21.08. – Von Schwarzach nach Kitzingen (17 km)

Heute mische ich mal mit – die BaS- obwohl ich ja jetzt schön selber fahre und nicht fahren lasse:

Nach einem ausgiebigen Frühstück und langer Drömmelei mit Toilettengang und Reste-packen ging es heute auf „große Tour“. Umweltbewusst den Motor ausgeschaltet und nach dem Tagesmotto: 2 vor, 1 zurück. Zigarettenpause an gefühlt jeder 2. Bank


Und eine ganz neue Erfahrung: wir schauen uns unterwegs auch mal die Städtchen am Wegesrand an – und haben es nicht bereut. Nach knapp 5 km erreichten wir das Örtchen Dettelbach. Wie sollte es auch anders sein, am Berg gelegen, die erste Straße hatte eine Steigung von 19% ! Das mußte nun auch nicht sein, wir suchten uns eine eigene Route bis oben zur Dorfkirche und wurden mit einem herrlichen Ausblick und einer sehenswerten Kirche belohnt. Die Innenrenovierung war eine äußerst gelungene Kombination von Alt und Moderne.

Weiter ging’s zum nächsten Örtchen, maximal 5km entfernt und wieder ein Abstecher… … … völlig ungewohnt lassen wir uns von allen Radfahrern bereitwillig überholen, nur nicht zu früh am Zielort eintreffen, evtl. noch kein Gepäck da, oder das Zimmer noch nicht fertig?
Aber es war alles ok: eingetroffen ca 12.30h bei herrlichem Sonnenschein durch eine wuselige Fußgängerzone, die Räder geschoben bis zu unserem Hotel. Zimmer fertig, Gepäck vor Ort. Herz was willst du mehr? Ein etwas älteres Hotel mitten in der Stadt und frisch renovierte Zimmer mit einer superschönen Regendusche mit Beleuchtung.

Aber zuerst der Stadtrundgang, bei knapp 30 Grad in der prallen Sonne kein Vergnügen. Außerdem war 14.00h vorbei, die Touris abgefüttert und da es Samstag war, sind auch die Geschäfte geschlossen und die Einheimischen zuhause. Ein ganz anderer Eindruck als bei der Ankunft… Und dann wieder mal die größte Sehenswürdigkeit — die Kreuzes Kapelle von Baltharsar Neumann — wegen Renovierung geschlossen!?! Mein BAF meint: das ist die letzte Kirche, zu der ich hinlatsche…

Dann doch lieber Regendusche und lecker Essen im Hotel. Gut daß wir bei der Ankunft direkt einen Tisch bestellt haben, denn etliche Gäste wurden abgewiesen oder mußten warten. Das ist nichts für meinen BaF.

Der Zauberwürfel

Der „Zauberwürfel“ aus Holz half bei der Registrierung mit und ohne Luca-App und beim Herunterladen von Speise- und Getränkekarte.
Ein wunderschöner lauer Sommerabend, an dem man ohne Pullover bis nach 22.00 h draußen sitzen konnte.
Aber morgen, wie wird es morgen werden??? Dauerregen ist angesagt und dann unsere Fahrt nach Würzburg. Wird unsere Regenausrüstung eingeweiht? Die neuen Regenjacken mit „nur“ 10 000 ccm Wassersäule? Werden sie standhalten? Brauchen wir die Regenhosen und regenfestes Schuhwerk, dass wir im letzten Moment noch zusätzlich eingepackt haben in einem 4. Gepäckstück? Aber ist ja egal, wird doch transportiert und war dann eben nicht umsonst. Fragen über Fragen, die am nächsten Tag von meinem BaF kommentiert werden. — Lassen wir uns überraschen… Es wird keine ruhige Nacht, denn der vorhergesagte Regen schickt schon Vorboten……

20.08 – Von Haßfurt nach Schwarzach (64 km)

Heute stand die lange Fahrt nach Schwarzach an. Nach den Unterlagen sollten es 70 km sein. So weit so gut.
Sind gestern zeitig ins Bett, um am nächsten Tag ausgeruht zu sein. War auch alles gut, bis dann kurz vor 6:00 Uhr morgens Kirchengeläut uns brutal aus dem Schlaf riss.

Wie man weiß, in den bayerischen Dörfern gibt es immer mindestens 2 Kirchen, und diese läuten den Tag um 6:00 Uhr morgens ein, um die Gläubigen zum Angelus- Gebets aufzufordern. Und das war schon sehr intensives Läuten, zumal wir direkt neben der Kirche unser Quartier hatten.

Egal, wir waren wach, und erstmal auf die Wetterapp schauen, denn die Vorschau verhieß abends vorher nichts Gutes. Und siehe da, für den Vormittag war vereinzelt Regen angesagt, dann aber ein Mix aus Sonne und Wolken. Vielleicht haben wir ja Glück.
Nach einem sehr leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg, es war nicht kalt, aber ein leichter Nieselregen war doch präsent.
Für mich, die BaS, gab es vorher noch eine Kombi aus Bäckerei und Metzgerei: sprich Brötchen mit warmem Leberkäs als Reiseproviant für die lange Strecke, damit man dem Hungerast trotzen kann.

Und wir hatten Glück, es klarte schnell auf, die Sonne schien, ein super ausgebauter Radweg, hervorragend asphaltiert, Herz was willst du mehr. Und wir waren sehr schnell in Schweinfurt, die ersten 20 km waren locker geschafft.
Auch der weitere Weg entlang des Main war sehr schön, hat unheimlich viel Spass gemacht.

Und so waren wir doch relativ zügig nach einer „Zwangsüberquerung“ des Mains in Volkach.
Volkach war eigentlich unser Etappenziel, aber es gab dort keine Unterkunft mehr, so dass wir nach Schwarzau weiterfahren mußten.

Fähre in Wipfeld

Aber wir haben es uns nicht nehmen lassen, einen kleinen Abstecher nach Volkach zu machen.
Ein sehr schönes Städtchen, voller Leben, da hätten wir auch gerne übernachtet….

Der Marktplatz von Volkach

Weiter gings nach Schwarzach, entlang des Donaukanals, über Weinberge, und schnell waren wir am Zielort.
Und wir hatten Glück mit unserem Hotel „Flair Hotel zum Benediktiner“, in sehr schönes Zimmer, Herz was willst du mehr. Und wir sind nur 64 km anstatt der angesagten 70 km gefahren, keine Schmerzen, alles easy.

Der Ort an sich ist nicht der Brüller, ein Highlight ist das Benediktinerkloster „Abtei Münsterschwarzach“, eine tolle Anlage mit einer riesigen Kirche, romanischer Stil, also schlicht gehalten. In dem Kloster sind ca. 60 Mönche untergebracht.
Zu dem Areal gehören ein Gymnasium, Werkstätten, Gastunterkünfte, Seminarräume, Sportstätten und noch etliches mehr. Sehr sehenswert. Mehr ist auch nicht in dem Ort.

Aber wir haben hervorragend zu Abend gegessen, in dem zu unserem Hotel angeschlossenen „Gasthaus zum Benediktiner“. Und was ißt man im Frankenland?

Genau, Schweineschäufele, ein Gericht, was man unbedingt gegessen haben muss, als Stärkung für morgen, die schweren 17 km bis Kitzingen….

Für morgen sind 26 Grad bei eitlem Sonnenschein angesagt, allerdings für Sonntag nach Würzburg werden wohl unsere Regensachen zum Einsatz kommen….

19.08 – Von Bamberg nach Haßfurt (37 km)

Unsere erste Etappe steht an. Auf dem Mainradweg nach Haßfurt. Zuerst allerdings der Blick aufs Wetter. Der Himmel ist bewölkt, aber die einschlägigen Wetterapps versprachen keinen Regen. Auch die Außentemperaturen liessen nichts Schlimmes erwarten.

So haben wir dann entsprechend unsere Kleidung aufs Fahrrad gepackt, denn zur Erinnerung, unser normales Gepäck soll um 9:00 Uhr schon in der Lobby sein zum Weitertransport ins nächste Hotel.

Nach einem sehr guten Frühstück haben wir uns reisefertig gemacht, das Wetter war so komisch, nicht kalt, aber kein Regen.

Übrigens, unser Gepäck war wirklich schon kurz nach 9:00Uhr abgeholt, deshalb sollte man solche Empfehlungen schon ernst nehmen 🙂

Die ersten Kilometer von Bamberg waren ohne Probleme, schön an der Regnitz entlang, und dann weiter den Main entlang. Tolle Radwege, neu angelegt, auch die parallel verlaufende Bundesstraße schien neu zu sein. Auch führte der Weg durch viele kleine verträumte Dörfchen…. was eigentlich heißt, es gab nur 5-10 Häuser…. aber insgesamt eine schöne Tour.

In Haßfurt sind wir im Altstadthotel untergekommen, direkt in der Altstadt, mit einem separaten Raum für die Fahrräder, eigentlich ein Seminarraum, der umfunktioniert wurde, halt als Fahrradgarage. Und ausreichenden Steckdosen um die Fahrradakkus zu laden, denn unser nächstes Ziel liegt 70 km entfernt

Was soll ich zu Haßfurt sagen, eine kleine Stadt am Main. Damit ist schon viel gesagt, allerdings entgegen der Bayerischen Mentalität gab es nicht einen einzigen Biergarten, nicht eine einzige kleine Kneipe, Nischt.
Dafür 6 Eisdielen, aber davon kann man keinen Durst löschen, aber davon wird man auch nicht satt….traurig. Das erste obligatorische Urlaubseis war dann aber doch fällig.
Sind dann in einer Pizzeria gelandet, war nicht schlecht, aber eine optimale Vorbereitung auf die kommenden 70 km sieht anders aus.

Unser nächstes Ziel Schwarzach ist auch nicht gerade groß, aber die Recherchen bezüglich Nahrungsaufnahme waren dann schon positiv.
Und wegen des Wetters, werden wir sehen, angesagt sind einige vereinzelte Regenfälle, aber was heißt das schon…

18.08 – Bamberg

Wir sind am frühen Nachmittag in Bamberg eingetroffen. Eine ganz entspannte Anreise.

Unser Hotel lag schon zentral, direkt an der Linken Regnitz, und bis zur Altstadt waren es nur ca. 1 km. Also machten wir uns schnell auf den Weg, entlang der Regnitz und vorbei an „Klein Venedig“, kleine Fischerhäuser.

Es ist ja nicht das erstemal, dass wir in Bamberg sind, waren schon vor einigen Jahren mit dem Motorrad in Bamberg, und es hat uns sehr gut gefallen, sind gefühlt jede Straße in der Altstadt entlang geschlendert.

Und so waren wir nicht darauf erpicht, nochmal soviel zu laufen, aber unser erstes Hauptziel war erstmal die Kneipe „Schlenkerla“, die Kneipe mit dem besten Rauchbier der Welt.

Und das Bier hat saugut geschmeckt.
Und zum krönenden Abschluss haben wir noch sehr lecker gegessen, Christel ein „Schäufele“, und ich eine „Rauchhaxe“.
Ein sehr schöner Tag ging zu Ende, und für den nächsten Tag steht die erste Etappe nach Haßfurt an.

Mainradtour vom 18.08 – 30.08.2021

Jetzt geht es bald los. Wir haben uns entschlossen, den August für noch einen Fahrradurlaub zu nutzen.

Der Lahnradweg im Juli 2021 hatte uns so gut gefallen, dass wir uns eine Wiederholung einer solchen sehr gut vorstellen konnten.

Schnell hatten wir uns auf den Mainradweg geeinigt, auch wieder mit dem Organisator Velociped. Interessant war, dass wir uns die Tour selbst zusammenstellen konnten, denn so waren wir in der Lage, uns für Würzburg 2 Tage Zeit zu nehmen.
Und es hat geklappt.

Dem aufmerksamen Leser mag vielleicht aufgefallen zu sein, dass wir von Haßfurt nach Schwarzach eine Strecke von 70 km bewältigen müssen, und den Tag danach bis Kitzingen nur 17 km.

Na ja, in dem von uns gewählten Ort Volkach, der ca. 16 km vor Schwarzach liegt, war leider kein Zimmer mehr frei. Aber das werden wir hinbekommen.

Und wir haben für diese Tour die Unterlagen rechtzeitig erhalten, so dass wir uns schon mit der Strecke vertraut machen konnten, und welche Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke liegen.

Ein Schmankerl gönnen wir uns noch, nach dem Rücktransport nach Bamberg werden wir weiterfahren nach Bayreuth, und dort ein Wochenende verbringen, liegt ja auch in der Nähe.

Ach so, in dem Blog die Geschehnisse des Tages zeitnah zu beschreiben, dazu fehlt einfach die Zeit, aber ich werde mir Mühe geben.



23.07.2021 – Rückreise nach Marburg und Fazit

Für heute stand die Rückführung des Gepäckes und der Räder auf dem Plan.

Ein Kleinbus mit Fahrradanhänger war pünktlich vor dem Hotel, und nach 2,5 Stunden standen wir wieder vor unserem Auto in der Tiefgarage.

Fazit:

Eine wunderschöne Reise, hat riesig viel Spaß gemacht. Die Strecke mit 193 km war jetzt auch nicht allzu lang.

Wir müssen ausdrücklich die Firma Velociped loben, die einen hervorragenden Job gemacht hat, ob bei der Hotelauswahl, den Reiseunterlagen, den Hinweisen zu Corona-Teststellen, Gepäcktransport, einfach super. Kann ich nur weiter empfehlen.

Ich glaube, ich bin für eine Fahrt ins Loiretal gewappnet.

Momentan spricht allerdings die Corona-Entwicklung eine etwas andere Sprache, werden wir wohl aufs nächste Jahr verschieben müssen.

Vielleicht gehts es ja noch einmal in Deutschland auf einen Radwanderweg, mal sehen.

Ich bin dabei – und nehme den BAF mit !!! Er hat die Feuerprobe bestanden, er ist radtourtauglich !

22.07.2021 – Von Bad Ems nach Koblenz (17 km)

Heute machten wir uns auf den Weg nach Koblenz.

Bisher hatten wir keine Neuigkeiten zum Hochwasser in Lahnstein, auch die Rezeption im Hotel hatte keine Informationen.

Die Strecke nach Koblenz mit 17 km ist nicht sehr weit, es gab aber die Möglichkeit, rheinaufwärts bis nach Braubach zu fahren, und von dort mit einem Schiff nach Koblenz zu fahren, was im Reisepreis enthalten war.

Die Reiseagentur hatte empfohlen, vorher bei der Reederei anzurufen und Plätze für Fahrräder reservieren zu lassen. Was wir dann auch getan haben, aber nach 15 min. Warteschleife hieß es dann, das Schiff würde erst um 17:00 in Braubach ablegen, das war uns zu spät.

Das Hochwasser in Lahnstein hatte schon seine Spuren hinterlassen, ein Teil des Radweges war gesperrt, auf dem Weg befanden sich Schlammreste, aber kein Wasser.
Vor uns waren auch Radfahrer, die aber wie Einheimische aussahen, und die sind einfach weitergefahren, und wir dann auch.

Nach der Mündung in den Rhein standen einige Wege unter Wasser, wir konnten aber auf dem höhergelegenen Fußweg weiterfahren.

Vor der Südbrücke nach Koblenz zwang uns doch das Wasser zu einer kleinen Routenänderung, aber das war problemlos.

Und so sind wir dann entlang des Rheins, vorbei am kurfürstlichen Schloss bis zum Deutschen Eck gefahren, dem Ziel unserer Reise.

Das Deutsche Eck mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Der Weg zum Hotel war leicht zu finden, und nach einer Erfrischung sind wir wieder los, in die Altstadt. Aber zuerst zum Schloss, den Schlossgarten anschauen, sah alles schön aus, ok.

Nach einer kurzen Erfrischung bummelten wir durch die Altstadt, die erst auf den 2. Blick ihren Charme entwickelt, aber mittlerweile kam die Müdigkeit. Nach einer Stärkung in einem Brauhaus waren wir schnell wieder im Hotel und so gegen 20.00 Uhr sind wir dann eingeschlafen.

Jetzt will er euch sein Schnitzel XL unterschlagen: Ein riesiger Teller mit einem Berg an Pommes und sage und schreibe 4 (in Worten Vier) Schnitzeln darauf – wobei erst während des Essens das Schnitzel Nr. 5 auftauchte. PUH. Meine L-Version umfaßte 3, wie sich später herausstellte 4 Schnitzel. Hat keiner von uns geschafft.

21.07.2021 – Von Limburg nach Bad Ems (46km)

Für die heutige Etappe nach Bad Ems war vorher das Studium des Roadbooks angesagt.

Das spezielle Augenmerk galt der Steigung bei Holzappel. Durch Bauarbeiten am Lückenschluss im unteren Lahntal wird der gesamte Verkehr ab Geilnau über Holzappel umgeleitet, immerhin eine Steigung von 3,1 km Länge, und der folgenden rasanten Abfahrt bis Lauenburg. Die Strecke wird als sehr gefährlich beurteilt.

Nicht so prickelnd, aber es werden Alternativen angeboten. Entweder mit dem Kanu, das Gepäck und das Rad wird bis Lauenburg mit dem Auto transportiert oder mit der Bahn ab Balduinstein.

Wir haben uns für den Bahntransport entschieden, und das war gut so, innerhalb von 8 Minuten waren wir dann in Lauenburg.

Aber nach Laurenburg führt der Radweg nach 2,5 km in Obernhof steil bergan zum Kloster Arnstein, danach hügelig weiter bis nach Nassau.


Und diese Steigung haben wir eigenständig genommen (oder zumindest versucht). Die BAS hatte ein bisschen Pech, denn bei der Fahrt in den Berg hinein hat sie sich wohl verschaltet, und somit Schwung verloren, was sie dann zum Absteigen zwang. Glücklicherweise konnte sie kurz danach an einer flacheren Stelle etwas Schwung nehmen, wieder aufsteigen und schaffte es unter Aufbietung aller Kräfte doch bis oben.

Die Abfahrt nach Nassau war dann kein Problem mehr, und auch die restlichen Kilometer bis Bad Ems.

Schnell war unser Hotel gefunden, die Zimmer konnten schon bezogen werden, und nach einer Dusche waren wir wieder frisch, um Bad Ems zu erkunden.

Der Kurort Bad Ems war einst Treffpunkt des Hochadels, von dort stammen auch die berühmten Emser Pastillen oder das Emser Salz.

Blick von der Dachterrasse auf Bad Ems

Wir schlenderten entlang der Promenade, beeindruckt von den prächtigen Bauten. Der neue Kurpark lag wie immer auf einem Berg, aber den haben wir uns geschenkt, sind genug schon bergauf/bergab getippelt.

Nach einem sehr leckeren Abendessen bei einem Thailänder nahmen wir noch an der Promenade einen Schlummertrunk, und beschlossen dann, doch mal in der Spielbank hereinzuschauen. Obwohl ich eine kurze Hose und T-Shirt an hatte – gar kein Problem. Die Spielbank besteht aus Automatenplätzen und zwei Roulette-Tischen, die allerdings aufgrund von Corona nicht besetzt waren.
Der Registriervorgang dauerte länger als unser Aufenthalt dort. Egal.

20.07.2021 – Weilburg nach Limburg (40km)

Bisher hatten wir hervorragendes Wetter. Man konnte sich gar nicht vorstellen, wie es 14 Tage vorher ausgesehen haben muss, bei den Unwettern, die niedergegangen sind.

Auf entsprechenden Webseiten des Lahnradweges wurde darüber informiert, dass der Radweg ab Lahnstein gesperrt sei aufgrund von Überflutung.
Die Lahn war zwar voll, aber von Überflutungen war bisher nichts auszumachen.

Da wir aber nichts von unserem Reiseveranstalter gehört hatten, gingen wir davon aus, dass wir die Reise bis zum Ende in Koblenz werden machen können.

Lagen bisher die Corona-Testzentren immer am Weg, so mussten wir in Weilburg erstmal einen längeren Berg hinauffahren, was aber dank der E-Bikes kein großes Problem darstellte.

Die Strecke nach Limburg ist auch super ausgebaut, aber manchmal ist es doch hilfreich, sich im Roadbook die Infos durchzulesen, so dass wir vor Limburg einen etwas anderen Weg nahmen und nicht der Lahn entlang.
Wir unterquerten die berühmte Autobahnbrücke und ICE Lahnbrücke, schon riesige Konstruktionen.

Die imposanten Lahnbrücken

Interessant ist auch, dass die Autofahrer in der Gegend absolute Rücksicht auf Fahrradtouristen nehmen, ist uns einige Male passiert, dass uns Vorfahrt gewährt wurde, obwohl nicht nötig. Im Ruhrgebiet fast unvorstellbar.

Das Hotel in Limburg war jetzt nicht so der Brüller, aber für eine Nacht? Naja.

So machten wir uns auf den Weg, Limburg zu erkunden. Ich wollte unbedingt in den Dom, und natürlich mir den Bau vom Bischof Tebartz von Elst anschauen, der ja in einem Riesenfinanzchaos endete und im Nachgang zum Rücktritt des Bischofs führte.

Der erste Eindruck von Limburg, eine wunderschöne Altstadt, verwinkelt, kleine Gassen, sehr schöne Fachwerkhäuser, und immer bergauf/bergab. Aber daran hatten wir uns ja mittlerweile gewöhnt.

Limburger Dom

Von aussen schon ein mächtiges Gebäude, aber von innen doch eher enttäuschend, vielleicht bin ich durch die Kirchen in Südeuropa auch zu stark geprägt.

Unmittelbar neben dem Dom liegt das Diözesanmuseum mit dem integrierten Bischofshaus, der besagte Neubau.

Das Diözesanmuseum mit dem Bischofshaus

Wir waren schon neugierig, ob man denn das Bischofshaus besichtigen könne, und wir konnten.

Ein Teil des Hauses, die Bibliothek und die Privatkapelle, wurden in das Museum integriert, und so konnten wir einen Eindruck von der Architektur gewinnen, sehr klare Formen, viel Glas, eigentlich minimalistisch.
Das Schlafzimmer und Bad konnten nicht besichtigt werden. Die Museumsangestellten gingen ganz locker mit dem „Skandalbischof“ um, gaben Erklärungen, sehr professionell.

19.07.2021 – Von Wetzlar nach Weilburg (32km)

Nach einem tollen Frühstück ging es zuerst in einen Supermarkt, um ausreichend Nahrungsmittel für die Fahrt zu besorgen, danach zum Corona-Testzentrum.

Es lag ja jetzt keine große Strecke vor uns, die Radwege waren wenig befahren, und so konnten wir es gemütlich angehen lassen.

Es hat schon was, entlang eines Flusses zu fahren, der gemächlich dahin fließt.

Kurz vor Weilburg

Einige Kanufahrer waren unterwegs, an etlichen Stellen konnte man sich Kanus leihen, es war total friedlich.

Und so waren wir sehr früh an unserem Hotel in Weilburg, Hotel Lahnschleife, sehr sehr schön.

Hotel Lahnschleife

Weilburg ist ein kleines Städtchen, aber wie der Name schon sagt, es gibt eine Burg, und die liegt immer auf einem Berg.

Die Burg an sich war nicht so spannend, alles geschlossen, aber es gibt dort einen wunderschönen Schlossgarten, es lohnt sich, diesen anzuschauen. Auch hier, wie überall entlang der Lahn, viele Fachwerkhäuser, ein wunderschönes Bild.

Ein Highlight ist der 195m lange Schiffstunnel quer durch den Mühlberg, der zwischen 1844-47 erbaut wurde, der längste in Europa und heute noch aktiv.

Nicht ganz so einfach gestaltete sich die Suche nach etwas Nahrung, denn Montags haben viele Restaurants geschlossen, bis auf eines, manchmal hat man auch Glück.