2007 - Rhön - Melsungen - Willingen

Unser Großziel für diese Tour war die Documenta in Kassel. Wir hatten Bilder im Fernsehen gesehen von der Documenta, die Giraffe und der Turm aus Holztüren von dem chinesischen Künstler Ai Weiwei. Dieses Bild hat uns nicht mehr losgelassen, so dass es für ein Muss war, uns das alles vor Ort anzusehen

So haben wir uns dann überlegt, den Documenta Besuch in Kassel mit einer Motorradtour zu verbinden.

Südlich von Kassel ist das Rhoen Gebiet, und haben uns dann auch auf Empfehlung der Motorradzeitschrift "Tourenfahrer" für den "Landgasthof Jossgrund" in Jossa entschieden, ein gemütlicher Landgasthof mit sehr schönen Zimmern, einer hervorragenden Küche (eigene Schlachtung) und sehr lieben Gastgebern, ein ideales Motorradhotel mit Schrauberecke, Garage für die Motorräder, passt alles.



Landgasthof Jossgrund


Der Hof als Motorradtreff


Anfahrt nach Jossa



Was mir noch in Erinnerung geblieben ist, dass das Hotel gut gefüllt war. Wir sind Sonntags angereist, mussten aber wieder Freitags raus, weil am Wochenende schon alles ausgebucht war. Kann ich mir gut vorstellen, denn das Preis-Leistungsverhältnis passte absolut.
Wir haben zwei ältere Herren kennengelernt, die selbst bei dem stärksten Regen gefahren sind, einer fuhr eine Goldwing, der andere den großen BMW Tourer. Der BMW Fahrer sagte mir, dass ihm Regen nichts ausmache, er habe einen tollen BMW Anzug, der trockne sehr schnell, alles kein Problem. Die Jahresfahrleistung der älteren Männer waren ca. 40.000 km pro Jahr. Da ist mir aber erst mal das Essen im Hals stecken geblieben. Wobei die gar nicht mehr so rüstig ausahen. Aber seis drum.

Ein anderes Naturphänomen überraschte uns auf der Wasserkuppe, das Wetter war eh bewölkt, leicht regnerisch, aus leichtem Regen wurde viel Regen, wir haben die Kombis angezogen, alles ok. Nach kurzer Zeit kam die Sonne wieder, zu warm, Kombi wieder aus. Auf der Wasserkuppe fuhren wir direkt in einen schwarze Wolke, wir suchten einen Unterstand, denn wir hatten keine Lust auf noch mehr Regen. Wir standen gerade unter einem Vordach, da fing es an zu hageln, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Innerhalb von Sekunden war der ganze Boden bedeckt mit Hagelkörnern, das hätte fies enden können, wenn wir weiter gefahren wären.

Ein einschneidendes Erlebnis hatten wir noch, bzw ich. Plötzlich bekam ich Ohrenschmerzen, und man sagte uns, der nächste Doktor sei in Schlüchtern, ca. 20 km entfernt.
Angerufen, einen termin bekommen, aber wie komme ich nach Schlüchtern? Es regnete stark, wir hatten nur unser Motorrad, also mit dem Bus, eine Bushaltestelle war ganz in der Nähe. Der Aushang wies auch einen Bus nach Schlüchtern aus, aber der kam und kam nicht. Komisch!
Zwischenzeitlich passierte ein kleiner Linenbus ein zeites Mal, und der stoppte und frug uns dann, wo wir denn hinwollten. Unsere Antwort war ja klar, aber der nette Fahrer sagte uns dann, dass wir in dem nächsten Ort den Bus nach Schlüchtern nehmen müssen, und er wäre nur der Zubringer. Wir waren natürlich unendlich dankbar, und mir konnte geholfen werden.
Neben diesem positiven Effekt hatten wir noch ein zweites Highlight. Wir waren schon lange auf der Suche nach neuen Wohnzimmerstühlen, hatten aber das richtige noch nicht gefunden, und auf einmal während der WArtezeit auf den Bus, der uns wieder nach Jossa bringen sollte, erblickten wir fast ggleichzeitig Stühle in einem Schaufenster. Nichts wie in den Laden, geschaut, welche Firma diesen Stuhl herstellt, und so sind wir dann zu neuen Stühlken gekommen, die wir allerdings dann zu Hause in Bottrop gekauft haben.

An die Touren kann ich mich nicht mehr so erinnern, ich habe durch Zufall noch das Roadbook gefunden, welches ich vorher erstellt hatte. Deshalb konnte ich auch die Touren nochmals visualisieren. Ein Klick auf die Bilder, und die Karte erscheint in grösserer Form, wer es denn will.

Die Zwischentouren in der Bergwinkellandschaft Rhoen, Spessart und Vogelsberg

Vogelsbergtour Rhoentour Spessarttour


Wie gesagt, mussten wir am Freitag die Zimmer in Jossa räumen und wir machten uns auf den Weg nach Melsungen.
Warum Melsungen? Auch eine Frage, die ich beantworten kann. Richtig ist, das wir zur Documenta nach Kassel wollten, aber nicht in der Stadt wohnen wollten. Also mussten wir dort Quartier machen, die einen Bahnanschluss haben mit direktem Zug nach Kassel. Und wir haben Melsungen identifiziert als den Ort, der unseren Vorstellungen entsprach, das Hotel gelegen in der Altstadt, 5 Minuten zu Fuss bis zum Bahnhof, direkter Anschluss nach Kassel, Fahrzeit ca. 30 Minuten. Optimal!
Wir hatten das Hotel "Hessischer Hof" gebucht, hatte ganz gute Kritiken bei Booking.com, es war auch nicht schlecht, wir bekamen aber ein Zimmer im Nebenhaus und das wirkte alles doch sehr bieder und hausbacken. Über die Qualität des Frühstücks kann ich keine Aussagen mehr machen.
And die Stadt habe ich auch nicht mehr viel Erinnerungen, es war nicht so schlecht, aber auch nicht so, dass man nochmals nach Melsungen müsste.

Von Jossa nach Melsungen



DOCUMENTA 12 in Kassel


Zur Documenta 12 sind wir gut mit dem Zug gekommen. Christel hatte im Vorverkauf schon Karten für eine Führung in dem Aue Pavillon erworben. Es waren unheimlich viele Menschen unterwegs, daran kann ich mich noch erinnnern, die Führung war ganz interessant, aber manches blieb doch meinen kleinen Augen verborgen. Das Türenkunstwerk des chinesischen Künstlers Ai Wei Wei, ein Turm aus chinesischen Türen, die aus den Häusern stammten, die abgerissen wurden, um neuen Hochhusern Platz zu machen, war leider Opfer eines Sturms geworden, so dass der Turm zusammengebrochen war. Das hat meiner Meinung nach dem Kunstwerk überhaupt nicht geschadet. Hier ein paar Impressionen der Documenta 12


Der Originalturm Der Turm nach dem Sturm Die Aue Hallen Die Giraffe



Und das mit Willingen sparen wir uns, als Abschluss aber immer wieder gerne genommen....

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