25.05.2108 – Erste Ausfahrt in den Norden Korsikas

Für heute hatten wir uns die erste Ausfahrt vorgenommen. Geplant waren ca. 300 km an der Westkueste entlang bis zum noerdlichen Zipfel  Korsikas, dann entlang der Westküste über Bastia einmal quer über die Berge wieder nach Calvi.
Kurz nach Calvi sind wir dann rechts über die D71 erstmals in die Berge eingebogen. Für Motorradfahrer wieder ein Traum, gut ausgebaute Straßen, kaum Verkehr und eine tolle Berglandschaft. (Mich hat der Duft der Macchia  begeistert, frische Blüten und Kräuter in unendlicher Vielfalt. Ein Erlebnis für Seele und Geist).  Ein Riesenspaß! Nach 25 km war dieser Spaß erstmal vorbei, wir mußten über die Küstenstraße T 30, sehr gut ausgebaut, aber nicht so prickelnd, bis zum Abzweig D81 nach St.-Florent. Die 23 km bis St.-Florent waren der gleiche Spaß wie schon vorher beschrieben, und das bei herrlichem Wetter, sonnig, ca. 22 Grad. Dort haben wir erstmal eine kleine Pause eingelegt, mit uns auch etliche andere Motorradfahrer. Die meisten Motorradfahrer kamen aus Italien, vereinzelt auch französische  Gruppen, aber keine Deutschen. Der Blick auf die Uhr zeigte uns, daß wir nach ca. 2 Stunden Fahrt erst ca. 72 km zurückgelegt hatten, ein Stundenmittel von 36 km/h. Da hatten wir ja noch einiges vor uns.
Egal, mit frischen Kräften sind wir dann der D80 Richtung Norden gefolgt. Die Straße führt entlang der Ostküste durch die Berge, schroffe Abhänge, mal auf Seeniveau, mal wieder auf 600m Höhe, ein einziges Spektakel. Man mochte es kaum glauben, aber es gab kaum einen Streckenabschnitt, der einem Zeit ließ, mal etwas durchzuatmen. Diese fast 60 km hatten es wirklich in sich. Gebraucht haben wir fast 2 Stunden für diesen Abschnitt. Entsprechend fühlte ich mich auch, 2 Stunden volle Konzentration waren doch ganz schön anstrengend. Leider habe ich nicht viel von der atemberaubenden Kulisse um mich herum mitbekommen, aber meine BaS hielt mich auf dem Laufenden. Ich beschreibe das Erlebte wie 2 Stunden permanentes Achterbahnfahren: permanente Kurven, bergauf -bergab…. Mir ist noch nie schlecht geworden beim Kurvenfahren, jetzt war ich knapp an Seekrankheit. Am nächsten Tag zum ersten Mal Muskelkater im Lendenwirbelbereich, das war mir noch nie passiert. Aber die Gegend war traumhaft. Habe noch nie sooo viel färbende Felsformationen gesehen: grau, grün, rot, braun; alles am gleichen Hang, durch unterschiedliche Metalle bedingt. Und überall volle Blumenpracht, super im Frühling! 
Direkt bis zum Cape Corse zu fahren haben wir uns erpart, sind dann die Westküste Richtung Bastia gefahren. Welch ein Unterschied zu der Strecke vorher. Immer am Meer entlang, kaum Höhenänderungen, Zeit zur Entspannung. Nicht so richtig, denn der Verkehr nahm doch beträchtlich zu. Dazu viele kleine Ortschaften, und in jeder waren mindestens drei s.g. Speedbraeker , um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Haben die auch geschafft, denn fährt man mit ca. 30 km/h über diese Buckel, hört der Spaßfaktor rapide auf, also lieber etwas langsamer. Entsprechend staute sich auch der Verkehr. Wir haben uns darauf geeinigt, ertsmal durch Bastia zu fahren, um dann weiter zu sehen, ob wir nicht von der geplanten Tour abweichen sollten, um weitere Bergpassagen einfach auszuklammern. Zumal der Popometer sich ständig meldete, daß doch langsam genug sei.
Wir hatten noch weitere 90 km vor uns, und so beschlossen wir, über die T10 und T20 über gut ausgebaute Straßen Richtung Calvi zu fahren. Die Strecke kannten wir ja schon. Auch ein Kurvenspaß, allerdings ein bisschen ruhiger als die Bergstrecken.
Also den Gashahn auf, allerdings kaum mehr als die erlaubten  90 km/h auf den Landstraßen. Nur während der Überholvorgänge einiger langsameren Blechdosen fuhr ich ein wenig schneller. Ist ja norrmal. Bei einem Streckenabschnitt kamen uns etliche Autofahrer mit Lichthupenzeichen entgegen, ein Indiz für eine Geschwindigkeitskontrolle. Also runter vom Gas, und bin mit ca. 85 km/h weiter, also unterhalb der erlaubten Geschwindigkeit, und plötzlich ein Blitz. Kann doch nicht sein!! Meine BaS hatte auch gleich die richtigen Kommentare auf Lager, vielleicht gab es ja vorher irgendeine Beschränkung, die wir übersehen hatten usw. Ich war mir keiner Schuld bewußlt!!!!!
Werden nicht in Frankreich auch Fahrzeuge konfisziert wie in der Schweiz oder Italien. Mal sehen ob da noch etwas kommt. Jedenfalls sind wir nach 8 Stunden gut wieder in Calvi angekommen.
Eine tolle Fahrt, so viele Kurven auf einen Haufen sind wir noch nie gefahren.  Wenn es auch anstrengend war, ein Riesenerlebnis. Und dann zu Hause haben wir die leckere Lammkeule (am Vortag von uns zubereitet) richtig genossen.

24.04.2018 – So zwischendurch

Heute haben wir einen ruhigen Tag in Calvi verbracht, ein bisschen rumgelaufen, die obere Stadt an der Burg besichtigt, richtig entspannt. Man merkt, daß die Saison noch nicht begonnen hat, von x-Restaurants ein bisschen ausserhalb des Stadtkerns hatte nur ein Restaurant auf. Und wir haben sehr gut gegessen, nur die Preise des einheimischen Bieres haben doch geschockt.
Für ein Fläschchen Pietra Bier 0,25 L,  lokales Bier neben Gerste mit Kastanien gebraut, werden stolze 5,-EUR verlangt. So haben wir dann gestern Abend mal eben für insgesamt 4 Bier den Gegenwert von 2 Kisten Köpi ausgegeben, wenn es bei Edeka Zurheide im Angebot ist.

Aber nochmal zurück zum Beginn der Reise
Wir hatten ja unsere Motorradkoffer mit der motorradspezifischen Kleidung mit der Kleinspedition verschickt, die Innenleben dann mit uns im Flieger nach Florenz transportiert. Nur die Auswahl, welche Sachen wir denn in den Innenleben transportieren sollen, machte der BaS offensichtlich viel Spaß. Sachen rein, Sachen raus, Diskussionen über die Sachen, die ich mitnehmen soll, und noch dies und das, immer mit dem Hinweis, wir haben ja Platz genug. So habe ich dann 3 kurze Hosen und 2 wärmere Shirts mitgenommen. Zusätzlich hatten wir noch Platz für Salz, Pfeffer, Oregano, eine kleine Flasche Olivenöl und einen Hygienereiniger für die Funktionswäsche.
Als es dann ans Packen ging in Florenz, es mussten ja auch die Sachen in die Koffer, die wir während der Fahrt anhatten, mit verpackt werden, aber die BaS war total optimistisch, daß alles in die Taschen passe. Hat auch gepaßt.
Nur als wir die Innenleben dann in die Seitenkoffer packen wollten, beim 1. Koffer mit Mühen, beim 2. Koffer war es nicht möglich, den Koffer zu schließen. Keine Chance. Also den Seitenkoffer abbauen, und dann versuchen, mit dem Eigengewicht alles soweit zu pressen, dass wir den Koffer schließen konnten. Dazu war doch erheblicher körperlicher Einsatz notwendig. Ging aber, auch das Top-Case ging nach einigem Aufwand zu. (Was der BaF nicht wußte: ich hatte  schon ein altes Skihemd für evtl. kältere Motorradtage weggeworfen.)

In Livorno angekommen folgte die Entschlackungsrunde. Die o.g. Teile wie Salz etc. haben wir dem Hotelbesitzer vermacht. Durch geschicktes Verpacken war es nicht mehr ganz so aufwendig wie in Florenz, die Seitenkoffer zu schließen. Vielleicht müssen wir doch noch ein kleines Paket nach Hause schicken, nicht wegen Gewichts-, sondern wegen Volumenersparnis. Neuer Ansatz, gleicher Effekt, die Portokosten sind noch nicht so definiert. (Und für sowohl Gewicht als auch Volumen können wir dank Pasta und Pizza selber sorgen, aber die müssen ja auch nicht die Koffer ).

Und wie immer, das Tanken birgt immer neue Überraschungen. Ich habe nicht darauf geachtet, sind an eine freie Säule gefahren, wohl mit Service, denn der Literpreis lag bei 1,89 EUR/L, eigene Dummheit. Beim Self/Service war der Liter um 30 Cent billiger…..man lernt nicht aus. Habe ja nur 15 liter getankt, ungefähr der Preis eines 0,25 l einheimischen Bieres 😪

Auf der Fahrt nach Livorno mußten wir nach dem Versagen des Navis doch über Mautstraßen fahren. Ich, die BaS sollte den Akt mit Ticket ziehen, verstauen und evlt auch bezahlen größtenteils übernehmen: dh Handschuhe bei mehr knapp 30Grad ausziehen, Ticketknopf bedienen und Ticket im Handschuh aufbewahren bis zur Bezahlstelle. Doch diese italienischen Tickets sind so groß, daß sie gar nicht in meinen Handschuh passen, aber die Schranke öffnet sich und irgend eine Stimme brüllt uns an, weiter zu fahren. Also mit Ticket in der einen Hand und Handschuhen in der 2.Hand losfahren auf die Autobahn – und bloß nichts verlieren, beides wäre fatal – und teuer. Also bis zum nächsten Parkplatz alles krampfhaft umklammern. Endlich war der nächste Parkplatz angekündigt, Gott sei Dank! Nur, daß er jenseits der Ausfahrt lag, hat uns doch überrascht; und so wurden wir das Ticket, daß wir eigentlich verstauen wollten, erst mal los (kostete uns 50Cent) – um es dann umgehend durch ein neues Ticket zu ersetzen, denn die Fahrt sollte ja auf der Autostrada weitergehen. Also das gleiche Problem von vorne: großes Ticket ziehen, festhalten, genauso wie die Handschuhe, dann aber zuerst auf den Standstreifen und alles sicher verstauen. Puhhh das treibt einem den Schweiß in die Klamotten (zum Glück habe ich ja genug davon 😉). Nach weiteren 30Cent Fahrtkosten lotste uns dann die Navitante wieder auf Landstraßen…. Kurze aber lehrreiche Episode… Ich hoffe, wir sind beim nächsten Mal schlauer!!!

23.04.2018 – Anfahrt nach Calvi, Korsika

Bevor es auf die Fähre von Livorno nach Bastia ging, hatten wir noch eine Übernachtung in Livorno gebucht, die Fähre legt schon um 8.30 Uhr in Livorno ab, was bedeutet, dass man schon um 7.00 Uhr an der Fähre sein muss. Das wäre von Florenz nicht zu schaffen gewesen. Und damit die Fahrt von Florenz nach Livorno nicht zu langweilig wurde, hatte ich einen mittleren Schlenker durch dass Chianti Gebiet eingeplant.
Eine tolle Strecke durch eine wunderschöne Gegend, und dann passiert es doch schon wieder, in einem Kreisverkehr wohl die falsche Ausfahrt genommen, aber meine Navitante blieb stumm.
Der Sinn des Navis besteht doch wohl darin, mir eine Alternative aufzuzeigen, oder habe ich da was falsch verstanden?…. Auch eine Neuprogrammierung brachte erstmal nicht den gewünschten Erfolg. Was war denn da los?….
Dann noch mal programmiert, und dann klappte es doch ganz gut.
Bis wir in Livorno ankamen, einmal von der Route abgewichen, ich konnte ja nicht verkehrt in eine Einbahnstraße fahren, also wieder um den Pudding, immer unser Hotel im Blick. Bis ich es dann leid war, einmal 50m falsch in die Einbahnstraße, und dann waren wir am Hotel. Alles Bestens.
Nur über Livorno erspare ich mir jeden Kommentar. Es ist eine Stadt, die man nicht braucht. Sehr positiv war, dass wir in einem Kaffee freies Wlan hatten und so konnten wirvdas Spiel unserer Blau-Weißen auf dem Handy über SkyGo verfolgen.
Sonst kein weiterer Kommentar.
Irgendwie ließ es mir keine Ruhe, warum die Navitante nicht so funktionierte wie sie sollte. Und dann kam mir die Erleuchtung. Während eines Garmin Kurses meinte der Kursleiter, wir mögen doch die Option “Neu berechnen” deaktivieren, warum weiß ich nicht mehr, aber abends im Hotel noch schnell die Einstellung geändert für den nächsten Tag.
Morgens dann um 7.00 Uhr aus dem Hotel. Der Weg zum Fährhafen gestaltete sich doch schwieriger als gedacht. Die von der Agentur angegebene Adresse erwies sich als unkorrekt, und wir wurden von einem Tor zum anderen geschickt, aber es hat geklappt. Und meine Navitante hat immer wieder dazwischen geredet, um mich an die falsche Adresse zu führen, die ich eingegeben hatte.  Hatse auch richtig gemacht, die Umstellung war erfolgreich.
Der Eincheckvorgang zur Fähre war absolut unbürokratisch, wir kamen schnell aufs Schiff, mit uns vielleicht noch zwanzig weitere Maschinen und Blechdosen.
Dann ging es pünktlich los, die Versorgung an Bord war tadellos zu wirklich erschwinglichen Preisen.
Nach 4 Stunden kamen wir bei leichtem Seenebel in Bastia an, das Verlassen der Fähre verlief auch zügig, schnell die Navitante aktiviert, und los gings. Entlang an schroffen Bergen, durch wunderschöne Täler, und nach 3 Stunden sind wir dann in Calvi angekommen.
Wir haben ein sehr schönes Appartment in einer Ferienanlage, vom Balkon den Blick auf einen herrlichen Garten mit dem Hintergrund schneebedeckter Berge. Herz was willst du mehr. 

21.04.2018 – Letzter Tag in Florenz

Für diesen Tag hatten wir uns einen Besuch in den Uffizien vorgenommen. Clever wie wir sind, hatten wir uns schon 2 Tage vorher Karten gekauft für den Time–Slot von 11.00 bis 11.15 Uhr mit der Garantie, die s.g. Fast Lane benutzen zu dürfen. 
Hat auch ganz gut geklappt, innerhalb von 25 min. waren wir im Museum und auch einen Audio-Guide gemietet.
(sind vielleicht ein bisschen viele Englische Ausdrücke im Text, mir fällt aber keine bessere deutsche Übersetzung ein)
…..Die Uffizien sind ein riesiger Gebäudekomplex und wurden ursprünglich von 1559 bis 1581 für die Unterbringung von Ministerien und Ämtern errichtet. Seit den Anfängen um 1580 befindet sich die Kunstsammlung Galeria degli Uffizii mit Werken der Malerei und Bildhauerei von der Antike bis zum Spätbarock darin und es gilt als eines der bekanntesten Kunstmuseen der Welt und war von Anfang an öffentlich zugänglich….(Quelle Wikipedia)
In diesem Museum gibt es Originale von Boticelli (Die Geburt der Venus), Leonardo da Vinci (Die Verkündung) sowie Werke von Michelangelo, Raffael, Caravaggio, Lukas Cranach der Ältere und Albrecht Duerer.
Es ist schon eine riesige Sammlung an Kunstwerken und sehr beeindruckend. Aber nach einer gewissen Zeit von fast 3 Stunden und dem 10 oder 20 Bild von Maria Verkündung wurde es mir dann doch ein bisschen zu viel.
Am meisten hat mich die Deckenmalerei beeindruckt mit den sehr schönen Fresken in den Hauptgängen. 
Die Uffizien muss man einfach gesehen haben, es lohnt sich auf jeden Fall!
Abens sind wir dann nach dem Essen noch ein bisschen um die Kathedrale geschlendert, im Dunkeln ein absolutes Highlight.
Eine relativ unspektakuläre Beleuchtung, aber durchaus effektiv. Die Grösse und Schönheit dieses Bauwerkes kommt erst abends so richtig zum Ausdruck, sollte man nicht versäumen. Dann sind nämlich die Massen an Tagestouris weg und man kann sich in Ruhe auf eine Marmorbank setzen, vielleicht mit einem Getränk in der Hand und die relative Stille genießen und den herrlichen Blick auf den grünen, weißen und rosa Marmor der Fassade, der dann besonders gut zur Geltung kommt.

20.04.2018 – Florenz

Nach dem gestrigen Gewaltmarsch nahmen wir uns für heute eine ruhigere Tour vor, zu drei Kirchen, die fußnah zu erreichen waren.
Beginnen wollten wir mit der “Basilica di San Lorenzo”, sind aber zuerst in der “Capella di Medicci” gelandet. Diese Capella wurde erbaut als Begräbnisstätte der Medici Oberhäupter.
Es ist bekannt, daß die Medici im Mittelalter eine der reichsten Dynastien der Welt waren und von Florenz aus regiert haben. Immerhin stellten die Medici 3 italienische Könige und einen Papst. Entsprechend wurden Paläste und Kirchen gebaut, um den Reichtum auch nach außen zu zeigen. Allerdings paßte wohl nicht allen Mitbürgern von Florenz diese Machtfülle, so daß die Medici sich selten unters Volk mischten und deshalb Geheimgänge und sonstige Verbindungen zwischen den Palästen bauen ließen, aus Angst vor Anschlägen. Das Ende war dann auch ein Brudermord, und weil der letzte Regent kinderlos blieb, wurde das Imperium zerschlagen und der Witwe verboten, irgendwelche Kostbarkeiten ausserhalb von Florenz zu bringen.

Wie auch immer, die Kapelle ist schon ein prachtvoller Bau, absolut empfehlenswert.

Weiter ging es dann in die “Basilica di San Lorenzo”, auch von den Medici erbaut. In dieser Kirche wurde durch den Architekten Brunelesschi erstmals die im Mittelalter aufkommende Zentralperspektive angewendet, klare Linien und offene Bauweise.Dazu mit einem sehr schönen Altar und zwei Kanzeln, frisch renoviert.
Als wir an unserem nächsten Ziel ankamen, die “Cathedrale di Santa Maria del Fiore”, erwartenen uns unendlich lange Warteschlangen. Sollen wir uns das antun? Und dann realisierten wir, daß man erst Tickets an separaten Stellen kaufen muss, bevor man sich überhaupt in die Warteschlange einreiht. Unser Versuch, Tickets zu erwerben, endete mit der Feststellung, daß es bis Sonntag keine Tickets mehr gibt, nichts zu machen.

Also sind wir weiter zur “Basilica di Santa Croce”, welch eine Wohltat, keine Warteschlangen am Ticketschalter. Diese Kirche wurde von den Franziskanermönchen erbaut und der Grundstein soll von Franz von Assisi höchstselbst gelegt worden sein.
In dieser Kirche sind unter anderem Galileo Galilaei, Machiavelli, Michelangelo und Rossini beerdigt. Schon sehr beeindruckend, an den Beerdigungsstätten solcher Persönlichkeiten zu stehen.
Wie in jeder Kirche oder in jedem Prunkbau finden irgendwelche Restaurierungsarbeiten statt. Hier war es die Restauration eine Gemäldes, welches aber in aller Öffentlichkeit durchgeführt wurde von 2 Restauratorinnen. Eine wahrliche Sisyphusarbeit. Beeindruckend.
Ich muss noch erwähnen, daß im Jahre 1966 die Stadt Florenz ca. 6 m unter Wasser stand, eine der größten Katastrophen der Stadt. Auch die Basiica wurde entsprechend überflutet und viele Kunstschätze durch Schlamm und Wasser beschädigt. Diese Kunstschätze wurden dann irgendwo gelagert und erst ab 2001 machte man sich an die Restaurierung. Und das Ergebnis ist wirkich beeindruckend. In einem Film wurden die Schäden in Florenz und anschließend die Restaurierung eines Gemäldes anschaulich dargestellt.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich diese Basilika anzuschauen, absolut lohnenswert.

Hier meldet sich jetzt zum ersten Mal die BaS, die in der  Schreibphase ihres BaF die morgige Tour durch die Uffizien vorbereitet hat: was muß man gesehen haben, was kann ???  Lassen wir uns überraschen, denn Eintrittskarten haben wir zum Glück schon vor 2Tagen gekauft. Es wird bestimmt wieder ein ereignisreicher Tag. 

19.03.2018 – Florenz

Wir sind gut in Florenz angekommen. Das ist schon mal das Wichtigste!
Gut eine Woche vorher wurde unser Motorrad von der Spedition abgeholt, wobei Spedition ein bisschen übertrieben klingt, es ist ein älteres Ehepaar mit einem Sprinter als Transportmittel.


Aber durchaus professionell und sie vermittelten ein gutes Gefühl, dass die Maschine auch ankommt. Verabredet haben wir uns dann für den 19.04. in Florenz an unserem Hotel.

Vor unserer Ankunft in Florenz haben wir noch eine Zwischenstation in
eingelegt. Der Grund ist ganz einfach, unser Flug nach Pisa ging am Mittwoch um 10.50, also hätten wir so um 8.50 am Flughafen sein müssen, was bei dem Autoverkehr zur Zeit für uns nicht in Betracht kam. Also die Bahn! Hatten wir bisher immer gute Erfahrungen gemacht. Nur die vorangegangenen Streiks und die Streckensperrung zwischen Düsseldorf und Köln veranlassten uns, einen Tag vorher mit dem Zug nach Köln zu fahren, dort zu übernachten, und dann am nächsten Tag zum Flughafen zu fahren.
Hat alles wundebar geklappt, der Flug und die anschließende Bahnfahrt nach Florenz.


Wir haben ein kleines Hotel in der Nähe des Bahnhofs gebucht, nennen wir den Baustil mal – altromantisch – ist aber in Ordnung.

Und jetzt warte ich auf unser Motorrad, bin ganz optimistisch.

Und der Optimismus ist belohnt worden. Um ca. 12.00 war die Maschine da, wir hatten vorher schon einen Stellplatz in einer nahegelegenen Garage klar gemacht, alles in Ordnung.

So konnten wir uns auf die Socken machen und Florenz erkunden. Als Erstes stand eine s.g. “Freie Tour“ auf dem Programm. Diese Tour wird von Stadtführern angeboten, allerdings zahlt man erst am Ende der Tour, was man für richtig hält. Unser Motto der Tour war die “Geschichte der Medici“, vorbei an vielen Kirchen und Palästen, allerdings konnte man die Dame kaum verstehen, es war überall so voll und laut, und so sind wir bzw. ich 90 min. einfach nur durch die Altstadt von Florenz gelaufen, gebracht hat es nicht viel.
 Aber wir haben es mal probiert.

Unsere freie Entscheidung war es dann, zum “Piazza Michelangelo“ zu laufen, ein ca.25 min. Fusssweg von der “Ponte Vechio“. Von dort soll man einen herrlichen Blick  auf Florenz haben, speziell in den frühen Abendstunden. Ich weiss nicht wie wir es immer wieder schaffen, aus angegebenen 25 min. Fußweg eine Wanderung von fast 90 min. zu machen. Und ganz schön viel bergauf. Klar, wenn man auf eine Stadt gucken will. Aber so viel Höhe zu machen war nicht nötig, irgendwo haben wir halt einen Abzweig verpasst.

Aber der Blick auf die Stadt hat einen doch entschädigt, grandios.
Und irgendwie ging der Rückweg schneller.

Mittelmeer 2018 – Eine neue Tour steht an….

Bald ist es wieder so weit.

Nachdem sich einige Terminkollisionen in Luft aufgelöst hatten, entschieden wir uns, eine weitere grosse Motorradtour in Angriff zu nehmen. Es gibt nur einen Ecktermin:
Ende Juni, der 40. Geburtstag von Christian, dann wollen und müssen wir zu Hause sein!!

Als Ziele hatten wir uns die Inseln Korsika, Sardinien und Sizilien vorgenommen. Weiter sollte es dann über Neapel und Kroatien wieder Richtung Heimat gehen.
Aber wie das so ist, es kommt doch manchmal ein bisschen anders…..

Beginnen wollen wir am 18.04.2018 mit dem Flug von Köln nach Pisa und von da weiter mit dem Zug nach Florenz. Das Motorrad wollen wir in Florenz übernehmen (so Gott will, diesmal mit einer deutschen Spedition).
Der weitere Verlauf ist auf der Karte zu erkennen, Termine in der Tabelle.

Die Fähren und Unterkünfte sind bis Neapel alle gebucht. Hört sich erst mal komisch an, aber so einige Knackpunkte muss man schon berücksichtigen.
Das Hauptkriterium ist, dass unser Motorrad auf einem gesicherten Parkplatz steht (denn schlimmer als die Motorradjacken klauen ist es, wenn das Moped weg wäre…), und dass in den Apartments auch eine Waschmaschine vorhanden ist. Und daher muss man schon mal ein bisschen vorplanen 🙂
Wie es nach Neapel weiter geht, vielleicht entlang der Adria bis nach Venedig…. wer weiß, das lassen wir auf uns zukommen. Kroatien werden wir nicht mehr schaffen,  vielleicht im darauffolgenden Jahr.