag. Hat dann auch geklappt, bezogen ein schönes Appartment, alles gut. Ein Supermarkt auch direkt in der Nähe, was will man mehr.
Der 1. Nachmittag/Abend war geprägt von einer Findungsphase, wo bin ich, wo will ich hin! Und das war nicht so einfach, bei so vielen großen Städten in kurzer Zeit kann man schon mal die Orientierung verlieren. Aber irgendwie haben wir auch etwas zu essen gefunden, und alles war gut. Ich fand Sevilla by night super, es wurde nämlich ganz schnell dunkel und die Laternen und Lichter dafür um so heller. Tolle Impressionen für den Fotoapparat.
Am nächsten Tag haben wir uns dann aufgemacht in die Stadt, sehr viele Leute waren unterwegs, und fast alle festlich herausgeputzt, und dann war klar warum, das „Frühlingsfest Feria de Abril“, ein Folksfest, welches an diesem Tag begann. Deshalb die Aufmachung der Leute, fast alle Frauen in Flamenco Kleidern, die Kinder auch, die Männer in blauen/grauen Anzügen, alle elegant, und mit stolzer Haltung. Das Stadtbild war geprägt von herrlich geschmückten Pferdekutschen, die in Richtung Festgelände fuhren.

Eine prachvolle Kutsche
Da wir nicht genau wussten, wo denn dieses Gelände ist, liefen wir einfach mit.
Unglaublich viele Menschen waren da unterwegs, Massen bewegten sich dorthin, zu Fuß, per Kutsche oder mit Bussen und Taxis. Entsprechend war der Verkehr in der Stadt auch chaotisch.
Das Fest „Feria de Abril“ begann 1847 als Viehmarkt und wurde dann immer mehr zum Volksfest. Das Fest dauert eine Woche und ist jetzt auf dem ehemaligen Expogelände aus 1992 beheimatet.

Das Hauptportal zum Volksfest
Man muss wissen, dass dieses Fest für die Bewohner Sevillas ausgerichtet wird, was bedeutet, das Normalos wie wir keinen Zutritt zu den Buden haben, man muss schon eine Einladung haben, sonst passiert da gar nichts. Die Buden werden von den verschiedensten Vereinen, Firmen etc. gebucht, und wenn man keine Beziehungen hat, läuft da gar nichts! Alle waren individuell eingerichtet und dekoriert mit grossen Bildern, Gardinen usw. Sehr gemütlich .

Eine der vielen Buden auf dem Festgelände
Es gab auch einige Buden/kleine Zelte der Stadt Sevilla, die zwar zugänglich für alle waren, aber entsprechend übervoll waren diese. Es gab keine sonstigen, so wie bei unseren Volksfesten üblich, zusätzlichen Ess-und Getränkestände, und da ist mir der Spass total vergangen, nichts zu essen, nichts zu trinken, grausam. Und wir sind dann schnell raus, um uns zu stärken. Und wir mussten wieder zurück in die Stadt, ca. 30 min. Marsch, und das entgegen der Laufrichtung der enormen Massen, aber wir waren erfolgreich, hurra.
Es war schon gegen 18.00 Uhr, als wir uns auf den Weg zum „Mercado Lonja del Barranco“machten, eine Markthalle umgebaut zu einer Essensmeile mit verschiedensten Gerichten, hatten wir schon am Abend während der Selbstfindungsphase entdeckt. Und wir mussten auch an der Stierkampfarena vorbei, auch hier sehr viel Leute, denn während des Volksfestes finden jeden Tag Stierkämpfe statt.

Der Haupteingang zur Stierkampfarena
Sind Stierkämpfe nicht verboten worden in Spanien?
Meine BAS hatte tagszuvor mir angeboten, als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, entweder mal ein T-Bone Steak (für mich als Vegetarier. 🙂 ), oder eine Flamencoshow oder einen Stierkampf zu schenken. Stierkampf kam gar nicht in Frage, Flamenco hatte ich schon gesehen, und ein T-Bone Steak war da schon eine Option.
Aber als ich da vor der Arena stand und die Leute sah, erfasste mich die Neugier, was die Leute daran so fasziniert. Auch wenn die BAS ein bisschen überrascht war von meiner Idee, egal, ich wollte da hin.
Am Ticketschalter half uns ein netter Franzose wegen der Platzauswahl, und wir haben ein Ticket gekauft. Und dann saßen wir dann da und harrten der Dinge, die auf uns warteten.

Die Zuschauerarena
Manche mögen die Nase rümpfen, Stierkampf gehe gar nicht, aber als die Toreros (2 Männer und eine Frau) einritten, war das schon ein kribbelndes Gefühl. Und das Volk war total enthusiastisch, war auch eine tolle Show die zusammen mit den Pferden angeboten wurde.
Nach dem Ausritt erschien einer dieser Reiter (der Matador) mit seinem Pferd in der Arena, und der erste Stier wurde losgelassen. Er rannte ungestüm in die Arena, angelockt von den Helfern mit ihren wedelnden „capotes“ (die roten oder gelben Tücher), bevor der Matador die Aufmerksamkeit des Stiers an sich riss. Und es folgte ein wilder Angriff auf das Pferd, aber die Symbiose zwischen Reiter und Pferd war äußerst beeindruckend, wie schnell das Pferd wendete, Haken schlug, dann wieder den Stier fixierte, damit der Matador die ersten Stiche setzten konnnte.

Perfektes Timing von Reiter und Pferd

Der Stier wird fixiert
Das Ritual des Stierkampfes besteht aus 3 Phasen, nach jeder Phase wechselte der Matador das Pferd, und dem verwundeten Stier schwanden dann langsam die Kräfte. Ich erspare mir weitere Details bis zum Tode des Stieres, aber die Reitkunst und das Spiel Reiter, Pferd und Stier hatte schon was. Insgesamt fanden 6 Kämpfe statt, das gesamte Spektakel dauerte von 18:30 bis 21.00 Uhr. Ach so, die Kämpfe wurden wohl live übertragen, denn es gab genügend Kameras, die Matadore wurden nach dem Kampf direkt interviewt.
Anschließend gings es dann für uns in den o.g. Markt, sehr leckere Tapas, und zu einem vertretbaren Preis.
Hallo ihr Beiden,
Bis jetzt ist ja alles perfekt ( bis auf kleine NT Probleme ) gut gelaufen. Aber es war ja nicht immer die NT, sondern auch manchmal die falsche Eingabe.
Aber Reinhard, mit dem Vegetarier das kaufe ich dir nicht so recht ab. So gut mit Schinken…. und weiteren Fleichsorten kann man doch nicht vergessen.
Übrigens, die Pferdekutsche wurde von Eseln gezogen.
Alle 6 Kämpfe in der Stierkampfarena waren schon wohl heftig.
Hoffe euch haben die Tapas am Abend gut geschmeckt.
Weitere gute Zeit wünschen die Daffys
Hi Duffies,
Das mit dem Vegetarier ist schon ok, denn Schinken oder Chorizo gelten als fast voll vegetarisch -:), ernähre mich fast nur von Sardinen/Sardellen.
Du hast recht, die einzige Kutsche mit Eseln, sorry, aber die anderen waren richtige Pferde….
Gruss nach Bottrop
Die Aschis