18.07.2021 – Marburg nach Wetzlar (54km)

Vorab erst noch ein paar allgemeine Infos:

  • Unser Reisegepäck wurde von der Agentur mit dem Auto ins nächste Hotel transportiert, was sehr angenehm war. Um 09:00 Uhr sollte das Gepäck im Hotelfoyer abgestellt werden.
    Unser Gepäck bestand aus drei Taschen, die sich schon bei unseren Motorradtouren bewährt hatten, eine Tasche für Christel, eine für mich und eine Tasche für „Allgemeines“.
  • Von der Agentur Velociped hatten wir detaillierte Infos zu unseren jeweiligen Unterkünften erhalten, so dass die Hotels leicht zu finden waren.
  • Dazu erhielten wir ein umfangreiches Roadbook mit sehr genauer Beschreibung der Route und am Weg liegenden Sehenswürdigkeiten. Bezüglich der Routenführung muss man sagen, dass der Lahnradweg hervorragend ausgeschildert ist.
  • Die Lage der Corona-Testcentren war auch leicht zu identifizieren. Wir brauchten ja für jedes Hotel einen Test, der nur 24h Gültigkeit hatte, die 14 Tage nach der 2-Impfung waren noch nicht vorbei.


Morgens stellten wir unser Gepäck im Foyer ab, hatten ein leckeres Frühstück, und gut gelaunt ging es an den 1. Abschnitt unserer Tour nach Wetzlar.

Es ging direkt an der Lahn vorbei, auf sehr guten Radwegen, ein bisschen voll, es war ja auch Sonntag. Aber kein Problem, die Strecke war super ausgeschildert, so dass die Querungen der Lahn, der Bundesstrassen und der Zugstrecke kein Problem darstellten. Mit der Zeit hatte man sich daran gewöhnt, auf die Fahrradschilder zu achten, was sonst eigentlich nicht in meinem Fokus stand.

Und so näherten wir uns schnell unserem Hotel in Wetzlar, fanden das Hotel auch sehr zügig, ok., mit einem kleinen Umweg über einen Berg, aber alles in Ordnung.

In unserem Hotel hatten wir einen Luxusunterstellplatz für die Räder, einen Seminarraum, mit ausreichender Anzahl an Steckdosen, so dass wir die Räder laden konnten.

Das Gepäck war schon da, so haben wir schnell geduscht, und uns wieder auf die Socken gemacht.

Wetzlar ist ebenfalls ein sehr schönes Städtchen, natürlich auch wieder etwas hügelig, aber wir haben ja ausreichend Kondition.

Domplatz

Nach einem ausgedehnten Spaziergang stellt sich natürlich auch wieder Hunger und Durst ein, und wir wurden fündig in einem Brauhaus mit einem schönen Blick auf den Dom.

Blick auf die „Alte Lahnbrücke“ und den Dom

Es war ein sehr schöner Biergarten, alles in Selbstbedienung, und so habe ich mir nach gefühlten 2 Monaten mal eine Grillhaxe gegönnt, war sehr, sehr lecker…

Die lang ersehnte Grillhaxe

17.07.2021 – Marburg

Die Anreise mit dem Auto nach Marburg war problemlos.

Unser Hotel in der City haben wir schnell gefunden, nur das mit der Tiefgarage war nicht so einfach, fürchterlich eng, und sehr voll. Nach einigen Ehrenrunden hatten wir dann einen Parkplatz ergattert, Fahrräder abnehmen und in einem separaten Raum konnten wir die Räder sicher abstellen.

Der Fahrrad-Abstellraum

Wir hatten Glück mit der Lage unseres Hotel, direkt am Fuße der Oberstadt (so heißt die Altstadt).

Und es gab einen Aufzug direkt vor unserem Hotel, welch ein Segen….
Nur dass wir den nicht benutzt haben, denn wir sind ja noch gut zu Fuß. So sind wir dann bei herrlichem Wetter per Pedes in die Oberstadt.
Eine sehr schöne Altstadt, viel Fachwerkhäuser, ein toller Marktplatz, lohnenswert…

Und von der Oberstadt natürlich zum noch höher gelegenen Schloss, immer noch Sonne, und Durst…

Vorsorglich hatten wir uns auf dem Weg zum Schloss einen Tisch bestellt zum Abendessen, denn es war sehr voll, Samstags, Superwetter… und das war gut so!

Naja, das Schloss war jetzt nicht so prickelnd, so dass sich der steile Anstieg gelohnt hätte, aber der Ausblick auf das Lahntal war es dann doch wert. Aber immer noch nichts getrunken…

Der Blick auf das Lahntal

Mit der Auswahl unseres Restaurants hatten wir echt Glück, wir bekamen einen Tisch direkt am Marktplatz mit unverbaubarem Blick. Das Essen war gut, es gab etwas zu trinken, Herz was willst du mehr! Na klar: Live Musik

Und nach dem leckeren Abendessen ging es zurück, den Berg hinunter, und wir hatten Glück, dass am Ufer der Lahn ein Gartenlokal auf hatte, mit Live Musik, und so haben wir den Abend dann ausklingen lassen.

16.07.2021 – Kurz vor der Reise ins Lahntal

Wie schon vorher erwähnt, haben wir uns entschlossen, in Zukunft mehr Urlaube mit dem Fahrrad zu verbringen.

Nachdem wir in den vergangenen Jahren schon Urlaube mit dem Fahrrad gemacht haben, wie nach Weimar, in den Spreewald und zum Müritzsee, oder auf die Insel Rügen, kam es uns in den Sinn, anstatt der Sternfahrten doch einmal entlang eines Flusses oder so ähnlich zu fahren.

Radeln von Ort zu Ort, individuell zusammengestellt, so wie wir das auch mit dem Motorrad gemacht haben.
Und es kam der Wunsch von der BAS auf, evtl. mal ins Loire-Tal zu fahren, mit den schönen Schlössern.
Und unsere ersten Recherchen ergaben, dass solche Reisen angeboten werden, mit vorgebuchten Hotels und organisiertem Gepäcktransport usw., ziemlich komfortabel.
Aber gleich nach Frankreich???? Wir sind auch der Sprache nicht ganz so mächtig, es geht, aber…..
Und die Reisezeit, im August haben alle Franzosen Urlaub, da wird es wohl sehr voll, dann vielleicht im September, Fragen über Fragen….

Aber so lange wollte meine BAS nicht mehr warten, einfach mal raus, und zwar schnell, die Corona Zahlen lassen es ja zu, klar, mit den erforderlichen Sicherheitsregeln.

Wir sind schon 2 x geimpft, aber unsere 14 Tage Wartezeit endet erst am 22.07.2021.

Und wir haben uns kurzfristig entschieden, ins Lahntal zu fahren, von Marburg über Wetzlar, Weilburg, Limburg, Bad Ems bis nach Koblenz. Von dort geht es mit einem kleinen Reisebus wieder retour nach Marburg.
Dass man für jedes neue Hotel einen negativen Coronatest benötigt, der allerdings nur 24h Gültigkeit hat, geschenkt. Entsprechende Coronatestzentren haben wir uns mittlerweile mit Hilfe unseres Reiseanbieters herausgesucht, lässt sich organisieren.

Nur das mit den Unwettern der letzten Tage hat auch seine Spuren im Lahntal hinterlassen.
Heute erfuhren wir, dass unterwegs einige Strecken gesperrt sind, wegen drohender Felsabgänge oder Überschwemmung wie in Lahnstein, kurz vor der Mündung der Lahn in den Rhein.

Mal sehen, was passiert, wir halten euch auf dem Laufenden.


Wir werden wieder aktiv

Es ist schon einige Zeit her, dass wir unseren letzten Eintrag gemacht haben.

Bisher hatten wir diesen Blog als reinen Motorradblog benutzt, aber wir haben uns nach reiflicher Überlegung entschieden, keine weiteren Motorradtouren zu unternehmen, haben schon so viel gesehen, und sind der Meinung, es ist genug.

Stattdessen haben wir unsere Liebe zu Fahrradtouren entdeckt, sind im 1. Coronajahr zweimal im Spreewald gewesen. Klar, die Räder haben wir mit dem Auto transportiert, und von unserem Startort Lübbenau haben wir dann Sternfahrten unternommen.

Und es war toll!!!!!

Wie gesagt, unsere nächsten Beiträge werden von Fahrradtouren handeln, und was wir so erlebt haben in der Zeit.

Viel Spass

Die „Italienische Seele“

Wir haben ja jetzt fast 6 Wochen in Italien verbracht, in den verschiedensten Regionen, Sardinien, Sizilien, Neapel, Adria und Südtirol. Und was wir in dieser Zeit so an Eigenarten oder Erstaunlichem erlebt haben, will ich einfach mal festhalten. Ich glaube, es gibt unendlich viel Literatur über die „Italienische Seele“, aber meine Eindrücke sind exclusiv.

  • Fahrschule: Wir haben einige gesehen. Aber was die da lernen, da haben wir unsere eigene Theorie entwickelt. Die Fahrschule dauert nur 3 Tage. Tag 1: warum muss ich die komischen Schilder an der Strasse nicht beachten? Tag 2: Gibt es denn evtl. noch etwas Wichtiges? ( Kurzstunde), Tag 3: Wie schaffe ich es, den linken Arm während der Fahrt aus dem Fenster zu halten, und gleichzeitig mit der rechten Hand zu telefonieren? Und das waren die Hauptkriterien..Prüfung..bestanden.
  • ich kann quatschen wo ich will: egal, ob Leute mit Kinderwagen den Gehweg blockieren, es wird geredet, und laut! Sogar sehr laut! Auch passiert es, wenn sich zwei autofahrende Freunde begegnen, anhalten, quatschen, der blockierte Verkehr dahinter ganz ruhig…..
  • Italia first: so tolerant die Italiener sind, auch immer freundlich, aber sobald man in einer Warteschlange steht, egal, ob an der Funicolar oder an der Theke, man kann sicher sein, dass irgendeiner/e Person italienischen Ursprungs versucht, vorher bedient zu werden.
  • Nochmal Verkehr: wer von rechts kommt aus einer Seitengasse wird problemlos reingelassen, das gilt auch für Autobahnauffahrten. Die Auffahrenden schauen nicht nach links, sondern fahren einfach. Da das alle wissen, klappt es. Nur für uns Deutschen erstmal sehr verwunderlich.
  • Es ist auch normal, entgegengesetzt in die Einbahnstraße zu fahren. Habe ich auch erst lernen müssen. Und wenn Autos oder Roller so mit 10cm Abstand vorbeifahren, das ist normal! Also ruhig bleiben.
  • Lasse in einem Stau niemals ein bisschen Platz, es gibt immer noch ein Auto, welches von der Seite einfach hineinfährt!
  • Verkerhrsregeln sind außer Kraft: wie oben in der Fahrschule gelernt, Schilder sind Schall und Rauch. Ob Geschwindigkeitsbegrenzung oder Überholverbot, ist nur Reklame…. und man muss da mit fahren, sonst geht man unter. Aber alles fließt … auch die verschiedenen Polizeiorgane beachten diese Regeln nicht… warum wir…
  • Das oben gesagte gilt für beiderlei Geschlecht!
  • Ein Höhepunkt: auf der Autobahn nach Neapel überholte ich einen Ford Ka, der rechte hintere Kotflügel hing nur noch an ein paar was auch immer. Musste ich aus Angst, bei ca. 110 km von herumfliegendem Blech getroffen zu werden, überholen. Im Vorbeifahren sah ich, daß die Stoßstange auch total zerzaust war. Lebensgefährlich für die dahinter Fahrenden. Also nichts wie weg!!! Nur, das kleine Mädel hinter dem Steuer überholte uns dann mit ca. 140 km/h kurze Zeit später …..mit den klappernden Teilen….
  • ich sach ma so: In Deutschland hätte man mir schon den Führerschein abgenommen, aber wo kein Kläger, da kein Richter…
  • Kann auch schon mal schief gehen….

Nachbetrachtung

Wir sind ja jetzt schon einige Tage bzw. Wochen wieder zu Hause.

Zu Hause ist es auch sehr schön! Vor allem, wenn man liebe Kinder, liebe Nachbarn und eine liebe Mutter hat, die sich in den vergangenen 8 Wochen rührend um Haus und Garten gekümmert haben. Danke nochmals dafür.

Und wie immer wurde uns die Frage gestellt, wo es denn am schönsten gewesen sei.
Können wir so nicht beantworten, dazu waren die Unterschiede einfach zu groß. Florenz ist jedenfalls eine sehr schöne Stadt, ein mehrtägiger Aufenthalt ist sehr zu empfehlen. Die Inseln Korsika und Sardinien sind total unterschiedlich, Korsika hat eine sehr wilde Landschaft, abwechslungsreich, sehr gute Strassen, ein bisschen teuer (halt Frankreich), Sardinien ist dagegen landschaftlich viel ruhiger, mit sanfteren Bergen, ideal zum Motorradfahren. Sizilien war auch sehr schön, aber von der Insel haben wir zu wenig gesehen. Eine tolle Stadt ist Neapel, wenn man sich denn auf das allgemeine Gewusel einstellen kann. Über den Gardasee braucht man wohl nicht viele Worte verlieren.

Motorradfahrerisch muß man sich halt auf die Verhaltensweisen der lokalen Bevölkerung einstellen können, hat mir am Anfang schon einige Kopfschmerzen bereitet, aber nachher ging es ganz gut, und je weiter man gegen Norden fuhr, wurde es auch zivilisierter.

Verglichen mit der Spanientour des letzten Jahres war es diesmal entspannter, wir hatten nicht so viele Städte, und haben uns mehr Zeit gelassen an den einzelnen Zielen. Und das war gut so!

Ich fand die Tour abwechslungsreich, spannend und an jedem Ort wieder anders und neu. Manchmal kam man an und war sofort „zuhause“ an anderen Orten brauchte es etwas länger, um den Charme der Gegend/der Stadt zu erkennen. Wenn wir ein neues Ziel festgelegt haben, kann mein BaF mit der Feinplanung für die nächste Reise beginnen und mir rechtzeitig Bescheid geben, wann ich packen soll. — ich bin dabei!!! (Und sooo viele Sachen brauche ich auch nicht mehr😉😉😉 ). Ich mache mir jetzt eine mini—max Packliste, die unnötige Auswüchse verhindert. Dann darf ich hoffentlich wieder mitfahren.

Was die nächste längere Tour angeht, haben wir grobe Vorstellungen, vielleicht durch Polen mit den Städten Warschau, Breslau und Krakau. Aber bis dahin ist ja noch einige Zeit…..

11.06.2018 – Unser Abschluss

Das letzte mal hatten wir uns aus dem Pitztal gemeldet. Am letzten Tag haben wir einen kleinen Spaziergang zur „Benny Raich“ Brücke gemacht, die für „Bungee Springen“ hergerichtet ist, die freie Höhe ist immerhin 92 m. Und wir hatten Glück, ein junges Mädel wagte einen Sprung. Mir war nur vom Zuschauen schon schlecht. Respekt, wer da runterspringt. Und nachmittags sind wir dann in die Sauna und den Whirlpool, das tat richtig gut!

3x ÜF in einem relativ großen Hotel mit aber nur 5 Gästen ist eine kuriose Situation und hieß für mich — anders als am Gardasee— 3x nicht schminken!!!

Als nächstes sind wir dann in Marktheidenfeld gelandet, wohl eher dem Zufall geschuldet, denn unser angepeiltes Ziel mit Würzburg konnten wir nicht realisieren, fast alle Hotels ausgebucht. Es gab zwar noch freie Zimmer, aber zu einem horrenden Preis, und den wollten wir nicht bezahlen. So sind wir dann halt in Marktheidenfeld gelandet, in einem sehr schönen Hotel fast direkt am Main gelegen. Ein kleines romantisches Städtchen, und man konnte dort die Seele baumeln lassen. Abends hatte Reinhard für mich die Dorfband auf dem Marktplatz bestellt, zusammen mit Würstchen— und Bierstand. Das ganze Dorf war auf den Beinen, mein BaF kann buchen.😄 Und im Gegensatz zu Arzl waren auch viele Leute im Hotel, man fühlte sich nicht so einsam. Alles in Allem sehr stimmig, könnten uns vorstellen, nochmal dorthin zu fahren als Ausgangspunkt für weitere Motorradtouren. Und wir hatten Glück mit dem Wetter, kein Regen, obwohl um den Ort herum sich immer wieder schwarze Regen/Gewitterwolken bildeten.

So sind wir dann am Sonntag weiter zu unserem letzten Ziel nach Willingen, in unsere altbekannte Pension “Gästehaus Behle Schäperken”. Wir hatten uns vorgenommen, über Landstraßen dorthin zu fahren, denn Autobahnkilometer hatten wir zu genüge gefahren. Der Anfang ging gut, irgendwie haben wir es geschafft, den angesagten Regenwolken aus dem Wege zu gehen. Allerdings wurde unser geplanter Weg durch etliche Strassensperrungen und Kilometer lange Umleitungen komplett über den Haufen geschmissen, die Navigante kam durcheinander, wir hatten auch die Orientierung ein bisschen verloren. Nach 25 km ausgeschilderter Umleitung, zwar eine sehr schöne Strecke, die wir sonst nie gefahren wären, aber dieser Umweg brachte uns unserem Ziel kein bisschen näher. Also eine Orientierungsphase, auf dem schnellsten Weg nach Willingen war dann unsere Entscheidung. Und das war gut so. Kurz vor Marburg wurde der Himmel bedrohlich schwarz, aber irgendwie schafften wir es nur mit einigen Regentropfen durch die Stadt zu kommen. Zwischendurch kam bei uns die Frage auf „Gibt es denn keine App, die einen über Strassensperrungen und die vorgesehen Umleitungen informert?“ Wenn nein, eine evtl. Marktlücke! Müssen wir mal recherchieren😄

Während einer Tankpause machte mich ein Kabriofahrer auf die schwarzen Wolken aufmerksam, wir sollten lieber die Pause verlängern, wenn wir denn Ziel Marburg hätten, er sei gerade durch einen sehr heftigen Schauer gefahren, hatte aber vorher sein Dach geschlossen 😁 In unserer Richtung herrschte eitel Sonnenschein ☀️, klappt doch alles. Allerdings nur bis Korbach, 20 km vor Willingen. Da setzte doch ein heftiges Gewitter ein, und wir schafften es, uns auf einem Aldi Parkplatz unterzustellen. Gott sei Dank, denn es regnete aller heftigst. Bei nachlassendem Regen  haben wir 3-mal den Ansatz gemacht, loszufahren. Aber nur den Ansatz, denn der Regen nahm wieder an Stärke zu. Dann sind wir in die Regenkombis, und starteten los. Der Regen hatte mittlerweile eine Pause gemacht, die 20 km ziehen wir jetzt durch. So nach 2 km kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus, die Straßen absolut trocken, Kopfschütteln. Und so wurden noch nicht einmal unsere Regenkombis nass.

Abends waren wir dann hervorragend essen, im Sauerländer Hof, mit einem frisch gezapftem “Bamberger Schlenkerla”, Herz, was willst du mehr 👍.

Und am Donnerstag fahren wir dann heim, freuen uns auf zu Hause, nach 8 Wochen und fast 6.000 km und einem abgefahrenen Satz Reifen. 🏍😉

 

07.06.2018 – Von Desenzano nach Arzl

Wir haben uns schon einige Zeit nicht mehr gemeldet, zuerst einmal, alles ist ok.

Am letzten Tag in Desenzano sind wir mit der Fähre nach Sirmione gefahren, einer Halbinsel im Süden des Gardasees. Die Fahrtstrecke betrug nur 15min., zu Fuß wären es fast 2 Stunden gewesen. In Sirmione angekommen herrschte ein Trubel wie auf der Cranger Kirmes. Eine sehr schöne Altstadt, mit kleinen Gassen und sehr schönen Häusern und Hotels. Und ich habe noch nie soooo viele Eisdielen unmittelbar neben einander gesehen, ich bezeichne Sirmione als heimliche „Eisdielenhauptstadt“ Italiens. Und ich konnte auch nicht widerstehen, musste mein 1. Eis in diesem Jahr probieren! Ein „Maxieis mit 2 Bällchen“ (wobei die Menge Eis etwa 6 Bällchen nach unseren Verhältnissen entsprach). Ein wahrhafter Genuss! Allerdings wurde die Freude durch einsetzenden Regen getrübt, und wir konnten noch einen trockenen Platz in einem Cafe ergattern. Nach einiger Wartezeit gings wieder zurück nach Desenzano, ein kurzer Ausflug, hat sich aber gelohnt, allein schon wegen des Eises.

Abends bei der Restaurantsuche hatten wir Glück, denn viele Restaurants waren geschlossen, von den italienischen Touris vom Wochenende war nicht mehr viel zu sehen, so landeten wir in dem Restaurant „Alessi“, saßen in einem wunderschönen Innenhof und haben wirklich sehr gut gegessen, zu einem annehmbaren Preis. Sollte jemand mal in die Gegend kommen, unbedingt das Restaurant ausprobieren.

Ich hatte die beste Pasta (genauer gesagt Trüffelravioli) der ganzen Reise. Und Reinhard sein langersehntes gutgegrilltes Stück „Männerfleisch“. 

Dienstag ging es dann weiter Richtung Tirol, nach Arzl, in der Nähe von Imst. Bei schönem Wetter fuhren wir zunächst entlang der Ostküste des Gardasees, eine sehr schöne Strecke, die in vielen Bereichen direkt am See entlang führt und einen sehr schönen Blick auf den See erlaubt. Der Verkehr hielt sich in Grenzen, anders als am Wochenende, und wenn man so fährt wie die Italiener, kommt man dann doch einigermaßen zügig voran 😜 (wäre in Deutschland unvorstellbar). Der Rest der Strecke über den Reschenpass ging problemlos. Etwas hätte ich beinahe vergessen. Wir fuhren auch über die Autobahn bis Bozen, bevor es Richtung Meran ging. An der Mautstelle in Bozen vertrauten wir auf unsere Routine, Ticket in den Automat, Creditkarte hinterher, freie Fahrt. Nur an dieser Stelle wollte der Automat das Ticket nicht lesen, nach dem x-ten Versuch ging auf einmal die Schranke hoch, und wir fuhren weiter ohne bezahlen zu müssen……Komisch, aber vielleicht kommt ja noch eine Aufforderung zur Zahlung der Mautgebühren nach Deutschland, denn alles ist ja Video überwacht, mal sehen.

Den Ort Arzl kennen wir schon von einem vorherigen Urlaub, eignet sich hervorrand als Ausgangspunkt für Motorradtouren. Diesmal sind wir im Hotel „Montana“ untergekommen, mit Halbpension. Und das war gut, denn in dem Örtchen ist auch noch fast alles geschlossen. Und das Abendessen mit 4 Gängen ist sehr lecker!

Aber bald ist genug mit Schlemmen und Eischen und Bierchen, zuhause ist erst mal wieder „Schonkost“ angesagt, ich kann nämlich schon wieder bei jedem kleinen „Rollenspiel um die Hüften“ teilnehmen. Die Castingrunde überstehe ich locker😘😜. ABER ICH BEREUE NICHTS. 

Die Wettervorhersage versprach für Mittwoch noch einigermaßen gutes Wetter mit Regenschauern, ab Donnerstag sollte es schlechter werden, und ab Freitag dann Regen, eigentlich unser Abfahrtstag Richtung Deutschland. So schwangen wir uns noch einmal aufs Motorrad, über die „Pillerhöhen“, einer tollen Strecke mit engen Straßen und etlichen Kurven, bis zur Landstraße Richtung Landeck. Endlich wieder auf einer freien Strecke, konnte man wieder Gas geben, natürlich im angemessenen Rahmen.

Dann, kurz nach einem Ortseingang, winkte ein österreichischer Polizist uns heraus. Warum das denn? Es gab eine schnelle Aufklärung. Ich war wohl zu schnell, mit gemessenen 74 km/h soll ich in das Örtchen gefahren sein. Ich??? Kaum zu glauben, lag vielleicht noch am Italienflow. Egal, mir wurde erklärt, daß bei gemessenen Geschwindigkeit abzüglich Toleranz von 3 km/h ein Bussgeld von 50,-€ fällig sei. Sollte ich die Messung anzweifeln, müsste er eine Anzeige schreiben. Ich könne das Geld bar oder mit Karte direkt vor Ort bezahlen. Was soll man da diskutieren? Die Polizisten waren sehr freundlich, aber bestimmend. Also habe ich den Obolus an den Österreichischen Staat entrichtet.

Italien hat doch seine eigenen „Gesetze“ oder besser gesagt KEINE. Da muß man erst mal wieder runter kommen auf den Boden der mitteleuropäischen Verkehhrsregeln/—toleranzen, wobei letztere sehr gering sind. 

Um 50,-€ ärmer setzten wir unsere Fahrt zu unserem nächsten Teilziel fort, durchs Paznauntal zum Silvrettasee. Die Fahrt durch Ischgl, sonst das Mallorca der Alpen, erwies sich als trostlos. Die meisten Hotels und Geschäfte waren geschlossen, überall wurde restauriert. Nicht schön, aber verständlich, denn die Wintersaison in Ischgl geht bis Anfang Mai. Danach brauchen die Einheimischen wohl erst einmal eine Auszeit. Die Fahrt zum Silvrettapass (wieder 12,-€ Maut) führte durch eine tolle Hochebene, bevor es dann mit 30 Serpentinen ins Montafon ging. Unsere Strecke führte uns dann 37 km von Bludenz über sehr steile Straßen zum „Faschinapass“ durchs Große Walsertal weiter bis nach Au. Eine traumhafte Strecke! Der nächste Haltepunkt war dann der Skinobelort „Lech“, auch hier nichts zu sehen von irgendwelchen Touris, so trostlos wie in Ischgl. Ist halt der Jahreszeit geschuldet.

Eine insgesamt sehr, sehr schöne Tour, und das bei herrlichem Wetter, der angesagte Regen blieb aus, alles richtig gemacht!

Unsere weiteren Planungen sehen vor, dass wir uns am Freitag in Richtung Würzburg bewegen. Wir wollten uns Würzburg anschauen, aber es gibt dort keine Hotels, einige schon, die aber den Budgetrahmen sprengen. Und das wollen wir dann nicht! Werden eine Unterkunft irgendwo in der Nähe suchen. Zum Ende sind dann nochmal einige Tage in Willingen angesagt, aus alter Tradition heraus.

Das ist schon fast wie Zuhause!!!

02.06.2018 – Desenzano

Gestern haben wir es dann mal ruhig angehen lassen, sind bei doch hohen Temperaturen um die 30‘ durch das kleine, aber sehr feine Städtchen Desenzano geschlendert. Gut, dies ist ein reiner Touriort, aber schön gemacht, schöne Geschäfte, Eisdielen (für die BaS), alles sauber und aufgräumt. Auch die Essenspreise halten sich im Rahmen. Und abends machen wir dann unseren romantischen Spaziergang, entlang des Hafens und der Umgebung.

Da der Ort nicht der größte ist, hatten wir uns für heute mal einen Motorradtrip entlang der Westküste des Gardasees vorgenommen, und dann weiter Richtung Westen zum Lago d‘Idro. Ich hatte den Abend vorher die Strecke ins Navi eingegeben, alles perfekt.

Man ahnt es schon, irgend etwas muss noch passieren! Wichtig, unser Motorrad stand noch an der gleichen Stelle wie zuvor verlassen, und alles dran. Schnell noch getankt, dann Richtung Westküste. Nur…… heute ist Samstag, dazu noch ein Nationalfeiertag, was bedeutete, die Idee, doch mal an die Westküste das Gardasees zu fahren, hatten wohl auch tausende italienische Landsleute, und auch etliche Touris. Dazu kamen noch die etwa alle 400m eingebauten Kreisverkehre, die man sehr wohl als „Bootlenecks“ bezeichnen kann. Denn hier hält man sich noch an Verkehrsregeln, anders als in Neapel, aber dort wäre der Verkehr noch einigermassen flüssig weitergegangen. Und was ich mich bis dato nicht so richtig traute, an den Schlangen links vorbeizufahren, aber diesmal bin ich über meinen Schatten gesprungen, und immer wenn es denn ging, links an der Schlange vorbei, der Gegenverkehr gab auch genug Platz, und die italienischen Autofahrer machten immer Platz. Und wer nicht? Klar, die Deutschen und andere Touris, die mit Mietwagen unterwegs waren, konnte man eindeutig an der Fahrweise erkennen.

Aber irgendwann wurde es doch zuviel für uns, wir sind dann nach 1,5 Stunden Stop-and Go aus einem Kreisverkehr raus, erstmal durchschnaufen. Und wir entschieden, auf den Gardasee zu verzichten und direkt zum Lago d‘ Idro zu fahren. Welch eine Wonne, kaum Autos, freie Fahrt….Auf halber Strecke konnten wir auch direkt bis zum Ufer fahren, ein sehr schöner Bergsee, ruhiger, anders als der Gardasee. Und ein Blick zum Himmel verhieß aber nichts gutes, also auf direktem Weg nach Desenzano zurück und kaum Verkehr.

01.06.2018 – Desenzano, Gardasee

Vor uns lagen ca. 340 km, hauptsächlich Autobahn. Und das war gut so, denn bei dieser Affenhitze sich noch auf Landstrassen und durch verstopfte Städte quälen, das brauchten wir nicht. Hat alles gut geklappt, ein bisschen voll vor Bologna und dem Abzweig Richtung Gardasee, aber sonst ok.

Die Ausfahrt Desenzano mit der Mautstation (stattliche 23,-€ für 325km) ging auch reibungslos, und schwupp, kurz danach standen wir im Stau. Durch die Neapelerfahrung gestärkt, einfach vorbeifahren, wo sich denn eine Lücke auftut, brachte uns ein bisschen nach vorne. Bis die Navitante sich anschickte, uns durch wieder mal kleine Gassen und Einbahnstraßen  zu schicken. Den Höhepunkt bildete allerdings wieder eine ca. 500m lange Fahrt durch eine bevölkerte Fußgängerzone. Kannten wir doch vom letzten Jahr in Spanien? Und es hat keiner gemeckert. Wohlgemerkt, wir hatten eine Unterkunft in der Fußgängerzone gebucht, war schon alles ok, aber der kürzere Weg wäre von der anderen Seite gewesen, nur ca. 50m……warum das Garmin Gerät,das macht, erschließt sich mir immer weniger. Irgendwo ist da was nicht richtig. Ich habe alle Voreinstellungen auch schon geprüft und geändert, hilft nix. (Soll aber beim Tom-Tom Navi ähnlich sein, wie uns andere Motorradfahrer berichteten). Also immer wieder die Strecke und die Anfahrt vor Fahrtantritt prüfen……

Und dann standen wir in der Fußgängerzone und trafen dann den „Steward“ der Vermittlungsagentur. Er schaute ein bisschen skeptisch auf das Motorrad, und auf meine Frage, wo denn der „sichere Abstellplatz“ sei, schaute er noch skeptischer und bedeutete mir, es gäbe keinen. Könne das Motorrad so 100m weiter abstellen, passiert nichts. Und ich hatte morgens nochmal nachgefragt wegen des Parkens, alles wäre ok. Ich glaube, ich werde doch nochmal mit der Agentur in einen Disput treten. 😀 steht ja auch in den Beschreibungen von Booking.com.

Jedenfalles erklärte uns der Steward alles in einem sehr guten Englisch, und bei Bedarf können wir jederzeit anrufen. Die Wohnung ist ganz nett, nur ein bisschen duster, und leider kein Balkon, dafür aber eine Waschmaschine. Schnell die Sachen ausräumen, und dann mein Motorrad an den sicheren Platz bringen. Der mir gezeigte Weg klappte nicht so ganz, wegen der Einbahnstraßen, in Neapel kein Thema, aber hier fahren die Menschen schon eindeutig gesitterter, zuviel Deutsche und Österreicher… habe dann nach einer weiteren kleinen Irrfahrt ein Plätzchen gefunden, ein ausgewiesener Motorradparkplatz, zwar nicht gesichert, aber kostenfrei😜

Dann kam der Versuch, sich ins Wlan einzuwählen. Die Infomappe zur Wohnung enthielt auch diese Info, ausdrücklich mit dem Hinweis, die Gross – und Kleinschreibung zu beachten. Und die ersten Versuche misslangen, und weitere… das genannte Netzwerk gibt es nicht, nur so ähnlich lautend, alle probiert, fängt ja schon gut an….kein Parkplatz, kein Wlan….den Steward angerufen….

Wir sind dann erst mal einkaufen fürs Frühstück und Basissachen, der empfohlene Lebensmittelhändler hatte kaum etwas, was wir brauchten, also sind noch 1,3 km weiter bis zu einem Supermarkt gelaufen. Unterwegs meldete sich der Steward mit Vorschlag, den Strom abzuschalten, und dann wieder ein….(ist eigentlich ein „uraltes“Vorgehen), ging aber nicht, waren unterwegs, und die BaS hatte schon die erste Waschmaschine laufen.

Wieder nach Hause, mit den schweren Taschen. Alles gut verstaut, Waschmaschine mußte eben noch schleudern, dann Strom aus, so 5 Sek. warten, wieder einschalten…..immer noch kein Internet. So ein Mist! Irgendwie ist man schon abhängig von diesem Medium, aber früher hatten wir auch stapelweise Karten und anderes Infomaterial. Aber warum wie früher, ging bisher auf der ganzen Fahrt ganz gut, und hier nicht????

Wieder eine Info an den „Steward“, nix läuft, per „What’s App“.

Dann machten wir uns auf zu einem Abendspaziergang durch das Städtchen. Ein wirklich schöner Ort am Gardasee, zwar viele Touris, auch aus Italien, aber ein sehr angenehmes Ambiente. Unser Essen war auch ok, in einer Seitengasse, und zu für uns inzwischen normalen Preisen.

Der Höhepunkt war dann das „romantische Sitzen auf einer Bank“, mit Blick auf den See.💗 Soviel Romantik, ein bisschen viel Aufregung die letzten Stunden, waren doch schon ermüdend, also früh ins Bett, nicht ohne den Fernseher auszuprobieren. Wie es immer ist, die Batterien schon leicht korrodiert, auch hier lief nix. Das Internet sowieso nicht😫. Und ann brachte ich den Fernseher zum Laufen, und was sehe ich, russisches Fernsehen, per Satellit. Die Reaktionszeit des Fernsehers auf die Fernbedienung lag bei 5 sek., um einen anderen Kanal zu wählen. …..mehr sag ich nicht, aber um das ZDF zu finden, bei 8.000 Kanälen x 5 sek = 40.000 sek. => fast 660 min. oder 11 Stunden…und das Internet ging immer noch nicht…..

Morgens war ich schon ganz früh wach….Internet ging immer noch nicht. Um 9:00 nochmals eine Nachricht….und dann kam die erste Info: ich solle den 1. Buchstaben, der eindeutig mit einem Großbuchstaben geschrieben war, durch einen „kleinen“ Buchstaben ersetzten. ??????? Wollen die mich auf die Rolle schieben????? Aber es ging auf einmal, ein Wunder, ein Wunder….und vielleicht könne ich das ja auch in der „Infomappe“ ändern……was haben denn die Leute gemacht, die vor uns hier waren…..egal, es klappt…..

Sonst hättet ihr auch noch länger auf diesen Bericht warten müssen!😘